Kreisliga Celle

Oldau und Bröckel marschieren am Doppelspieltag

Beim Doppelspieltag der Celler Fußball-Kreisligisten sorgte der SC Vorwerk für Aufsehen: Der 60-jährige Spartenleiter Ulli Matthesius gab sein Comeback.
  • Von Jens Tjaden
  • 03. Okt. 2022 | 19:42 Uhr
  • 03. Okt. 2022
Wietzenbruchs Oliver Stresing (links) will gegen den Westerceller Arnas Saulys (rechts) klären. Am Ende erkämpft sich Außenseiter Wietzenbruch ein Remis.
  • Von Jens Tjaden
  • 03. Okt. 2022 | 19:42 Uhr
  • 03. Okt. 2022
Anzeige
Celle.

Beim Doppelspieltag in der Fußball-Kreisliga am Samstag und dem Tag der Deutschen Einheit sind überraschende Ergebnisse ausgeblieben. Am Samstag gab es in Bröckel allerdings eine seltene Besonderheit. Vorwerks 60-jähriger Fußball-Spartenleiter Ulli Matthesius wurde aufgrund von Personalnot gegen Bröckel eingewechselt und spielte 75 Minuten. Es gab auch zwei Spielausfälle: In Eschede wurde das Duell mit Wienhausen wegen Unbespielbarkeit des neuen Rasens abgesagt, und der MTV Eintracht Celle II hatte nicht genug Personal, um gestern in Sülze antreten zu können.

Nienhagens Marlow Bajus (links) sprintet Richtung Tor, im Hintergrund Altencelles Sascha Tihonov.

Sechs-Punkte-Wochenende für TuS Oldau-Ovelgönne

Tabellenführer TuS Oldau-Ovelgönne hatte ein optimales langes Wochenende. Während es am Samstag beim 4:0-Sieg über MTV Eintracht Celle II noch nach der Erfüllung der erfolgreichen Pflichtaufgabe aussah, war es beim knappen 2:1-Heimsieg im Duell mit Eschede sehr viel anstrengender. Nach einer verkorksten ersten Halbzeit wechselte Trainer Oliver Tietz mit Sören Schulz und Jonas Feldkamp zwei spielstarke Akteure ein, die dann die Wende brachten.

Beide Hausherren-Treffer erzielte Gerard Kohsen, per Kopf nach Freistoßflanke von Philip Köhler (57.) und durch Volleyschuss von der Strafraumgrenze (80.). Beide Teams haderten mit etlichen Schiedsrichterentscheidungen. „Es war das erwartet schwere Spiel, mit dem Wochenende bin ich sehr zufrieden“, sagte Tietz.

Optimale Ausbeute auch für TuS Bröckel

Auch Bröckel ging mit sechs Punkten aus dem Doppelspieltag. Das Duell mit stark ersatzgeschwächten Vorwerkern war dabei eher ein Spaziergang. Dass die Partie überhaupt angepfiffen und zu Ende gespielt wurde, ist dem fairen Verhalten der Celler zu verdanken. Bereits in der 16. Spielminute musste der einzige Auswechselspieler der Gäste aufs Feld, mit Ulli Matthesius kam der 60-jährige Fußball-Spartenleiter aufs Feld, der zufällig seine Sporttasche dabei hatte und kurzfristig einsprang. „Wir wollten uns fair verhalten und dem Gegner Respekt zollen“, meinte Matthesius über ein Spiel, welches durchaus auch wegen Personalmangels hätte abgebrochen werden können. Über seine Person redete er im bemerkenswerten Fußballjargon: „Ich bin einfach bekloppt“, so das Vorwerker Urgestein.

Für Bröckel war es am Montag in der Partie beim FC Firat Bergen lange eng, ehe Mattis Lüters (51.) und Brian Baars (57.) aus dem 1:1 zur Halbzeit einen 3:1-Sieg für den Aufsteiger machten.

SV Altencelle setzt Aufholjagd fort

Altencelles Coach Claus Netemeyer war zwiegespalten nach den Leistungen in den beiden Partien. Beim 5:0-Sieg in Nienhagen lieferte seine Elf ihr bestes Saisonspiel ab. Besonders der erste Durchgang war nahezu fehlerfrei. „Wir konnten uns sogar erlauben, nach einer Stunde vier Leistungsträger auszuwechseln“, freute er sich.

Altencelles Marc Matthesius schießt im Fallen aufs Nienhäger Tor. Er traf beim 5:0-Sieg zum 3:0.

In Vorwerk sah er seine Mannschaft zwar total feldüberlegen, er vermisste aber den Willen und das Durchsetzungsvermögen für einen klaren Sieg. Sentimental wurde es, als Altencelles Neuzugang und Ex-Vorwerker Marc Matthesius nach seinem verwandelten Foulelfmeter zum 0:1 (10.) zur gegnerischen Bank lief und seinen Vater Ulli umarmte. „Das war ein sehr schönes Gefühl für mich“, so der Senior mit feuchten Augen, der über den Farbwechsel seines Sohnes nicht böse ist.

MTV Langlingen setzt sich oben fest

Langlingen hat sich mit vier Punkten zwar auf Rang drei vorgeschoben, Trainer Nico Strehl ist über das Remis gegen Firat Bergen allerdings „not amused“. „Wir führen kurz vor Schluss und lassen uns durch einen langen Ball überraschen und kassieren den Ausgleich“, motzte er. Zumal er vor dem 3:3 für die Gäste zwei klare Chancen seiner Elf gesehen hat, die den Sieg bedeutet hätten. Der 4:0-Erfolg in Lachendorf wurde gegen offensiv harmlose Gastgeber souverän heruntergespielt.

VfL Westercelle II patzt gegen Wietzenbruch

Der bisherige Tabellendritte Westercelle II hinterließ besonders am Montag viele enttäuschte Gesichter. Das 2:2-Remis unter den Sülzer Eichen war auf Grund des starken Kontrahenten noch zu akzeptieren. Das Stadtderby mit Wietzenbruch passte dagegen eher in die Kategorie „Grottenkick“. „Wir haben uns immer mehr dem schwachen Niveau von Wietzenbruch angepasst und sind sehr enttäuscht über die verlorenen Punkte“, meinte Trainer Jonas Sieme.

VfL-Spieler Valentino Ehbrecht (links) geht mit Wietzenbruchs Amadou Wachner (rechts) ins Laufduell.

Besonders vermisste er die Führungsspieler, die Charakter zeigen und die Mannschaft durch solch schwierige Phasen führen. Den Führungstreffer durch VfL-Torjäger Arnas Saulys (58.) glich Routinier Marcel Döhrmann in der Endphase aus (84.). Wietzenbruch bleibt damit auf einem Abstiegsrang.

TuS Celle FC bleibt an Spitzengruppe dran

Eike Mach erzielte mit seinem TuS Celle FC zwar auch nur einen Sieg am Wochenende, zeigte sich aber dennoch zufrieden mit den Auftritten seiner Schützlinge. Das Stadtderby mit abstiegsbedrohten Wietzenbruchern wurde nach einer schwierigen Anfangsphase, in dem der Kampf im Vordergrund stand, souverän mit 4:1 gewonnen.

Das Aufeinandertreffen mit Aufsteiger Nienhagen war hingegen ein offenes, hart umkämpftes Spiel mit einem letztlich leistungsgerechten 1:1. Der SVN war bereits mit dem ersten Angriff durch Levin Überheim in Führung gegangen (1.) und hätte danach durchaus höher führen können. In starken 20 Minuten nach dem Pausentee erzielten die TuSler durch Paul Morgenstern den Ausgleich (66.). Danach sah Mach auf beiden Seiten einige Chancen, die allesamt ungenutzt blieben. „Nach der fehlerhaften ersten Halbzeit haben wir es besser gemacht und uns den Punkt verdient“, meinte er.