Kreisliga

Nächster Stresstest für Celler Kreisligisten

Doppelter Einsatz, Teil zwei: Die Kreisligisten müssen am langen Wochenende zweimal ran. Dementsprechend gibt es einige höchst interessante Partien.
  • Von Jens Tjaden
  • 27. Okt. 2022 | 12:35 Uhr
  • 27. Okt. 2022
Altencelles Sascha Tihonov (links) und Dennis Iwastschenko vom TuS Celle FC wollen mit ihren Teams Spitzenreiter TuS Bröckel auf den Fersen bleiben.
  • Von Jens Tjaden
  • 27. Okt. 2022 | 12:35 Uhr
  • 27. Okt. 2022
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Celle.

Bereits Anfang Oktober, wo der Tag der Deutschen Einheit einen freien Montag bescherte, mussten die Teams der Celler Fußball-Kreisliga zweimal innerhalb von 48 Stunden auf den Rasen. Gleiches steht den Amateurkickern auch jetzt bevor. Die Staffelleitung nutzt den Reformationstag, um am Samstag und Montag wieder zwei Spieltage im Celler Oberhaus absolvieren zu lassen. Am Samstag werden die Partien um 15.30 Uhr und am Montag um 14 Uhr angepfiffen. Als einziger Verein ohne Einsatz bleibt hierbei die TS Wienhausen, denn sowohl das Duell bei der SG Lachendorf/Beedenbostel als auch das Derby-Gastspiel des TuS Bröckel im Klosterort wurden verlegt.

Echter Gradmesser für TuS Bröckel

Der SC Wietzenbruch kommt aufgrund der anhaltenden Sanierungsarbeiten des Kabinentrakts am Alten Kanal, weiterhin nicht in den Genuss eines Heimspiels und tritt beim SSV Südwinsen und beim MTV Langlingen zweimal auswärts an. Nach vierwöchiger „Abstinenz“ ist Bröckel wieder an der Tabellenspitze, wird es aber schwer haben, diese Spitzenposition zu verteidigen. Zum einen hat Konkurrent TuS Celle FC etwas dagegen, außerdem wurde das Aufeinandertreffen in Wienhausen auf den 11. November verlegt. „Wir sind alle hochmotiviert, weitere Punkte zu sammeln“, erklärt Trainer Bernd Schäfer. Die Ligaführung sieht er als nette Momentaufnahme, wichtiger ist für ihn das gut gefüllte Punktekonto. „Dadurch können wir in Ruhe an der Entwicklung der Mannschaft arbeiten“, nennt der ehrgeizige Coach den Bezirksliga-Aufstieg nicht als primäres Ziel. Schäfer hat die Celler bislang noch nicht gesehen, ihm wurde allerdings viel Positives berichtet. „Das wird ein echter Gradmesser“, vermutet er.

Punkte am grünen Tisch für SVN

Der zweite Aufsteiger SV Nienhagen ist auf ähnlichen Wegen unterwegs. Für Jens Gebler steht die Entwicklung der jungen Mannschaft im Vordergrund, auch wenn mittelfristig der Aufstieg angepeilt wird. „Unseren vielen jungen Spielern müssen wir die Zeit zur Entwicklung geben“, sagt der Trainer. Vor den Duellen beim TuS Eschede, der am Montag zudem beim SC Vorwerk antreten muss, und zu Hause gegen Südwinsen gibt es frohe Kunde vom Sportgericht. Die 2:3-Niederlage gegen MTV Eintracht Celle II wurde als 5:0-Sieg gewertet, da der hierbei eingesetzte Talal Selo nicht die vorgeschriebene Pause von zwei Spielen nach seinem Oberliga-Einsatz in Spelle eingehalten hat. Diese Wertung hat Gebler jedoch nicht davon abgehalten, das schwache Spiel gegen die Celler intern mit der Mannschaft nochmal zu aufzuarbeiten. „Über so eine schwache erste Halbzeit kann ich nicht hinwegsehen“, meint er.

Stadtderby unter den Sülzer Eichen

Beim kurdischen Verein FC Firat Bergen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Nach einem Spielabbruch und diversen Roten Karten durfte die Mannschaft zuletzt in voller Stärke die Spiele beenden. Nach dem Rücktritt von Ronnie Wolff hat der neue Coach Engin Cavildak auf die Disziplin sein besonderes Augenmerk gelegt. „Wir müssen uns ausschließlich auf den Fußball konzentrieren“, lautet seine Devise. Nach den beiden Erfolgen gegen Lachendorf und Wienhausen folgen jetzt mit TuS Oldau-Ovelgönne und dem Stadtduell beim TuS Eversen-Sülze sehr anspruchsvolle Aufgaben. „Gegen Oldau können wir zeigen, dass die beiden Siege kein Glück waren“, meint Cavildak. Am Montag folgt dann das heiße Derby unter den Sülzer Eichen, welches sehr prestigeträchtig ist. „Da sind alle heiß“, kündigt der Spielertrainer an.

Wann platzt der Knoten beim SVA?

Außenstehende warten immer noch darauf, wann beim selbsternannten Aufstiegsfavoriten SV Altencelle der sprichwörtliche Knoten platzt. Der erfahrene Coach Claus Netemeyer sieht die Situation noch relativ entspannt. Von den zuletzt zu vergebenden 15 Punkten hat seine Elf gegen starke Konkurrenz zehn Zähler geholt. „Der Tabellenplatz gefällt mir auch nicht, die Punktausbeute ist mit dem fehlenden Nachholspiel gegen Wietzenbruch aber in Ordnung“, sagt er. Zuletzt gegen einen starken TuS Celle FC hat seine Mannschaft große Kampfstärke gezeigt und dadurch noch einen Punkt gerettet. Diese Einstellung wird auch in den Stadtderbys mit VfL Westercelle II sowie MTV Eintracht Celle II nötig sein. „Westercelle hat eine junge, spielerisch starke Mannschaft, die mit viel Tempo kommt. Eintrachts Sieg in Nienhagen nötigt mir großen Respekt ab“, hat Netemeyer beide Gegner positiv analysiert.

MTV Langlingen droht Ungemach

Die Langlinger stehen derzeit vor dem Kreissportgericht wegen des abgesagten Pokalspiels mit TuS Celle FC. Da der Platz wegen Reparaturarbeiten an der Beregnungsanlage nicht bespielbar war, am nächsten Tag aber ein Jugendturnier auf dem C-Platz stattgefunden hat, sollen die Celler kampflos die nächste Runde erreichen. Vor dem Doppelspieltag soll dieses Verfahren die Vorbereitung aber nicht stören. „Wir werden uns voll auf die beiden Spiele konzentrieren, alles andere können wir nicht beeinflussen“, sagt Trainer Nico Strehl. Den ersten Gegner schätzt er als den stärkeren von beiden ein. Die robuste körperbetonte Spielweise von Eversen ist nach Einschätzung von Strehl „sehr eklig“. Dazu steht mit Moritz Stahlmann der Toptorjäger der Kreisliga (zwölf Treffer) in den Reihen der Gäste. Gegen abstiegsbedrohte Wietzenbrucher ist am Montag eigentlich ein Sieg Pflicht. „Da können wir uns nur blamieren“, weiß Strehl.