Kreisliga Celle

Glücklicher Derbypunkt für SV Altencelle

Während das eine Celler Stadtderby ohne Sieger endet, muss im anderen der SC Vorwerk gegen Westercelle II die nächste Pleite hinnehmen.

  • Von Jens Tjaden
  • 23. Okt. 2022 | 20:40 Uhr
  • 24. Okt. 2022
Celles Dennis Ly (links) und Altencelles Jan Kindermann gehen in den Zweikampf.
  • Von Jens Tjaden
  • 23. Okt. 2022 | 20:40 Uhr
  • 24. Okt. 2022
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Celle.

Die Celler Fußball-Kreisliga zeigt sich auch nach dem zehnten Spieltag als sehr ausgeglichen. Den Tabellenführer trennen nur neun Punkte vom zehnten Platz. An der Spitze gab es erneut einen Wechsel. Nach der Niederlage des bisherigen Leaders TuS Oldau-Ovelgönne (1:2 gegen Langlingen) ist Bröckel nach einem 4:0 in Lachendorf wieder auf dem Platz an der Sonne. Vorwerk kassierte gegen Westercelle II die zehnte Pleite und ist weiter punktlos. Die Oberliga-Reserve des MTV Eintracht Celle II nimmt drei überraschende Punkte aus Nienhagen mit.

SV Altencelle – TuS Celle FC 1:1 (0:0)

Das Celler Stadtderby in der Fußball-Kreisliga zwischen SV Altencelle und dem TuS Celle FC am Föscherberg endete letztlich glücklich für die Hausherren mit einem 1:1 (0:0). „Mit dem Remis können wir nach unserem starken Auftritt nicht zufrieden sein“, sagte ein etwas enttäuschter TuS-Coach Eike Mach. Die Rahmenbedingungen hätten nicht besser sein können für die 22 Kicker auf dem Rasen. Beide Seitenlinien waren gut besetzt mit Zuschauern. Auf der Seite des Altenceller Sportheims standen die heimischen Fans und auf der Gegenseite die TuS-Sympathisanten. Das Geläuf war, wie gewohnt, sehr gut präpariert und es herrschte optimales Fußballwetter.

Finaler Pass fehlt

Das Spiel war gut anzusehen, in beiden Reihen waren viele technisch versierte Fußballer am Start, die den Ball gekonnt laufen ließen. In den Strafräumen war jedoch relativ wenig los, weil der finale Pass nicht den richtigen Abnehmer fand. Es dauerte fast eine Viertelstunde, bis zum ersten Mal ein Raunen über die Zuschauerlippen kam. Nach einer Ecke setzte Altencelles Kapitän Christoph Baumann seinen Kopfball aber neben das Tor.

Altencelles Nils Wittenberg (links) im Duell mit Celles Dennis Iwastschenko.

Auf der Gegenseite hätte es die Gästeführung geben müssen. Jerrik-Steffen Kähler erlief einen Querpass vor dem Strafraum von Janick Rienass, hatte wohl zu viel Zeit zum Überlegen und scheiterte am SVA-Keeper. Danach waren die TuSler spielbestimmend und hatten eine lange Drangphase. Außer einem Distanzschuss von Paul Morgenstern, der geblockt wurde, und einem Kopfball von Kheiri Hassan Findi waren allerdings wenig gelungene Offensivaktionen zu sehen.

Becker bringt TuS in Führung

Auch nach dem Wechsel gehörte die erste Aktion den Gästen, Findi scheiterte hierbei am herausstürmenden Torwart Rienass (48.). Kurz danach war es der Youngster Morgenstern, der die Führung überlegt vorbereitete. Seinen langen Ball nahm Mario Becker auf, ließ seinen Gegner stehen und schoss aus spitzem Winkel über den verdutzten Rienass hinweg zum 0:1 (54.) in die Maschen.

Danach hatte Altencelle zwar die höheren Ballbesitzanteile, der SVA spielte aber zu behäbig. Immer wieder wurde quer oder zurückgespielt, es fehlte der tiefe Ball, um die gut gestaffelte Gästedefensive auszuspielen. Der kurz zuvor eingewechselte Gibril Badije hatte dann die Entscheidung auf dem Fuß. Statt mit Tempo am Torwart vorbeizuziehen, wählte er nach seinem Alleingang die Schussvariante und scheiterte (80.).

Glücklicher Ausgleich für SVA

Auf der Gegenseite kamen die Hausherren zum glücklichen Ausgleich. Ein Freistoß von der rechten Seite rutschte über alle Köpfe hinweg zu Christoph Baumann, der sicher zum 1:1 (84.) einnetzte. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich zufrieden, es hat aber der Druck nach vorne gefehlt“, so das Schlusswort von SVA-Trainer Claus Netemeyer.

Altencelles Sascha Tihonov (links) kommt vor Celles Dennis Iwastschenko an den Ball.

TuS Eversen-Sülze – SSV Südwinsen 2:2 (1:0)

Natürlich war Eversens Trainer Sven Ewert nach dem Remis am Samstag gegen Südwinsen enttäuscht. Seine Elf hatte nach zwei Treffern von Moritz Stahlmann (19. und 52.) und einem verschossenen Elfmeter in der Schlussminute die Chance zum Erfolg zweimal verspielt. Unterm Strich sprach Ewert aber von einer gerechten Punkteteilung. „Wir mussten uns alles hart erkämpfen, am Ende hat dann etwas die Kraft gefehlt“, sagte Ewert. Den Zwei-Tore-Rückstand egalisierte Robin Ohlde durch einen Doppelschlag (78. und 81.). Aus der Enttäuschung für Eversen hätte dann noch großer Jubel werden können. Nils Rogge scheiterte allerdings mit einem Elfmeter an Daniel Peth (90.). So bleibt Eversen in der unteren Tabellenhälfte.

TuS Oldau-Ovelgönne – MTV Langlingen 1:2 (0:0)

Nach einer überaus ärgerlichen Heimniederlage gegen Langlingen hat Oldau die vierwöchige Tabellenführung verspielt. „Aufgrund unserer dünnen Personaldecke bin ich mit der Leistung, aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden“, meinte Trainer Oliver Tietz.

Nach einem torlosen Seitenwechsel beschenkten die Hausherren den MTV. Als Torwart Christopher Lüke und Innenverteidiger Jannik Gert sich nicht einig waren, schaltete Thorge Smid schnell und traf zum 0:1 (60.). Nach dem Ausgleich durch Kai Washausen (71.) nutzte Langlingen einen gelungenen Angriff zum Siegtreffer wieder durch Smid (83.). Tietz beklagte das überharte Spiel der Gäste, die aus seiner Sicht nicht zu elft hätten zu Ende spielen dürfen.

TS Wienhausen – FC Firat Bergen 0:2 (0:0)

Nach Spielschluss war TSW-Trainer Christian Hilse total sauer. „Erst belohnen wir uns nicht und dann wird das Spiel durch einen fragwürdigen Elfmeter entschieden“, motzte er. Er sprach damit den späten Führungstreffer durch Ayhan Cango an, der sicher vom Punkt verwandelte (87.). Zu Beginn hatte Wienhausen das Spiel im Griff, überzeugte spielerisch und stellte Firat des Öfteren ins Abseits. Außerdem hatten sie mehrfach die Führung auf dem Fuß, vergaben aber jeweils kläglich, weil Mitspieler oder der Torwart angeschossen wurden. Firat war da wesentlich abgeklärter und entschied durch Acat Saciks späten Treffer das Duell endgültig (90.)

SG Lachendorf-Beedenbostel – TuS Bröckel 0:4 (0:2)

Der Lachendorfer Pokalerfolg am letzten Wochenende hat nicht auf die Kreisliga abgefärbt. Der starke Aufsteiger aus Bröckel fuhr einen nie gefährdeten Sieg ein und nahm verdient drei Punkte mit auf die Heimreise. Die Pausenführung durch Lukas Ahammer (14.) und Brian Baars (33.) bauten Dennis Rehme (60.) und Piet Schmidt (65.) aus. „Wir mussten mit zehn Spielern zu Ende spielen und waren dadurch chancenlos“, meinte ein deprimierter SG-Trainer Ilas Ahrens. Durch den Erfolg in Lachendorf und die gleichzeitige Oldauer Niederlage ist Bröckel wieder Spitzenreiter des Celler Oberhauses.

SC Vorwerk – VfL Westercelle II 0:4 (0:2)

Vor dem Anpfiff hatte Vorwerks Stefan Täubert durchaus die Hoffnung auf die ersten Punkte für den Bezirksligaabsteiger. Da mit Kevin und Thomas Bühringer allerdings kurz vor dem Treffpunkt noch zwei Stammkräfte abgesagt hatten, fehlte es dem Kader wieder an Qualität. Die Gäste aus Westercelle waren dann reifer in der Spielanlage und auch läuferisch besser. In Malte Stellmach hatten sie zudem den Matchwinner, der gleich dreimal traf. Der frühe Führungstreffer des Stürmers war aus Vorwerker Sicht ein Gastgeschenk (8.). Nach den weiteren Toren durch Stellmach (40. und 48.) war das ungleiche Duell dann entschieden. Zudem traf Jonathan Fritz zum 4:0-Endstand (86.).

SV Nienhagen – MTV Eintracht Celle II 2:3 (1:2)

Von der schlechtesten ersten Halbzeit seiner Mannschaft in dieser Saison sprach ein frustrierter Trainer Jens Gebler. „Wir haben nicht unsere erwartete Leistung auf den Platz gebracht“, kritisierte er. Das 0:1 (11.) durch Malcolm Güler wurde bezeichnenderweise von einem missglückten Querpass vorbereitet. Nach dem schnellen 1:1 (15.) durch Levin Überheim, verschoss David Niklas Koch einen Elfmeter (20.), was für zusätzliche Verunsicherung sorgte.

Nach einer Standpauke in der Halbzeit und einem Spielerwechsel lief es wesentlich besser für die Hausherren. Ein weiterer Lapsus, durch einen Querschläger, führte dann zur Entscheidung für die Celler durch Toufik Cheriet (88.), auch wenn Jürgen Winter noch verkürzte (90.+3).

TuS Eschede – SC Wietzenbruch 5:1 (4:0)

Sehr froh war Eschedes Trainergespann Sören Soltendieck und Torsten Gers nach dem klaren Erfolg über Wietzenbruch, auch wenn ihre Elf nur eine Halbzeit überzeugte. „Wir haben vor dem Anpfiff eine überzeugende Einstellung gefordert, die wurde auch mehr als eine Stunde lang gezeigt“, sagte Soltendieck.

Dass die Escheder nach der deutlichen Halbzeitführung nachließen, ist verständlich und auch durch viele Krankheitsfälle begründet. „Wir haben konditionell immer mehr abgebaut“, berichtete Soltendieck. Die letzten 20 Minuten war es ein unansehnlicher Kick, denn Eschede wollte nicht und Wietzenbruch konnte nicht.