Naturschutz geht vor

Maulwurf bei TuS Celle FC wird nicht gejagt

Der Schädlingsbekämpfer rückt nicht an: Der Maulwurf auf dem Fußballplatz des TuS Celle FC wird nicht mir harten Bandagen oder Baumaßnahmen bekämpft. Lärm und Erschütterungen sollen den Buddler auf sanfte Art vertreiben.
  • Von Heiko Hartung
  • 16. Jan. 2023 | 10:36 Uhr
  • 16. Jan. 2023
Lärm und Erschütterungen der Fußballer sollen den Maulwurf vom Trainingsplatz des TuS Celle FC vertreiben.
  • Von Heiko Hartung
  • 16. Jan. 2023 | 10:36 Uhr
  • 16. Jan. 2023
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Celle.

Die Fußballer des TuS Celle FC müssen offenbar akzeptieren, ihren Trainingsplatz mit dem Maulwurf zu teilen – und darauf hoffen, dass sich der fleißige Buddler von selbst aus dem Staub macht, wenn der Betrieb auf dem Rasen an der Nienburger Straße nach der Winterpause wieder auf Hochtouren läuft.

Keine gezielte Tötung des Buddlers

Die Stadt Celle jedenfalls wird – anders als vom Jugendtrainerteam des Vereins gefordert – keine aufwändigen und kostenintensiven baulichen Maßnahmen ergreifen, um den unter Naturschutz stehenden Säuger fernzuhalten. Auch eine gezielte Tötung schließt Pressesprecherin Myriam Meißner kategorisch aus: „Bekanntlich haben wir 2019 aus ethischen und moralischen Gründen die gängige Praxis aufgegeben, in solchen Fällen einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.“ Das diene auch dem Naturschutz. Die Konsequenz daraus sei, dass sich nunmehr eben jene Natur – und in diesem Falle der Maulwurf – buchstäblich Bahn breche.

Lärm und Erschütterungen sollen Maulwurf vertreiben

Forciert wurde dies durch die reduzierte Nutzung des Platzes während der Coronazeit und aktuell in den Wintermonaten. „Die Verwaltung geht davon aus, dass sich die Tiere bei regelmäßiger Platznutzung naturgemäß zurückziehen, da sie empfindlich auf Lärm und Erschütterungen reagieren“, so Meißner.

Stadt Celle ebnet Maulwurfshügel regelmäßig ein

Untätig will die Stadt aber nicht sein, der städtische Grünbetrieb sei regelmäßig auf den Sport- und Trainingsplätzen aktiv. „Das heißt konkret, dass die Plätze mehrmals wöchentlich aufgesucht, die Maulwurfshügel eingeebnet sowie Schnitt- und Pflegemaßnahmen vorgenommen werden“, erklärt die Sprecherin. Von einer Platzsperre sehe man ab.

TuS Celle FC weißt auf Verletzungsrisiko hin

Vertreter des TuS Celle FC hatten sich mittels ihres Instagram-Kanals an die Verwaltung gewandt und den Zustand des Platzes angeprangert. Die vielen Maulwurfshügel seien ein Verletzungsrisiko insbesondere für die Jugendspieler, hatte der Vorsitzende Wolfgang Lidle betont. „Schließlich stehen wir als Verein in der Haftung“, unterstrich der Klubchef. Bei einem Ortstermin in der vergangenen Woche hatten Vertreter von Verein und Stadt daraufhin die Situation gemeinsam inspiziert.