HSV-Idol zu Besuch bei Eintracht

Wie Uwe Seeler Celler Jugendspieler motivierte

Der berühmte HSV- und Nationalspieler Uwe Seeler ist gestorben. Joachim Borken erzählt, wie der ehemalige Profi 1985 die Celler Eintracht-Jugend besuchte.

  • Von Katharina Jäger
  • 09. Aug. 2022 | 12:03 Uhr
  • 09. Aug. 2022
Uwe Seeler (Mitte) ist mit Max Lorenz (rechts daneben) bei der Fußballjugend der damaligen SV Eintracht Celle zu Gast. Links neben Uwe Seeler steht Eintracht-Fußballjugendleiter Willy Martin.
  • Von Katharina Jäger
  • 09. Aug. 2022 | 12:03 Uhr
  • 09. Aug. 2022
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Celle.

„Uwe Seeler ist einmalig, so jemanden gibt es nicht nochmal.“ Nicht nur sein Fußballtalent und seine Tore hätten ihn ausgezeichnet, sondern auch seine Menschlichkeit und dass er sich so viel Zeit für seine Fans nahm, sagt Joachim Borken, ehemaliger Celler Fußballjugendtrainer und Schiedsrichter. Er hat den berühmten HSV- und Nationalspieler selbst nur einmal persönlich getroffen: Bei seinem Besuch bei der Fußballjugend der damaligen SV Eintracht Celle am 2. Juli 1985. Borken trainierte zu der Zeit die B-Jugend.

Seelers Besuch war ein Highlight bei der Jugend der damaligen SV Eintracht Celle

Der 77-Jährige erinnert sich noch gut an den Moment zurück. „Die Eintracht-Jungs hatten in den 80er Jahren die besten und erfolgreichsten Mannschaften im Kreis Celle“, erzählt Borken. Ein besonderes Anliegen Seelers sei die Fußballjugend gewesen, die er durch die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes im besonderen Maße unterstützt habe. Er sei vielseitig unterwegs gewesen und habe viele Vereine besucht. So kam Seeler unter anderem auch zu den Nachwuchsspielern der damaligen SV Eintracht nach Celle, um die Jugendarbeit dort zu würdigen und zu unterstützen. „Ein großes Highlight für die Jugendlichen.“

Uwe Seeler (dritte Reihe von hinten, zweiter von links) inmitten seiner Fans: Solche Situationen erlebte der ehemalige Fußballprofi häufiger in seinem Leben.

SV Eintracht Jugend versammelten sich mit ihrem Celler Jugendleiter an der Herrenwiese

Seeler kam auf das Sportgelände an der Herrenwiese, „wo sich eine Vielzahl von Jugendspielern der SV Eintracht mit ihrem Jugendleiter Willy Martin versammelt hatte“, so Borken. Neben Tipps und Fußballweisheiten gab es Bälle für das Vereinstraining.

Joachim Borken: Freundlicher und spaßiger Umgang von Seeler mit den Kindern

„Er ging sehr freundlich und spaßig mit den Kindern um“, lobt der ehemalige Jugendfußballtrainer Seelers Auftreten im Juli 1985. Er habe die Kinder animiert, weiter Fußball zu spielen, auch wenn es mal nicht so gut laufe.“ Das Fußball-Idol spielte auf die Zeit seiner eigenen Verletzung 1965 an, als er sich die Achillessehne riss.

Joachim Borken (Foto), ehemaliger Celler Fußballjugendtrainer und Schiedsrichter hat den berühmten HSV- und Nationalspieler Uwe Seeler selbst nur einmal persönlich getroffen: Bei seinem Besuch bei der Fußballjugend der damaligen SV Eintracht Celle am 2. Juli 1985.

Solchen Fußballbesuch gab es bei SV Eintracht nie wieder

Solch ein Erlebnis wie mit dem einstigen HSV-Spieler gab es im Verein nie wieder. „Ein Franz Beckenbauer würde niemals hierher kommen, um sich in Celle die Jugend anzuschauen“, vergleicht Borken. Und noch etwas hat sich verändert: Während andere Fußballspieler immer wieder wegen eines besseren Angebots den Verein wechseln, ist Seeler immer beim HSV geblieben. „Beeindruckend“, betont Borken, „er hat sich nie durch Geld beeinflussen lassen.“

Uwe Seeler dient als gutes Vorbild für Jugendliche

Der 77-Jährige sieht zu dem Hamburger Ehrenbürger auf, für den am Mittwoch, 10. August, eine öffentliche Trauerfeier im Hamburger Volksparkstadion stattfindet – der NDR überträgt live ab 13.30 Uhr. Seeler sei ein gutes Vorbild für die Jugendlichen. Der Besuch bei der Jugend der damaligen SV Eintracht habe gezeigt, wie populär er auch noch nach seiner aktiven Laufbahn war. Es gebe genügend Jugendliche, die wissen, wer Uwe Seeler sei, und die sich über ihn unterhalten könnten, weiß Borken.