Ausblick 1. Kreisklasse

Mittelfeld-Quartett auf Schlagdistanz

Kann das Mittelfeld-Quartett um Groß Hehlen, Hambühren, Dicle Celle und Meißendorf noch in den Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz eingreifen? Die CZ zieht Bilanz für die Hinrunde der 1. Fußball-Kreisklasse und wagt einen Ausblick auf die zweite Saisonhälfte. Heute: Die Plätze 6 bis 9.
  • Von Jens Tjaden
  • 11. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 11. Jan. 2023
Dieser Sturm flaut niemals ab: Groß Hehlens Michael Sturm (am Ball, im Spiel gegen die Altenceller Daniel Seelig, links, und Levent Tüzün) erzielte elf Tore für sein Team und wirkt mit 40 Jahren agil wie eh und je.
  • Von Jens Tjaden
  • 11. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 11. Jan. 2023
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Celle.

Bei den Plätzen sechs bis neun wird im Normalfall vom Mittelfeldbereich einer Tabelle gesprochen. In der 1. Fußball-Kreisklasse des Celler Landes ist dies allerdings anders zu sehen. Denn der Tabellenneunte aus Meißendorf ist nur sechs Punkte vom zweiten Aufstiegsplatz entfernt und kann damit durchaus noch der oberen Region zugeordnet werden. Die derzeitige Tabelle hat noch ein wenig Schieflage, da die betreffenden Mannschaften mit zehn bis zwölf Spielen unterschiedlich oft auf dem Rasen standen.

6. Platz: SSV Groß Hehlen

Das Tabellenmittelfeld führt der SSV Groß Hehlen an, hat im Vergleich zum zweiten Aufstiegsplatz ein Spiel weniger absolviert und kann damit noch von der Kreisliga träumen. Nach einem guten Start mit fünf Siegen aus den ersten sechs Duellen und Rang zwei folgte eine derbe 0:8-Klatsche gegen Kreisliga-Absteiger SV Dicle Celle. Danach stotterte der Motor des Celler Stadtteilclubs ein wenig, bedingt durch Verletzungen wichtiger Leistungsträger wurden einige Spiele verloren.

Groß Hehlens Nico Mike Schröder ist auch durch eine Grätsche von Faßbergs Yannik Grochowski nicht zu stoppen.

Allerdings führte dieser Missstand auch zur Wiederauferstehung eines alten Haudegens: Der 40-jährige Michael Sturm trat trotz kleiner Wehwechen im Angriff auf und netzte gleich elfmal ein. „Unsere gesamte Sturmreihe mit Rene Klanz, Luis Hustedt, Lukas und Niklas Hess ist zeitweise ausgefallen, die Lücke hat Michael herausragend geschlossen“, freute sich Trainer Oliver Fürst. Zur Rückserie wird es kaum Veränderungen im Kader geben. Mit Eicklingen und dem 1. FC Celle warten gleich anspruchsvolle Gegner als Standortbestimmung.

7. Platz: SV Hambühren

Daniel Oehlschläger vom SV Hambühren sagt, dass seine Mannschaft in der Hinserie wieder viel verschenkt hat. Zwar begann die Saison mit einem negativen Paukenschlag und einer 1:9-Pleite in Ahnsbeck. Danach lieferte der SVH aber oft gute Leistungen ab, schwächte sich durch disziplinloses Verhalten aber selbst. Unter anderem wurde Jonas Dorin nach einer Roten Karte langfristig gesperrt. So musste der 38-jährige Übungsleiter selber fünfmal auflaufen.

Hambührens Saliu-Imam Diallo (links) schirmt den Ball geschickt gegen den Eicklinger Max Krüger ab.

In Folge dieser negativen Begleiterscheinungen schwor sich das Team auf ein anderes Auftreten ein. „Wenn wir diszipliniert bleiben, sehe ich uns auf einem guten Weg“, meint Oehlschläger. Fußballerisch ist bei Hambühren ohnehin einiges möglich. „Zu einer guten Mannschaft gehört aber mehr“, so der Coach. Zukünftig werden vermehrt Jugendspieler zum Kader stoßen, die zum Teil schon im Herrenbereich mittrainieren. Der derzeitige Tabellenplatz sieben sollte es zum Ende schon werden.

8. Platz: SV Dicle Celle

Der SV Dicle Celle brauchte nach dem Abstieg aus der Kreisliga einige Zeit, um im Unterhaus in Tritt zu kommen. Die negativen Schlagzeilen sollten der Vergangenheit angehören – was nicht durchgängig gelang. Trainer Edip Ekinci berichtet von einer traumhaften Trainingsbeteiligung. „Wir haben uns gefunden, das hat uns zuletzt viele Siege eingebracht“, meint Ekinci. Der 8:0-Kantersieg am siebten Spieltag über Groß Hehlen war der Startschuss zu einer überaus erfolgreichen Zeit. „Bis dahin haben wir gedacht, in dieser Liga geht es auch ohne Training“, berichtet Ekinci. Die folgende Serie hat die kurdische Elf bei zwei noch ausstehenden Partien bis auf fünf Punkte an die Aufstiegsränge gespült.

Dicles Dominik Teleha (links) im Zweikampf mit Eldingens Elmedin Osmani

Auch im Pokal sorgte die Elf für positive Schlagzeilen, mit dem 1. FC Celle und Kreisligist TuS Oldau-Ovelgönne wurden bereits zwei Hochkaräter eliminiert. Das technische Potenzial der vielen talentierten Kicker ist langläufig bekannt. „Wir sind spielerisch den meisten überlegen, wir müssen aber diszipliniert auftreten“, so Ekinci.

9. Platz: SV Meißendorf

Beim SV Meißendorf ist die einzige Konstante die fehlende Konstanz. Der Club aus dem Winser Ortsteil startete hoffnungsvoll in die Saison. Nach zwei Siegen folgte allerdings eine Durststrecke von fünf sieglosen Begegnungen, aus denen es nur zwei weitere Punkte gab. Zum Ende des Jahres stellten sich dann wieder Erfolgserlebnisse ein.

Der Meißendorfer Nick Schmalz (rechts) setzt zur Grätsche an gegen Bleckmars Yven Buhr.

Die personelle Situation stellte sich aber zeitweise dramatisch dar. Zum Pokalspiel gegen Bröckel trat die Elf von Trainer Dennis Bechert aus Spielermangel nicht an und schied kampflos aus. „Wir hatten etliche langwierige Verletzungen“, berichtet Bechert. Trotz dieser negativen Tatsachen befindet sich der SVM mit sechs Punkten Rückstand sogar auf Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen.