Ausblick 1. Kreisklasse

MTV Ahnsbeck auf bestem Weg zum Aufstieg

Wer ist auf Kurs, wer läuft seinen selbst gesteckten Zielen hinterher? Die CZ zieht Bilanz für die Hinrunde der 1. Fußball-Kreisklasse und wagt einen Ausblick auf die zweite Saisonhälfte. Heute: Die Plätze 1 bis 5.
  • Von Jens Tjaden
  • 10. Jan. 2023 | 13:48 Uhr
  • 10. Jan. 2023
Ahnsbecks Kerim Erkilic auf dem Weg zum 2:0, Eicklingens Torwart Daniel Lotzing ist chancenlos.
  • Von Jens Tjaden
  • 10. Jan. 2023 | 13:48 Uhr
  • 10. Jan. 2023
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Celle.

Anders als in den vergangenen Spielzeiten ist der Aufstiegskampf in der 1. Fußball-Kreisklasse hart umkämpft. Einzig der in der letzten Saison knapp gescheiterte MTV Ahnsbeck steht souverän an der Tabellenspitze. Danach bleibt es aber offen, wer sich den zweiten Aufstiegsrang zum Gang in die Kreisliga schnappt. Nur drei Punkte Abstand bestehen zwischen den Rängen zwei und fünf, auch wenn die Tabelle noch etwas hinkt, da die Teams unterschiedlich viele Spiele absolviert haben. Die Rückrunde soll am Freitag, 3. März, mit der Nachholpartie ASV Faßberg gegen SV Garßen beginnen. Der erste komplette Spieltag folgt dann zwei Tage später.

1. Platz: MTV Ahnsbeck

Der souveräne Tabellenführer MTV Ahnsbeck musste erst am elften Spieltag bei der Niederlage in Garßen den ersten Punktverlust hinnehmen. Dieser Ausrutscher blieb allerdings der Einzige, ansonsten ist die Elf von Trainer Joachim Enders zielsicher durch das Celler Unterhaus marschiert.

„Wir wollen aufsteigen und haben im Pokal bereits gezeigt, dass wir mit einem Kreisligisten mithalten können“, so der MTV-Coach. Im Kreispokal war gegen die Landesliga-Reserve des VfL Westercelle zwar in der ersten Runde Schluss, bei der Mission Aufstieg wirkte dieser Wettbewerb aber ohnehin eher störend.

Die Spieler des MTV Ahnsbeck hatten in dieser Saison viel Grund zum Jubeln.

Nur durch das schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu Bröckel und Nienhagen wurde der Aufstieg im Sommer verpasst, dieses Missgeschick soll jetzt behoben werden. Denn Ahnsbeck ist nochmal stärker geworden und hat die wenigen Abgänge gut kompensiert. „Wir sind in der Abwehr stabiler geworden und haben mit Kerim Erkilic einen guten Stürmer dazubekommen“, erzählt Enders. Gemeinsam mit Jan Enders und Lukas Kowakowski gehen mit 46 Treffern fast zwei Drittel aller Tore auf das Konto des treffsicheren Trios. Bei der Offensivpower sollte es dieses Mal nicht am Torverhältnis scheitern.

2. Platz: SV Garßen

Der langjährige Kreisligist SV Garßen musste den bitteren Gang in die 1. Kreisklasse hinnehmen, hat die Aufgabe aber mit Überzeugung angenommen und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Oberhaus machen.

„Mit dem Tabellenplatz sind wir zufrieden, es hätten aber mehr Punkte sein müssen“, äußerte sich Trainer Fabian Hoffmann kritisch. Aus seiner Sicht waren einige Duelle unnötig eng, da erhofft er sich mehr Souveränität von seinen Schützlingen. Der Glanzpunkt in der Serie wurde beim Sieg über Ahnsbeck abgeliefert, „da haben wir unser Leistungsvermögen ausgeschöpft“, so Hoffmann.

Jonas Lüßmann (links) kann sich mit SV Garßen Hoffnungen auf eine Kreisliga-Rückkehr machen.

Einen eventuellen Aufstieg sieht der Coach allerdings durchaus kritisch, weil die Qualität in der Kreisliga um einiges höher sei. Da wirkt das Abstiegsjahr noch nach. Trotzdem: „Wenn wir aufs Feld gehen, wollen wir auch gewinnen. Sollte es am Ende für den Aufstieg reichen, werden wir den auch annehmen“, meint der Trainer.

3. Platz: 1. FC Celle

Der 1. FC Celle ist erst im Sommer aus der 2. Kreisklasse ins Celler Unterhaus aufgestiegen, hat sich aber sofort wieder in der Spitzengruppe festgesetzt. „Wir wollten eigentlich erst einmal in der neuen Spielklasse ankommen. Dass es so gut läuft, konnte keiner vorhersehen“, freut sich FC-Trainer Erdal Hurma.

Die Celler haben sich schnell dem höheren Niveau in der Liga angepasst und als Team gezeigt, dass sie mithalten können. Ärgerlich waren für Hurma die Pokalniederlage im Elfmeterschießen gegen Dicle Celle und die 5:6-Niederlage in Ahnsbeck. Er schwärmt aber vom guten Niveau in der neuen Spielklasse. „Es macht sehr viel Spaß, in der 1. Kreisklasse wird guter Fußball gespielt“, so Hurma.

Anton Homann (rechts) führt mit Ahnsbeck die Tabelle der 1. Fußball-Kreisklasse souverän an. Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der Vorsaison, will MTV endlich in die Kreisliga aufsteigen. Da möchte auch Laye Aboubakai Jalloh (am Ball) mit dem 1. FC Celle hin.

Den Celler Fußballclub zeichnet eine überaus starke Offensive aus: Mit Laye Aboubakai Jalloh haben sie einen überragenden Knipser in ihren Reihen, der mehr als die Hälfte aller Treffer (21 von 40 Toren) erzielt hat. Dazu kommt mit Mohammed Toukara ein weiterer Torgarant, der bereits achtmal traf.

Um den Kader noch ausgewogener aufzustellen, wurden im Winter drei Neuzugänge mit Kreisliga-Erfahrung verpflichtet, deren Namen Trainer Hurma jedoch nicht preisgeben will. „Wir werden in der Breite und auch in der Spitze noch stärker aufgestellt sein“, freut er sich.

4. Platz: TuS Eicklingen

Das direkte Durchrutschen in die 2. Kreisklasse konnte der TuS Eicklingen im Sommer verhindern – trotz nur eines mickrigen Punktes zur Halbserie. Umso erfreuter ist der neue Coach Marcel Schleinschok, der mit vielen Spielern im letzten Winter aus Wathlingen zum Nachbarclub gewechselt ist, über die aktuelle Spielzeit. „Wir haben im Sommer einen kompletten Umbruch vorgenommen und acht Jugendspieler hochgezogen. Da ist unser Abschneiden durchaus überraschend“, so der Coach. Die Youngster haben sich auf und neben dem Platz gut integriert, mit Max-Luca Dziabel taucht sogar einer davon oben in der Torjägerliste auf.

Eicklingens Simon Korsch (links) ist mit dem TuS gut im Rennen in der 1. Kreisklasse.

Das Ziel, einen Platz unter den ersten vier Teams, hat die Schleinschok-Elf bereits erreicht. Wenn dieser Rang auch zum Saisonende Bestand hat, wäre der Übungsleiter sehr zufrieden. „Sollte es noch zum zweiten Platz und damit dem Aufstieg reichen, würden wir das auch annehmen“, sagt er verschmitzt.

5. Platz: TuS Hohne-Spechtshorn

Der langjährige Kreisklassenclub TuS Hohne-Spechtshorn hat einen holprigen Start in die Saison hingelegt, sich danach aber gefangen und steht zurecht im oberen Tabellendrittel. Mit Emil Hein, Vincent Häveker und Lennart Lumma hat Coach Julian Latza drei Jugendspieler in den Kader integriert, die stark performen. Lumma traf bereits neunmal und hat sich zu einem gefährlichen Stürmer entwickelt.

Emil Matteo Hein (links) vom TuS Hohne-Spechtshorn im Laufduell mit Ahnsbecks Jonas Adrian Enders (rechts).

„Der Wendepunkt war unser Sieg gegen Faßberg, danach fühlte sich die Mannschaft sicherer“, berichtet Latza. Vor der Rückserie will der frischgebackene B-Lizenz-Inhaber an der mangelhaften Konstanz arbeiten. „Gegen die Spitzenteams halten wir gut mit, gegen schwächere Mannschaften gibt es unnötige Niederlagen“, ärgert sich der 33-Jährige.