Hier gibt´s Holz

Brennholz: So heizen Celler nachhaltig

Wegen steigender Preise für Öl und Gas hat Nachfrage nach Brennholz zugenommen. Allerdings sind Öfen im Zuge des Ukraine-Kriegs Mangelware geworden. An diesen Stellen können Sie Holz beziehen.

  • Von Lothar H. Bluhm
  • 12. Aug. 2022 | 14:00 Uhr
  • 15. Aug. 2022
  • Von Lothar H. Bluhm
  • 12. Aug. 2022 | 14:00 Uhr
  • 15. Aug. 2022
Anzeige
Celle.

„Kein Brennholz verfügbar!“, heißt es auf der Homepage der Niedersächsischen Landesforsten. „Jedes Jahr ernten wir nachhaltig und umweltschonend bis zu 60.000 Kubikmeter Holz, das vielfältige Verwendung im Haus- und Möbelbau, im industriellen Bereich und teilweise auch im Energiesektor findet. Der ganze Prozess der Holzernte unterliegt den Regeln der Langfristigen ökologischen Waldentwicklung – dem Löwe-Programm“, sagt der Betriebsdezernent im Forstamt Fuhrberg, Jens Tegtbüring. Das Forstamt sieht sich dem naturnahen Waldbau verpflichtet.

Programm der Landesregierung

Löwe gilt seit mehr als 30 Jahren in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten. Es wurde 1991 als Programm der damaligen niedersächsischen Landesregierung eingeführt und ist seither die verbindliche Leitlinie für die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung der rund 330.000 Hektar Landeswald. Damit war Niedersachsen bundesweit Vorreiter. So können sich stabile Wälder entwickeln. Nur so lassen sich die hohen gesellschaftlichen Anforderungen an die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion im Landeswald miteinander verbinden. Es ist die Basis der Landesforsten, um den Landeswald zum Wohle der Allgemeinheit zu bewirtschaften.

Heizen mit Holz

Die permanenten Preissteigerungen für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind nur ein Grund, warum sich das Heizen mit Holz zunehmender Beliebtheit erfreut: Das Verbrennen von Holz ist CO2-neutral.

Bedarf an Brennholz steigt

Um nachhaltig mit Holz heizen zu können, haben zahlreiche Brennholzkunden in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten gesägt, gespalten und gestapelt, um die häuslichen Brennholzlager, vor allem mit Eichenholz, wieder aufzufüllen. – Und der Bedarf steigt aufgrund der aktuellen Lage.

Brennholz als Koppelprodukt

Generell kann man in den Förstereien des Forstamtes Fuhrberg Brennholz beziehen, aber aktuell sind die Revierförstereien ausverkauft. Brennholz ist in den Niedersächsischen Landesforsten lediglich ein Koppelprodukt der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. „Unser Ziel sind in erster Linie höherwertige Holzprodukte für die Möbelholz- und Bauholzindustrie. Zur Pflege unserer Wälder müssen Bäume entnommen werden, um andere zu fördern. Die Pflegemaßnahmen bringen Licht an die verbleibenden Bäume. So werden langfristig wertvolle Eichenstämme herangezogen. Unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsprinzips wird dabei nicht mehr Holz entnommen als nachwächst“, unterstreicht Tegtbüring. „Insbesondere dünnere Bäume bieten wir als Brennholz an, weil sie für höherwertigere Verwendungen nicht geeignet sind.“

Aktuell ausverkauft

Tegtbüring berichtet: „Die Nachfrage nach Brennholz hat im Forstamt Fuhrberg wegen der steigenden Preise für Öl und Gas zugenommen. Aktuell sind wir aber ausverkauft.“

Nachschub im Herbst

Im Oktober und November dieses Jahres wird es durch neue Holzerntemaßnahmen Nachschub geben. Frisch eingeschlagen, auf drei, vier oder sechs Metern Länge geschnitten und am Waldweg in Poltern abgelegt, kann das Holz dann gekauft, kleingesägt und abtransportiert werden.

Motorsägenschein erforderlich

Für die Arbeit an der Motorsäge ist in den Niedersächsischen Landesforsten ein Motorsägenschein erforderlich. Die vorgeschriebene Schutzausrüstung muss getragen werden. Zudem darf nur biologisch abbaubares Kettenöl genutzt werden. Wird das Brennholz im Herbst gespalten und eingelagert, kann es in der Regel nach einer zweijährigen Trocknung die Wohnung in einem der nächsten Winter wärmen.

Eichenholz brennt lange

Eiche ist eine Holzart mit hohem Brennwert, die sich für geschlossene Kaminöfen gut eignet. Verglichen mit anderen Baumarten brennt sie lange. Damit es in den vier Wänden richtig warm wird, sollte man beim Kauf auf den Brennwert achten. Generell lässt sich sagen, dass Ahorn, Buche und Eiche am beliebtesten sind. Bei Pappeln, Weide und den meisten Nadelhölzern heißt es eher: Finger weg!

Gut auf offenen Feuerstellen

Das Eichenholz ist nahezu harzfrei und verursacht beim Verbrennen weniger Ruß. Es eignet sich somit sehr gut auf offenen Feuerstellen. Allerdings trocknet es langsamer. Am besten eignet sich die natürliche Trocknung im Freien. Da zirkuliert die Luft und der Wassergehalt des Holzes kann auf unter 15 Prozent reduziert werden. So können eine Versottung des Kamins und erhöhter Schadstoffausstoß vermieden werden.

Kiefer dominiert in Revierförstereien

Das Forstamt Fuhrberg bewirtschaftet in neun Revierförstereien 14.000 Hektar Landeswald und 3200 Hektar Betreuungsforsten. „Noch dominiert die Kiefer mit knapp 50 Prozent unsere Wälder, gefolgt von der Eiche, die ein Viertel der Fläche einnimmt.“

Brennholzpreis wird steigen

Zu kommenden Preisen kann Jens Tegtbüring noch keine Auskunft geben. Bisher lag der Raummeter Laubholz zwischen 35 und 40 Euro. Für Nadelholz etwas darunter. „Tendenziell wird aber auch der Brennholzpreis steigen.“

In Forstbetriebsgemeinschaften organisieren sich in Deutschland viele Eigentümer

Für Laubholz sei es zu früh, beim Nadelholz müsse man sehen, sagt der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land, Volker Schulte. Damit verweist er auf die im Herbst anstehende Ernte von Laubbäumen.
Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sind freiwillige Zusammenschlüsse von Waldbesitzern. So organisieren sich in Deutschland viele tausend Waldeigentümer, um kleine und größere Waldflächen gemeinsam zu bewirtschaften. Mitglieder der FBG Celler Land sind derzeit neun Forstbetriebsgemeinschaften aus dem Landkreis Celle und der Region Hannover. Das bedeutet: Rund 2500 Waldbesitzer mit zusammen knapp über 50.000 Hektar Forstbetriebsfläche. Die große Mehrheit dieser Grundbesitzer gehört zum sogenannten Kleinprivatwald.

Gemeinschaftliche Holzvermarktung

Forstfachliches Know-how, Einkauf von Material und Pflanzen, Planung, Organisation, Ausführung und Abrechnung sämtlicher Forstbetriebsarbeiten sowie die gemeinschaftliche Holzvermarktung gehören ebenso zu den Aufgaben der FBG, wie gemeinschaftlicher Abschluss von Versicherungen, Schulungs- und Informationsveranstaltungen und die Interessenvertretung für den Waldbesitz. Gemeinsam mit den Bezirksförstern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wird somit ein umfassendes Dienstleistungspaket in Sachen Wald geboten.

Durchschnittlich rund 165.000 Festmeter pro Jahr

Die Holzvermarktung ist die Kernaufgabe der FBG Celler Land: „Unser Kundenstamm reicht vom international agierenden Holzkonzern über das regionale Sägewerk bis hin zum privaten Brennholzkäufer“, sagt Schulte. Der Holzeinschlag der FBG Celler Land liegt im Durchschnitt bei rund 165.000 Festmetern pro Jahr. „Bei unseren Waldbesitzern wird nur so viel genutzt wie zuwächst – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit“, unterstreicht Schulte.
Für Brennholzkunden sieht Schulte Möglichkeiten, sich jetzt für Nadelhölzer zu interessieren oder bis zur neuen Laubholzernte zu warten. „Da müssen sich die Käufer aber bewusst machen, dass das Holz erst noch zwei Jahre lagern muss, bevor es richtig getrocknet ist“, gibt Schulte zu bedenken. Mit der Industrie hat die FBG langfristige Verträge, die vorrangig bedient werden müssen. „Dennoch sind Anfragen von privat durchaus möglich“, verrät Schulte. Man wisse ja in der jetzigen Situation gar nicht was passiert, wenn der Gashahn weiter zugedreht wird.

Holz vor Ort verarbeiten

Wie bei den Niedersächsischen Landesforsten werden auch in der FBG drei Meter lange Holzstämme am Wegrand bereitgelegt. Die Kunden müssten das Holz vor Ort verarbeiten. „Dabei sind natürlich auch die Sicherheitsvorschriften zu beachten“, betont Schulte, der darauf hinweist, dass für private Brennholzinteressenten eine Mindestabnahme von 20 Raummetern vorgesehen ist. „Da können sich ja Kunden zusammentun.“

Wunsch per Mail schicken

Schulte empfiehlt, seinen Wunsch nach Brennholz per Mail zu formulieren und gleichzeitig mitzuteilen, wo der Interessent wohnt und in welchem Bereich die Polter liegen sollten. Bisher sei Nadelholz pro Raummeter für rund 30 Euro plus Mehrwertsteuer verkauft worden. Das Laufholz lag fünf bis zehn Euro darüber. „Es wird aber voraussichtlich einen Schwung nach oben geben“, fürchtet Schulte.

Ansprechpartner zum Beziehen von Brennholz

Revierförsterei Ovelgönne

Hans-Jürgen Thies

Breliendammer Weg 21, 29308 Winsen

Telefon (05056) 9710-050, Fax: (05056) 9710-072

Mobil: 0171 – 8662 – 589

E-Mail: Hans-Juergen.Thies@nfa-fuhrberg.niedersachsen.de

 

Revierförsterei Celle

Jan-Michel Schmeling

Herdkamp 42, 29362 Hohne OT Helmerkamp

Telefon (05083) 9120-029, Fax: (05083) 9120-028

Mobil: 0151 1100-0782

E-Mail: Jan-Michel.Schmeling@nfa-fuhrberg.niedersachsen.de

Revierförsterei Hänigsen

Benjamin Evers

Steindamm 24, 31311 Uetze OT Hänigsen

Telefon (05147) 343, Fax: (05147) 9788-26

Mobil: 0171 9780-428

E-Mail: Benjamin.Evers@nfa-fuhrberg.niedersachsen.de

 

Bundesforstbetriebe Lüneburger Heide

Jürgen Albers

Philosophenweg 70, 29303 Lohheide

Telefon: (05051) 988413,
Mobil: 0170 7928068

E-Mail: Juergen.Albers@bundesimmobilien.de
oder bf-lhe@bundesimmobilien.de