Kreisliga Celle

FC Firat Bergen schockt SV Altencelle

Einige Überraschungen hielt die Kreisliga Celle zum Auftakt bereit. Vor allem Altencelles Niederlage überraschte, zumal das Team lange in Überzahl spielte.
  • Von Jens Tjaden
  • 14. Aug. 2022 | 21:05 Uhr
  • 14. Aug. 2022
  • Von Jens Tjaden
  • 14. Aug. 2022 | 21:05 Uhr
  • 14. Aug. 2022
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Celle.

Beim Auftaktspieltag in der Fußball-Kreisliga gab es einige überraschende Ergebnisse und viele Tore. In sieben Spielen gab es 40 Treffer – das sind fast sechs pro Partie. Der VfL Westercelle II schickte den SSV Südwinsen mit einem in dieser Höhe nicht zu erwartenden 5:1 auf die Heimreise. Ähnlich erging es dem hoch gehandelten Aufsteiger SV Nienhagen, der mit 2:5 bei der TS Wienhausen verlor. Auch die 0:6-Pleite des SC Wietzenbruch am Alten Kanal gegen TuS Oldau-Ovelgönne wirft einige Fragen auf.

Der TuS Celle FC rettete nach einem 0:3-Rückstand zur Halbzeit noch einen Punkt gegen Langlingen. MTV Eintracht Celles Oberliga-Reserve haderte mit der Schiedsrichterleistung und musste TuS Eschede beim 1:3 die drei Punkte überlassen. Im Duell der Abstiegskandidaten entführte die SG Lachendorf/Beedenbostel beim 3:1-Erfolg drei wichtige Zähler aus Vorwerk.

SV Altencelle - FC Firat Bergen 3:4 (1:0)

Der SV Altencelle hat in seinem ersten Fußball-Kreisliga-Spiel nach dem Abstieg ein unnötiges, aber verdientes 3:4 (1:0) gegen FC Firat Bergen kassiert. „Bei uns hat hinten die komplette Dreierkette gefehlt, außerdem waren einige angeschlagene Spieler auf dem Feld“, äußerte sich SVA-Coach Claus Netemeyer nach Spielschluss, wollte diese Tatsachen aber nicht als Grund für die Pleite anführen. Nach einer Roten Karte für Bergens Nasmi Karak (40.) kickten die Gelb-Roten über eine Halbzeit lang in Überzahl und führten zur Pause, gaben das Spiel aber noch aus der Hand.

Finaler Pass fehlt

Die knapp 150 Zuschauer bekamen am Föscherberg ein ansehnliches Spiel geboten. Die beiden technisch versierten Teams hatten von ihren Trainern eine offensive Ausrichtung verpasst bekommen und waren sehr spielfreudig. Allerdings fehlten im Strafraumbereich die Ideen für den finalen Pass.

So war es bezeichnend, dass ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld zum einzigen Tor im ersten Durchgang führte. Naser Dullaj hatte den Ball zielgenau vors Tor geflankt, wo Timo Brauner über Firats neuen Torwart Sidan Yavsan hinweg zum 1:0 (19.) vollstreckte.

Die Führung schien die Gastgeber dann zu lähmen, denn fortan war Firat tonangebend, scheiterte aber durch Marvin Yavsan und Nasmi Karak aus aussichtsreichen Positionen. Kurz vor dem Pausentee überschlugen sich die Ereignisse auf dem Spielfeld: Erst vergab Osan Kaska die Ausgleichsmöglichkeit aus kurzer Distanz, beim folgenden Konter foulte Jan Kindermann dann Nasmi Karak, der sich zu einem Revanchefoul hinreißen ließ und folgerichtig vom Platz gestellt wurde.

Unnötige Zweikämpfe

Im zweiten Durchgang hätte Altencelle mit der Führung im Rücken gegen dezimierte Gäste dann den Ball laufen lassen und die sich bietenden Räume nutzen müssen. Es kam aber anders: Sie gingen in unnötige Zweikämpfe und entblößten früh die Deckung.

Nach einem Fehlpass im Mittelfeld wurde Firat für seine Leidenschaft belohnt. Der überragende Sinan Karak schaltete schnell um, scheiterte noch an Keeper Janick Rienass, den Abpraller schob dann Levent Karak zum 1:1 (47.) ins leere Tor.

Leidenschaftlicher Auftritt von Firat

Die beiden nächsten Treffer für die Gäste waren dann Kopien des Ausgleichs. Wieder war es Sinan Karak, der die tiefen Läufe machte und seine Mitspieler Serhat Yavsan (53.) und Levent Karak (62.) bediente, die auf 1:3 stellten. Mit einer Standardsituation verkürzte die Netemeyer-Elf durch Arne Schult zwar auf 2:3 (67.), Sinan Karak stellte den alten Abstand aber wieder her und traf zum 2:4 (82.).

Der abermalige Anschlusstreffer durch Naser Dullay in der Nachspielzeit (90.+4) kam zu spät. „Das war ein leidenschaftlicher Auftritt meiner Mannschaft, auch wenn wir spielerisch noch nachlegen können“, freute sich FC-Trainer Ronnie Wolff. „Der Sieg geht in Ordnung, Firat war einfach effektiver“, meinte Netemeyer.

VfL Westercelle II – SSV Südwinsen 5:1 (2:1)

Mit einem Paukenschlag ist die Landesliga-Reserve aus Westercelle in die Saison gestartet. Gegen einen der Favoriten des Celler Oberhauses gab es einen auch in der Höhe verdienten 5:1-Sieg. „Das schnelle 3:1 nach der Pause hat für uns die Weichen auf Sieg gestellt“, meinten die beiden Trainer Timo Papendieck und Jonas Sieme.

Der neutrale Beobachter musste sich über die instabile Abwehr der Südwinser wundern, die bis auf Neuzugang Bedil Yavsan in der Formation der Vorsaison auflief. Die beiden VfL-Offensivakteure Theo Bischoff und Arnas Saulys überliefen die Viererkette nach Belieben und zeichneten für alle fünf Treffer verantwortlich. Saulys netzte dreimal ein, Bischoff traf zweimal. „Schon in der Vorbereitung haben wir unsere gute Form gezeigt“, erklärte Papendieck.

TuS Celle FC – MTV Langlingen 3:3 (0:3)

Zur Halbzeit noch tief deprimiert und nach Spielschluss durchaus zufrieden – so war die Gemütslage von Celles Coach Eike Mach. „Das war eine sehr große Moral, die wir im zweiten Durchgang gezeigt haben“, so Mach. In den ersten 45 Minuten lief nicht viel zusammen beim Gastgeber, Konsequenz waren die drei Treffer durch Tristan Santelmann (15. und 40.) und Moritz Jäger (19.) zur klaren Langlinger Halbzeitführung.

Nach der Pause stellte TuS um, wollte aber nicht früh die Abwehr entblößen. „Wir haben gehofft, durch einen Treffer zurück ins Spiel zu kommen“, begründete Mach die Marschroute. So kam es dann auch: Dennis Iwastschenko (71.) traf zum 1:3 und nährte die Hoffnungen, Neuzugang Paul Morgenstern stellte zehn Minuten später den Anschluss zum 2:3 her. In der Nachspielzeit sicherte Gibril Badije mit seinem Treffer den Cellern einen Punkt.

SC Vorwerk – SG Lachendorf/Beedenbostel 1:3 (0:2)

Vorwerks neuer Trainer Stefan Täubert sah den Grund für die Auftaktniederlage in der verschlafenen Anfangsphase. „Wir haben in den ersten 30 Minuten keinen Zugriff gehabt und sind nur hinterhergelaufen“, erklärte er. Aus dieser Zeit resultierte der 0:2-Rückstand.

Im Anschluss nahm der Bezirksliga-Absteiger den Kampf an und erspielte sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. „Wir haben zwei Pfostenschüsse gehabt, die uns zurück ins Spiel bringen können“, berichtete Täubert. Der Anschlusstreffer in der letzten Minute durch Louis-Max Bartz kam zu spät, um noch einen Punkt zu sichern, zumal Maximilian Bethe kurz darauf für die Gäste zum 1:3 (90.) traf. „Ein Remis wäre gerecht gewesen“, meinte Täubert.

TS Wienhausen – SV Nienhagen 5:2 (4:0)

Die Kicker aus dem Klosterort Wienhausen haben nach der Schilderung von Trainer Christian Hilse eine überragende erste Halbzeit abgeliefert und damit den Grundstein für einen durchaus überraschenden Erfolg gelegt. Zur Pause stand es bereits 4:0, Luca Neumann traf doppelt. „Das ist ein Mega-Ergebnis und war so nicht vorhersehbar“, freute sich Hilse. Zur Halbzeit musste der Coach seine Innenverteidigung notgedrungen umstellen und Nienhagen kam durch zwei „schusselige“ Elfmeter durch Tim-Jannik Voges (59. und 72.) zurück ins Spiel. „Da hat Nienhagen seine Qualitäten gezeigt“, meinte der TS-Coach.

Auch wenn der Turnerschaft am Schluss ein wenig die Kraft gefehlt hat, machte Youngster Melvin Damster mit seinem 5:2 (89.) alles klar. „Wir haben den Schwung aus dem Sieg im Flotwedel-Cup mitgenommen und verdient gewonnen“, meinte Hilse.

SC Wietzenbruch – TuS Oldau-Ovelgönne 0:6 (0:3)

Mit einer deftigen Klatsche ist der SC Wietzenbruch in die neue Saison gestartet, die eigentlich nicht so eine Zittersaison werden sollte wie die vergangene. Die beiden Wietzenbrucher Trainer Sascha Klein und Oliver Seinsch waren leider nicht bereit, sich nach dem Desaster zu äußern. Der Gast aus Oldau zeigte am Alten Kanal von Beginn an, wer das Spiel für sich entscheiden will. Der ehemalige Oberliga-Spieler des MTV Eintracht Celle, Philip Köhler, brachte seine Farben mit einem Doppelpack (5. und 36.) schnell auf die Siegerstraße. Mit dem Tor von Kai Washausen (38.) war das ungleiche Duell dann bereits zur Halbzeit entschieden. Egal was die Hausherren sich nach dem Wechsel vorgenommen haben, es hat nicht gereicht. Wieder war es Köhler, der traf und auf 0:4 (52.) stellte. Louis Wagner (64.) und Washausen (73.) machten dann das halbe Dutzend voll.

MTV Eintracht Celle II – TuS Eschede 1:3 (0:1)

Völlig bedient war Eintracht-Coach Emin Kiy nach dem Abpfiff. Er haderte mit einer „Vielzahl von Fehlentscheidungen“ des Schiedsrichtergespanns, wie er betonte. „Wir bekommen zwei klare Elfmeter nicht und Eschede wird sogar ein Strafstoß geschenkt“, motzte er. Darüber hinaus sei die Ampelkarte für Jordon Bergmann (78.) völlig unbegründet, vielmehr hätte Eschede nach einem groben Foul an Yalcin Ozan dezimiert weiterspielen müssen, so Kiy. Die frühe Führung durch Sebastian Horstmann (6.) glich Milan Ersu aus (70.), wieder Horstmann (74.) und Daniel Müller per Elfmeter (90.+2) sicherten den Eschedern dann die drei Punkte.