Kreisliga Männer

Rot nach fünf Sekunden für Mützenträger

VfL Westercelle II gewinnt das Kreisliga-Stadtderby gegen MTV Eintracht Celle II. Für einen Gästespieler gab es dabei eine ziemlich kuriose und gleichzeitig dumme Rote Karte. Neuer Tabellenführer ist Oldau-Ovelgönne nach dem Sieg gegen TuS Bröckel.

  • Von Jens Tjaden
  • 20. Nov. 2022 | 20:38 Uhr
  • 21. Nov. 2022
  • Von Jens Tjaden
  • 20. Nov. 2022 | 20:38 Uhr
  • 21. Nov. 2022
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Celle.

Das Stadtderby in der Fußball-Kreisliga zwischen VfL Westercelle II und MTV Eintracht Celle II gewannen die Hausherren hochverdient mit 1:0 (0:0) durch das goldene Tor von Torjäger Arnas Saulys. Es war zunächst fraglich, ob die Partie überhaupt angepfiffen werden soll, denn das U15-Stadtderby zwischen den gleichen Kontrahenten wurde nach 25 Minuten vom Schiedsrichter abgebrochen, weil der Kunstrasenplatz teilweise gefroren war. Der Unparteiische Michael Koch entschied sich für eine Austragung und lag damit richtig.

Routiniers Meyer und Marquardt in MTVE-Elf

Die Eintrachtler hatten im Vergleich zur Vorwoche mehr personelle Möglichkeiten und mit Kai Meyer und Malte Marquardt zwei starke Routiniers in ihren Reihen. Es waren widrige äußere Bedingungen, die schließlich auch dazu führten, dass in beiden Strafräumen wenig Gefahr herrschte. Die meiste Zeit des Spielgeschehens gab es umkämpfte Mittelfeldduelle zu sehen. Von den Gästen ging bis auf einen ansehnlichen Konter von Eduard Sajankow keine Torgefahr aus. Bei Westercelle scheiterte Saulys zweimal aus aussichtsreicher Position am Pfosten.

Westercelles Saulys trifft per Kopf

Auch nach dem Wechsel war die Landesliga-Reserve tonangebend und hätte durch Bjarne Vollmer in Führung gehen müssen. Erst war sein Pass zu ungenau und landete beim Gegner, bei seiner zweiten Szene fand er in Torwart Thorben Meyer seinen Meister. Die logische Konsequenz war in diesem zerfahrenen Duell, dass eine Standardsituation zur Entscheidung führen musste. Einen gut getimten Eckball von Vollmer nickte Saulys vollkommen unbedrängt zum Siegtreffer ein (69.).

Mützenträger Sarica fliegt nach fünf Sekunden

Danach trat der Fußball leider wieder in den Hintergrund und es gab mehrere negative Begleiterscheinungen: Nach der Einwechslung von Can-Muhammed Sarica forderte der Schiedsrichter den MTVE-Spieler auf, seine Mütze abzunehmen. Sarica quittierte die Aufforderung mit einer Beleidigung und wurde nach fünf Sekunden mit Roter Karte vom Platz gestellt (74.). Nur wenig später wurde Eintrachts Yalcin Ozan von Saulys gefoult und ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Eigentlich hätte die Gelbe Karte für Saulys sowie Rot für Ozan folgen müssen. Es gab aber nur die Ampelkarte für den zuvor bereits verwarnten Ozan.

Eintracht-Coach Kiy schimpft auf Schiedsrichter

Nach Spielschluss stapfte Eintrachts Trainer Emin Kiy schimpfend vom Platz und hatte den schuldigen der Niederlage wieder einmal im Schiedsrichtergespann gefunden. Von Selbstkritik keine Spur. Zu einer Stellungnahme war er nicht bereit. Westercelles Trainer Jonas Sieme sah in seiner Mannschaft den klar verdienten Sieger. „Auch ohne die beiden Roten Karten für Eintracht hätte wir das Spiel gewonnen“, meinte er. Westercelle sprang durch den Sieg auf Rang drei, während die Eintrachtler weiter in Abstiegsgefahr schweben.

Sieg im Spitzenspiel: Oldau zieht an Bröckel vorbei

Neue Hoffnung für den SC Wietzenbruch im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga: Die Blau-Roten holten im Kellerduell bei der SG Lachendorf/Beedenbostel den ersten Sieg seit Anfang Oktober. Der TuS Oldau-Ovelgönne gewann das Spitzenspiel beim TuS Bröckel, der bereits seine dritte Niederlage in Folge kassierte. Der SV Nienhagen und FC Firat Bergen trennten sich nach zweimaliger Zwei-Tore-Führung des FC 3:3. Der TuS Eversen-Sülze bezwang die TS Wienhausen. Aufgrund der generellen Platzsperre für alle Rasenplätze im Celler Stadtgebiet fielen die Partien TuS Celle FC gegen TuS Eschede, SV Altencelle gegen SSV Südwinsen und SC Vorwerk gegen MTV Langlingen aus.

SG Lachendorf/Beedenbostel – SC Wietzenbruch 1:4 (1:1)

Das Abstiegsduell in Lachendorf hat Wietzenbruch nach überzeugender Leistung für sich entschieden. Schon der Start ging für den Gastgeber völlig daneben, denn Kais Manais verwandelte einen Elfmeter für die Gäste (3.). Danach fing sich Lachendorf allerdings schnell und war fortan spielbestimmend, die Belohnung ließ durch den Ausgleich von Jonas Altenburg (13.) nicht lange auf sich warten. Danach vergab die SG viele Möglichkeiten und wurde dafür im zweiten Durchgang bestraft. „Spielentscheidend war, dass wir schlecht aus der Halbzeit gekommen sind“, meinte Trainer Ilas Ahrens. Philipp Gloede brachte die Gäste auf die Siegerstraße und traf zum 1:2 (68.). In der Schlussphase wollte es Wietzenbruch einfach mehr als die Hausherren und fuhr durch einen Doppelschlag von Marcel Döhrmann (81. und 85.) wichtige drei Punkte ein.

TuS Bröckel – TuS Oldau-Ovelgönne 1:2 (0:0)

Ziemlich ernüchtert war Bröckels Trainer Bernd Schäfer nach der dritten Niederlage am Stück. „Wir haben heute gelernt, dass es nicht reicht, wenn wir nicht alles raushauen“, so der erfahrene Coach. Schon im ersten Durchgang hatten es die Gäste besser gemacht als die Hausherren. Bröckels Defensive hatte arge Probleme, die Dynamik eines Kai Washausen in den Griff zu bekommen. Ihm zur Seite stand mit Gerard Kohsen ein quirliger Nebenmann, beide beschäftigten die gesamte Bröckeler Abwehr.
Erst nach der Führung durch Washausen kam Bröckel besser ins Spiel und belohnte sich auch mit dem Ausgleich durch Nico Eißing (66.). Danach gab es sogar mehrere gute Möglichkeiten, um das Duell für sich zu entscheiden. Ein gezielter durchgesteckter Ball durch Abwehrkette und ein anschließendes Foul im Strafraum führten dann zum Elfmeter, den Washausen sicher zum 2:1 (81.) nutzte. „Oldau hat es einfach besser gemacht und uns gezeigt, wie es geht“, meinte ein frustrierter Schäfer.

SV Nienhagen – FC Firat Bergen 3:3 (1:2)

Jens Gebler, Trainer des SV Nienhagen, war am Schluss durchaus zufrieden, auch wenn es nicht zu einem Sieg seiner Mannschaft gereicht hat. Zweimal glichen seine Schützlinge einen Zwei-Tore-Rückstand aus und haben sich damit in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Die beiden ersten Gegentore des SVN waren allerdings haarsträubend. Erst verunglückte ein Abstoß von Keeper Mika Wittig, der anschließende Fernschuss flog dann über seinen Kopf hinweg zur Gästeführung ins Tor. Beim zweiten Firat-Treffer ging die Abseitsfalle schief und der Fehlstart war perfekt.
Nienhagen steckte nicht auf und belohnte sich durch den unermüdlichen Einsatz mit einem Punkt. „Wie meine Jungs sich zurück ins Spiel gekämpft haben, nötigt mir großen Respekt ab“, meinte Gebler. Levin Überheim stellte den Anschluss zum 2:3 (70.) her und der eingewechselte Tobias Wede traf zum Ausgleich (85.).

TuS Eversen-Sülze – TS Wienhausen 4:1 (2:1)

„Das war unsere beste Saisonleistung“, meinte ein stolzer TuS-Coach Sven Ewert. Es habe einfach alles zusammengepasst. Seine Elf habe sehr gezielt die gegnerische Defensive gepresst und sich daraus viele Torchancen erarbeitet. „Wir haben die Fehler provoziert und uns auch mit Toren belohnt“, so Ewert.
Wienhausen war aber trotzdem immer gefährlich und nutzte einen Fehler im Mittelfeld auch prompt zum Ausgleich durch Adrian Freyer (19.). Eversen war davon aber unbeeindruckt, ließ Ball und Gegner geschickt laufen und war auch im Torabschluss sicher. Marcel Mundiens (45.), Jannik Erdt (56.) und David Patzelt (65.) tüteten den Sieg ein. Trotz der Erfolgsserie sehnt Ewert die Winterpause herbei: „Es wird Zeit, dass die Spieler ihre Verletzungen auskurieren können.“