Oberliga Niedersachsen

"Schlimmer Tag" für MTV Eintracht Celle

Ausfälle, Platzverweis, Verletzungen, Pleite: Das Auftaktspiel des MTV Eintracht Celle in Bersenbrück ging in die Hose.
  • Von Oliver Schreiber
  • 07. Aug. 2022 | 20:35 Uhr
  • 07. Aug. 2022
Eintrachts Luca van Eupen (am Ball) traf per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer.
  • Von Oliver Schreiber
  • 07. Aug. 2022 | 20:35 Uhr
  • 07. Aug. 2022
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Hilger von Elmendorff (am Ball) soll eigentlich im Eintracht-Mittelfeld die Fäden ziehen. In Bersenbrück musste er als Innenverteidiger ran und überzeugte, bis er mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste.
Bersenbrück.

Es kam alles zusammen. Ausfall der etatmäßigen, Innenverteidigung, fast einstündige Unterzahl nach Platzverweis, Verletzungen, ständige Unruhe durch erzwungene Personalrochaden: Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle musste beim Punktspiel-Auftakt viele Rückschläge und eine am Ende doch noch deutliche Niederlage hinnehmen. „Das kann noch böser enden angesichts der ganzen Begleiterscheinungen. Das war ein schlimmer Tag für uns. Trotzdem war die Leistung in Ordnung. Wir haben uns gegen alle Widrigkeiten gestemmt, waren total engagiert“, erklärte Trainer Hilger Wirtz nach dem 1:4 (1:2) beim TuS Bersenbrück.

Dauerbrenner Ehlers fehlt erstmals seit 103 Spielen

Die Partie stand von Vornherein unter keinem guten Stern für die Blau-Weißen. Das Abwehrzentrum musste komplett neu besetzt werden, da neben Maximilian Wede (Urlaub) auch noch „Dauerbrenner“ Yannik Ehlers aus privaten Gründen – erstmals seit 103 Pflichtspielen in Folge – fehlte. Die Innenverteidigung bildeten Neuzugang Ilhan Kizilhan und Mittelfeld-Stratege Hilger von Elmendorff, der erstmals in seiner Karriere auf dieser Position agierte. Und das so, als er hätte er nie etwas anderes gemacht. Zu allem Überfluss musste auch er nach 63 Minuten raus, weil er sich am Knie verletzt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt kickten die Celler bereits in Unterzahl. In der 38. Minute schickte Schiedsrichter Timo Daniel Kizilhan vorzeitig zum Duschen, weil der einen Schuss aus kurzer Distanz an den Arm bekam und so ein sicheres Tor verhinderte. Die zwar regelkonforme, aber sportlich völlig unsinnige Doppelbestrafung folgte auf dem Fuße. Rote Karte und Elfmeter, den Lars Spit zum 2:0 verwandelte.

Fünf Spieler aus Kreisliga auf dem Feld

Nach von Elmendorffs Auswechselung war somit auch die „Ersatz-Ersatz-Innenverteidigung“ Geschichte, Toufik Cheriet und Linksverteidiger Collin Sarnowski mussten nun aushelfen. Am Ende der Partie standen bei Eintracht fünf Spieler auf dem Platz, die in der Vorsaison noch in der Kreisliga kickten. Und das in Unterzahl auf ungewohnten Positionen. „Das war natürlich ein ziemliches Durcheinander durch die ganzen Wechsel. Dafür haben wir das bis zur 80. Minute noch gut hinbekommen. Aber natürlich lassen irgendwann Kraft und Konzentration nach, wenn du in Unterzahl so viele Räume zulaufen musst“, erläutert Wirtz.

Eintracht übersteht heikle Anfangsphase

Das Spiel begann wie zuvor schon die Partie im Landespokal bei Lupo Martini Wolfsburg, die der MTVE 3:1 gewonnen hatte. Die Hausherren machten sofort Druck, um die ersatzgeschwächten Gäste zu verunsichern. Doch die wehrten sich nach Kräften und hielten ihren Strafraum weitgehend sauber.

Nach diesen ersten zehn heiklen Minuten, die sich fast komplett in der Hälfte der Celler abspielten, befreite sich die Wirtz-Elf nach und nach aus der Umklammerung und hatte selbst längere Ballbesitzpassagen. Doch gerade in diese Phase hinein kassierte Eintracht das 0:1. In der 21. Minute tankte sich Leonard Hedemann rechts durch, flankte in die Mitte auf Spit, dessen Kopfball Torwart Marc Perrei abwehrte. Den Rebound schnappten sich die Bersenbrücker, die nachsetzen. Spit kam aus 17 Metern zum Schuss, den Perrei nicht unter Kontrolle bekam und der vor den Füßen von Moritz Waldow landete – Abstauber, Tor, 0:1 (22.).

Nach Platzverweis kommt MTVE nochmal zurück

Nach dem 0:2 durch Spits Elfmeter und Kizilhans Platzverweis kam der MTVE noch einmal zurück. Nach einem Foul im Sechzehner an Kapitän Adrian Zöfelt, der trotz Trainingsrückstandes 77 Minuten durchhielt beziehungsweise durchhalten musste, gab Schiri Daniel erneut Strafstoß, den Luca van Eupen verwandelte (45.).

In der Schlusphase gehen die Kräfte aus

Nach dem Seitenwechsel war zunächst von einem zahlenmäßigen Unterschied nicht viel zu sehen. Erst in der Schlussphase ließen bei den sich tapfer wehrenden Cellern die Kräfte nach, Patrick Greten (80.) und Jules Reimerink (87.) nutzten Abwehrböcke eiskalt aus und schraubten das Resultat auf 4:1.

Am Mittwoch geht es bereits weiter

Für Eintracht geht es bereits am Mittwoch weiter. Im Landespokal-Achtelfinale erwartet das Team um 18.30 Uhr mit dem 1. FC Germania Egestorf-Langreder einen der Oberliga-Topfavoriten. Wirtz steht jetzt ein echtes Personalpuzzle bevor.