4:4 gegen HSC Hannover

Eigentore kosten MTV Eintracht Celle den Sieg

MTV Eintracht Celle, Letzter der Fußball-Oberliga, zeigt eine gute Partie gegen Regionalligaabsteiger HSC Hannover. Und steht am Ende fast mit leeren Händen da.
  • Von Christoph Zimmer
  • 18. Sept. 2022 | 18:46 Uhr
  • 18. Sept. 2022
  • Von Christoph Zimmer
  • 18. Sept. 2022 | 18:46 Uhr
  • 18. Sept. 2022
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Celle.

Ein Blick in das Gesicht von Adrian Zöfelt genügte. Enttäuschung und Ratlosigkeit waren in den Augen des Kapitäns von MTV Eintracht Celle zu erkennen, als er kurz vor dem Abpfiff nach seiner Auswechslung den Platz in Höhe der Mittellinie verließ. „Das ist einfach nur Wahnsinn“, murmelte der Mittelfeldspieler vor sich hin und meinte die dramatische Schlussphase beim spektakulären 4:4 seiner Mannschaft am Sonntagnachmittag gegen den HSC Hannover.

MTV Eintracht Celle hadert mit Eigentoren

Am Ende waren es zwei unglückliche Eigentore, die den leidenschaftlich kämpfenden Oberligisten um den so wichtigen zweiten Saisonsieg gebracht hatten. Zwar beendete der Tabellenletzte die Negativserie von vier Niederlagen hintereinander. So richtig hilft dem Oberligisten der Punkt aber auch nicht weiter – dem weiter nur einen Zähler vor ihm in der Tabelle liegenden Regionalligaabsteiger übrigens auch nicht.

Tabellenletzter macht zu wenig aus seinen Möglichkeiten

Bei strömendem Regen zeigte MTV Eintracht Celle eine ansehnliche erste Halbzeit. Von den beiden Gegentoren, dem 0:1 in der fünften und dem 1:2 in der 21. Minute, ließ sich die Mannschaft von Hilger Wirtz nicht beirren. Ganz im Gegenteil. „Wir haben sehr mutig und mit viel Tempo nach vorne gespielt“, lobte der Trainer den Auftritt seiner Mannschaft vor der Pause. „Wir haben den Gast aus Hannover immer wieder in Verlegenheit gebracht.“

Nach einem feinen Zuspiel von Alexander Laube auf Faisal Soma, setzte sich der Mittelfeldspieler auf der linken Seite gut durch und legte den Ball quer auf den am langen Pfosten lauernden Zöfelt, der nur noch den Fuß zum Ausgleich hinhalten musste (10.). Nur eine Minute nach der erneuten Führung der Gäste besorgte Laube den Ausgleich selbst – mit einem satten Schuss aus zehn Metern unter die Latte (22.).

Luca van Eupen bringt MTV Eintracht in Führung

Für die erste Führung der Celler in diesem Spiel zeichnete Luca van Eupen verantwortlich. Hilger von Elmendorff hatte sich den Ball im Mittelfeld mit einer feinen Grätsche erobert und den Ball in die Spitze durchgesteckt. Van Eupen, der zunächst überrascht schien und erst einmal zum Linienrichter blickte, ob er nicht im Abseits stand, ließ sich die Chance dann nicht mehr nehmen und setzte den Ball platziert ins lange Eck (34.). Den einzigen Vorwurf, den man den Gastgebern bis hierhin machen musste, war der, dass ihnen nur drei Tore bis zur Pause gelungen waren. „Wir müssen mit einer deutlicheren Führung in die Halbzeit gehen“, haderte auch Wirtz.

Van Eupen fällt - Pfiff des Schiedsrichters bleibt aus

Nach dem Seitenwechsel hatte Celle bei einem vielversprechenden Angriffsversuch über die linke Seite zunächst Pech, als der Schiedsrichter einen Tritt in die Hacken des in der Mitte mitgelaufenen van Eupen übersah (53.). „Ein klarer Elfmeter“, sagte Wirtz. „Wenn wir den machen, wäre das die Vorentscheidung gewesen.“ Wenig später scheiterte van Eupen am langen Pfosten in aussichtsreicher Position (68.).

Yannik Ehlers und Maximilian Wede treffen ins eigene Tor

Und die Gäste? Nutzten ihre erste Chance nach der Pause zum glücklichen Ausgleich. Finn Jüttner setzte sich auf der linken Seite gegen Maximilian Wede durch und spielte den Ball in die Mitte, wo Yannik Ehlers das Spielgerät beim Klärungsversuch ins eigene Tor abfälschte (68.). Auch von diesem Rückschlag ließen sich die Gastgeber nicht beirren – und spielten weiter auf Sieg. Als sich Laurin Bonk kurz vor Schluss auf der rechten Seite durchsetzte und den Ball in die Mitte auf Aziz Kiy legte, der zur umjubelten Führung traf (85.), schien der Sieg zum Greifen nahe. Doch ein weiteres Eigentor, diesmal landete Wedes missglückter Abwehrversuch mit dem Kopf im Netz (89.), sorgte für Ernüchterung. „Es ist unglaublich bitter, so ein Unentschieden“, sagte Wirtz nach dem Remis, das sich nicht nur für ihn wie eine Niederlage anfühlte.