Landespokal

Bewährungsprobe für MTV Eintracht Celle

Es wird ernst: MTV Eintracht Celle tritt im Landespokal bei Lupo Martini Wolfsburg an. Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht.
  • Von Oliver Schreiber
  • 30. Juli 2022 | 11:00 Uhr
  • 30. Juli 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 30. Juli 2022 | 11:00 Uhr
  • 30. Juli 2022
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Celle.

Diese Partie kommt eigentlich noch zu früh. Wenn Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle am Sonntag um 15 Uhr zum Pflichtspielauftakt im Landespokal bei Lupo Martini Wolfsburg aufläuft, ist das junge Team noch längst nicht da, wo es zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung sein sollte. Dafür gab es zu viele Rückschläge durch Krankheiten und Verletzungen, es herrscht noch großer Nachholbedarf.

Hinzu kommt der Verlust langjähriger Leistungsträger, die Garanten dafür waren, dass die Blau-Weißen in der Vorsaison den Klassenerhalt mit einem Husarenritt durch die Abstiegsrunde souverän geschafft haben. „Es ist ein großer Umbruch, den wir da zu bewältigen haben. Leider lief die Vorbereitung nicht so wie gewünscht, viele Spieler müssen noch Fitnessrückstände aufholen. Aber alle ziehen voll mit, sind engagiert und lernwillig. Das gibt uns Hoffnung“, erklärt Trainer Hilger Wirtz.

Ob dies reicht, um von den hungrigen „italienischen Wölfen“ nicht gefressen zu werden, ist die große Frage. Der Club, der von italienischen Gastarbeitern gegründet worden ist, hat hohe Ambitionen. „Da sind ehemalige Jugendnationalspieler dabei, die beim VfL Wolfsburg ausgebildet worden sind, und Spieler, die beispielsweise bei namhaften Vereinen wie Rot-Weiß Essen oder Stuttgarter Kickers gekickt haben. Das ist eine brutal starke, erfahrene Mannschaft“, erläutert Wirtz.

Die Celler fahren als krasser Außenseiter in die VW-Stadt – aber genau diese Rolle ist gerade im Pokal ja nicht die schlechteste. „Das ist eine richtige Bewährungsprobe für unsere Jungs. Wir müssen eklig und nervig sein, dann können wir Lupo ärgern. Spielerisch werden sie uns überlegen sein“, meint Wirtz.

Stabilisatoren wie Struwe und Borchert fehlen

Das MTVE-Gebilde ist derzeit noch fragil, die Stabilisatoren fehlen. Das Fehlen erfahrener Leute wie Kapitän Tim Struwe (berufsbedingte Pause), Lars Borchert (pausiert ebenfalls) oder Gerbi Kaplan (nach Göttingen umgezogen) wiegt schwer, genauso wie der Verlust von Fabian Weigel (zurück zum HSC Hannover), der zusammen mit Borchert in der Innenverteidigung die Abwehr dichtbekommen hat.

Neuer Kapitän ist Adrian Zöfelt, den allerdings eine Corona-Infektion zurückgeworfen hat. Von den etablierten Spielern bleiben da sonst nur noch Yannik Ehlers und Hilger von Elmendorff übrig, zudem haben sich junge Akteure wie Luca van Eupen und Laurin Bonk durch ihre Leistungsexplosion im letzten Halbjahr in den Vordergrund gespielt. An ihnen müssen sich vor allem die Neuzugänge, die allesamt noch keine Oberliga-Erfahrung haben, orientieren. Das gilt für Innenverteidiger Maximilian Wede, Linksverteidiger Collin Sarnowski und Mittelfeldspieler Aziz Kiy, die wohl in der Startelf stehen werden. „Das ist ein Prozess, der dauern wird. Wir müssen als Mannschaft zusammenwachsen“, betont Wirtz.

Nicht dabei sein wird Torwart Christof Rienass. Dies aber aus einem sehr schönen Grund: Der 29-Jährige hat gestern geheiratet und befindet sich auf Hochzeitsreise.