Kreisliga Celle

Kreisligist TuS Bröckel zeigt tolle Mentalität

Die Kreisliga-Aufsteiger SV Nienhagen und TuS Bröckel holen die ersten Siege. Der SC Vorwerk steht hingegen noch ohne Punkte da.
  • Von Jens Tjaden
  • 21. Aug. 2022 | 21:18 Uhr
  • 21. Aug. 2022
Lufthoheit: Bröckels Bjarne Knitter klärt vor Eschedes Dennis Runge.
  • Von Jens Tjaden
  • 21. Aug. 2022 | 21:18 Uhr
  • 21. Aug. 2022
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Celle.

Einige Verlierer des 1. Spieltags in der Fußball-Kreisliga haben sich rehabilitiert und die ersten Punkte eingefahren. Der SV Nienhagen siegte 3:2 beim TuS Oldau-Ovelgönne, der SV Altencelle fertigte die SG Lachendorf/Beedenbostel mit 6:0 ab und der SSV Südwinsen behielt gegen die Oberliga-Reserve des MTV Eintracht Celle II mit 3:1 die Oberhand.

Der FC Firat Bergen erhielt wieder einen Platzverweis und unterlag mit 1:4 verdient dem TuS Celle FC. Bereits am Freitagabend fertigte die TS Wienhausen den Bezirksliga-Absteiger SC Vorwerk mit 7:0 ab und bleibt mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten Tabellenführer. Eintracht II, SC Wietzenbruch und Vorwerk sind punktlos im Tabellenkeller.

TuS Eschede - TuS Bröckel 2:5 (2:2)

Aufsteiger TuS Bröckel hat in der Fußball-Kreisliga mit einem 5:2-Sieg beim TuS Eschede drei verdiente Punkte vom Brunshagen entführt und ist optimal in die Saison gestartet. Der Gast trat zu Ehren des kürzlich auf einer Baustelle am Wilhelm-Heinichen-Ring tödlich verunglückten Kindes mit Trauerflor an. Außerdem gab es eine Gedenkminute.

Bröckel liegt früh vorne

Nach der Sommerpause und dem verlegten Auftaktduell gegen TuS Eversen-Sülze war Bröckel im Gegensatz zu Gastgeber Eschede vom Anpfiff an hellwach. Die Elf der Trainer Sören Soltendieck und Torsten Gers verschlief die Anfangsminuten dagegen komplett und verteilte Geschenke. Gleich viermal wurde es Bröckel leicht gemacht zu treffen – durch Treffer von Brian Baars (5.) und Phil Schulze-Wiedenroth (9.) lagen sie schnell mit 2:0 vorne. Keeper Max Fahr sah bei beiden Toren nicht gut aus, zudem es fehlte die Abstimmung mit seinen Vorderleuten.

Eschede verkürzt

Nach 20 Minuten schien Eschede ausgeschlafen zu haben und übernahm die Spielführung. Der Anschlusstreffer durch Dennis Runge (25.) wurde überragend vorbereitet. Johannes Schröder und Kevin Schöneck spielten am rechten Flügel mit einem Doppelpass gleich drei Bröckeler aus, Schöneck legte den Ball mustergültig vors Tor, wo Runge keine Mühe hatte zu vollenden.

Eschedes Dennis Runge (am Ball) wird von den Bröckelern Bjarne Knitter und Christian Schomburg (rechts) angegriffen.

Noch vor der Pause glichen die weiter überlegenen Hausherren dann aus. Schröder wurde aus dem Mittelfeld freigespielt, lief in den Strafraum und wurde von Paul Kampe zu Fall gebracht. Entgegen der alten Fußballregel trat der Stürmer selber an und traf zum Ausgleich (45.). „Nach dem Ausgleich mussten wir befürchten, dass das Spiel kippt. Wie wir uns dann zurückgekämpft haben, war richtig stark“, freute sich Bröckels Coach Bernd Schäfer.

"Müssen wir cleverer verteidigen"

Im zweiten Durchgang zeigten die Gäste dann die bessere Mentalität, warfen sich in jeden Zweikampf und ließen bei Eschede keinen Spielfluss aufkommen. Bezeichnend für den größeren Biss war Piet Schmidt, der mit seinen tiefen Läufen für große Gefahr sorgte und zwei Elfmeter erzwang. „Diese Situationen müssen wir cleverer verteidigen“, motzten die beiden Escheder Trainer.

Soltendieck bemängelt Mentalität

So durfte Brian Baars nach den berechtigten Pfiffen des souveränen Schiedsrichters Mohammed Ibrahimov zweimal vom Elfmeterpunkt ran und verwandelte jeweils eiskalt zum 2:3 und 2:4 (65. und 71.). Eschede war fortan mehr mit sich selbst beschäftigt, als konsequent weiterzuspielen. „Bei uns fehlt es derzeit an den Grundlagen, vor allem müssen wir eine andere Mentalität zeigen“, kritisiert Soltendieck seine Kicker.

Das letzte Tor der Gäste war dann gekonnt herausgespielt. Nach einem langen Ball wurde die Kugel aus dem Strafraum heraus abgelegt – und Finn-Matthis Surburg schoss mit einem strammen Schuss von der Strafraumkante zum 5:2 (78.) ein.

FC Firat Bergen – TuS Celle FC 1:4 (1:1)

Auch im Duell mit dem TuS Celle FC musste Firat wieder lange Zeit in Unterzahl agieren – wie bereits beim Sieg in Altencelle am 1. Spieltag. Dieses Mal ging das aber nicht gut. Nach einem Remis zur Halbzeit kassierte die kurdische Elf erneut einen unnötigen Platzverweis für Jiyan Sacik (48.). Gestern führte diese Undiszipliniertheit aber nicht zu einer Trotzreaktion, weil die Celler einfach zu clever agierten. „In Unterzahl war es schwer, weil wir auch schnell das 1:2 kassieren“, berichtet FC-Coach Ronnie Wolff.

Die Mach-Elf agierte mit einem kompakten Mittelfeld und beraubte die Berger damit ihrer spielerischen Stärke. Die letzten Hoffnungen der Hausherren zerstörte Gibril Badije mit einem Doppelpack zum 1:4 (85. und 87.). Nach der Willensleistung beim Remis gegen Langlingen nach einem 0:3-Rückstand sind die Celler damit im Soll.

TuS Oldau-Ovelgönne – SV Nienhagen 2:3 (1:2)

Oldaus Trainer Oliver Tietz nahm kein Blatt vor den Mund und sprach von einer verdienten Niederlage seiner Mannschaft. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen, da war Nienhagen klar besser“, meinte er. Trotz der Überlegenheit der Gäste ging Oldau durch Philip Köhler mit 1:0 (23.) in Führung. Noch vor der Pause drehte der Aufsteiger durch Treffer von David Koch (35.) und Tim Jannik Voges (45.) das Spiel, ließ dabei aber noch drei weitere Hochkaräter liegen.

Im zweiten Durchgang sah Tietz ein ausgeglichenes Duell, am Ende fehlte es seiner Elf allerdings an der Substanz, um neben dem Anschlusstreffer durch Maximilian Reineke zum 2:3 (82.) wenigstens noch einen Punkt zu retten. „Unser Kader ist einfach zu dünn, um am Ende noch reagieren zu können“, so Tietz.

SG Lachendorf/Beedenbostel – SV Altencelle 0:6 (0:3)

„Ich will mich eigentlich nicht beklagen, aber mit so einer dünnen Personaldecke können wir nicht mithalten“, meinte der deprimierte SG-Coach Ilas Ahrens. Ihm standen nur zwölf Spieler zur Verfügung – und er musste nach der Handverletzung von Torwart Florian Bruns einen Feldspieler ins Tor stellen. So durften Altencelle nach Belieben agieren und war um Klassen besser.

Nach ihrem dürftigen Vortrag in der Vorwoche schossen sich Naser Dullaj mit drei Treffern und Nils Wittenburg mit zwei Toren den Frust von der Seele. Trotz der sechs Treffer ging Altencelle an diesem Tag noch sehr verschwenderisch mit seinen Chancen um. „In der nächsten Woche gehen wir hoffentlich mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft an den Start“, hofft Ahrens auf bessere Zeiten.

MTV Langlingen – VfL Westercelle II 3:2 (1:1)

Viele alte Bekannte durfte Langlingens Coach Nico Strehl als ehemaliger Westerceller Jugendtrainer begrüßen. „Ich wollte aber keine Geschenke verteilen“, sagte er mit einem Lächeln. Seine Schützlinge waren dann aber doch in Geberlaune und ließen zwei Führungen der Gäste zu. Beim ersten Gegentreffer narrte Arnas Saulys seinen Gegenspieler, das zweite Gäste-Tor resultierte aus einem Elfmeter. „Wir haben den Kampf angenommen und damit die Führung nicht wieder verspielt“, so Strehls Hinweis auf das Remis in der Vorwoche nach 3:0-Führung. Mit dem 3:2 im Rücken scheiterte Tristan Santelmann noch dreimal am überragenden VfL-Keeper Jan Lindner.

SSV Südwinsen – MTV Eintracht Celle II 3:1 (0:0)

Die klare 1:5-Schlappe beim VfL Westercelle II hat Südwinsen sehr gut verdaut und das zweite Reserveteam eines höherklassigen Clubs in der Kreisliga verdient mit 3:1 besiegt. „Wir waren über die meiste Zeit feldüberlegen, damit ist der Sieg am Ende auch verdient“, meinte SSV-Coach Bastian Krämer.

Nach einem torlosen Remis zur Pause ging Eintracht nach dem Seitenwechsel durch Sifyan Jalal Ali (50.) in Führung. Danach gab es wie schon in der Vorwoche wieder ein gewisses Durcheinander im Spiel des SSV und Krämer schwante Böses. Die Defensive benötigte einige Zeit, um sich wieder zu stabilisieren. In der Schlussphase gaben wohl die größeren Kraftreserven den Ausschlag. Es dauerte dann bis zur 83. Minute, bis Abwehrchef Mike Trautmann ausglich. Hendrik Ziemke (89.) und Erwin Oldenburger (90.) trafen dann spät zum ersten Heimsieg. „Eintracht hat uns das Leben lange schwer gemacht“, erklärte Krämer.

TuS Eversen-Sülze – SC Wietzenbruch 5:2 (4:2)

Eversen ist erfolgreich in die junge Kreisliga-Saison gestartet und hat Wietzenbruch die zweite Niederlage beigebracht. In den ersten 20 Minuten wechselten sich Eversens Moritz Stahlmann (4. und 13.) und Maik Miller (7. und 20.) im Toreschießen ab und es stand 2:2. Marcel Mundiens (26.) und Jannik Erdt (28.) brachten die Hausherren dann im guten ersten Durchgang mit 4:2 in Front.

Zur Halbzeit stellte Wietzenbruch um, Marcel Döhrmann spielte fortan Innenverteidiger und verschaffte der Defensive viel Stabilität. Eher ungewollte investierte Eversen weniger und die Gäste waren fortan wesentlich stärker. „Unsere erste Halbzeit war um einiges besser, wir müssen nach dem Wechsel mehr machen“, meinte Eversens Coach Sven Ewert. Das Zurückschalten wurde dann aber nicht bestraft, mit dem Schlusspfiff machte Mundiens mit seinem 5:2 (90.) alles klar.