DB-Familienticket ab heute buchbar: Für wen sich das Angebot lohnt
Mit der ganzen Familie mit dem ICE entspannt in den Urlaub fahren und für Hin- und Rückfahrt unter 100 Euro ausgeben? So ein pauschales Familienticket für den Fernverkehr hatte die Deutsche Bahn in den Sommerferien angeboten. Anscheinend mit Erfolg, denn Bahn-Chefin Evelyn Palla verkündete, dass das Ticket ab dem 1. November 2026 dauerhaft angeboten werden soll. Der Verkauf beginnt ab dem 26. Oktober.
„Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen“, zitiert die Deutsche Presseagentur (dpa) Palla. „Wir haben 100.000 Familien mehr als im vergangenen Jahr an Bord unserer Züge begrüßen dürfen.“ Der reisereporter beantwortet die wichtigsten Fragen zum Angebot.
Überblick
Was ist das DB-Familienticket?
Die Deutsche Bahn bietet ab dem 1. November 2026 dauerhaft ein Familienticket für den Fernverkehr an. Für einmalig 99,99 Euro können bis zu fünf Personen das Ticket für eine Reise mit Hin- und Rückfahrt innerhalb Deutschlands nutzen – inklusive Sitzplatzreservierung. Eine einfache Fahrt im Fernverkehr wird für 59,99 Euro angeboten. Der Buchungszeitraum läuft ab dem 26. Oktober 2026 und soll dann erst einmal dauerhaft angeboten werden.
Aktuelle Deals
Wichtig: Wie eine Sprecherin der DB dem reisereporter bereits im Mai auf Nachfrage mitteilte, handelt es sich um ein zuggebundenes Angebot. Reisende müssen bei der Buchung eine konkrete Verbindung auswählen.
Das Ticket kann bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag gegen ein Entgelt von 10 Euro storniert und in einen Gutschein umgewandelt werden.
Wo gilt das Angebot – und wo nicht?
Das Ticket ist deutschlandweit im Fernverkehr gültig und gilt unabhängig von der Streckenlänge. Es können alle Fernverkehrszüge (ICE, IC, EC) genutzt werden.
Außerdem darf eine Strecke mit Nahverkehr (SPNV) genutzt werden, solange die Kernstrecke im Fernverkehr zurückgelegt wird. Der Nahverkehr ist dabei kein kostenpflichtiger Zusatz im klassischen Sinne, sondern Teil einer durchgehenden Verbindungsauskunft.
Wird die gesamte Reisekette inklusive Nahverkehr in der Verbindungssuche angegeben, kann sich daraus eine abweichende Preislogik ergeben, etwa 81,99 Euro für eine einfache Fahrt und 143,99 Euro für eine Hin- und Rückfahrt.
Nicht enthalten sind:
- reine Nahverkehrsreisen als Hauptverbindung
- Reisen ins europäische Ausland
Wer kann das Ticket nutzen?
Das Familienticket gilt ganz unabhängig von einem Verwandtschaftsverhältnis für:
- bis zu fünf Personen insgesamt
- davon maximal zwei Erwachsene (ab 15 Jahren) und drei Kinder bis 14 Jahre
- oder eine erwachsene Person und maximal vier Kinder bis 14 Jahre
Voraussetzung ist jedoch: Mindestens ein Kind muss mitreisen!
Zusätzlich gilt: Kinder unter sechs Jahren reisen weiterhin grundsätzlich kostenlos im Fernverkehr und zählen nicht zur Personenbegrenzung. Sie können also zusätzlich mitgenommen werden, allerdings wird darauf hingewiesen, dass Kinder im Alter von null bis fünf Jahren bei der Verbindungsauskunft angegeben werden sollten, damit die kostenfreie Sitzplatzreservierung mit ausgegeben werden kann.
Für wen lohnt sich das Angebot wirklich?
Das Angebot lohnt sich am meisten für größere Reisekonstellationen mit mindestens einem Kind, insbesondere wenn zwei Erwachsene mitfahren. Große Familien profitieren am stärksten. Am attraktivsten ist das Ticket:
- für zwei Erwachsene mit zwei oder drei Kindern
- für Patchworkfamilien
- für Großeltern mit Enkeln
- bei langen Strecken quer durch Deutschland
- wenn kurzfristig gebucht wird
- wenn klassische Sparpreise bereits ausverkauft sind
Die Bahn verglich im Sommer, dass etwa für die rund 800 Kilometer von Hamburg nach München in einem Familienauto aktuell für eine Hin- und Rückfahrt über 200 Euro anfallen – also mehr als doppelt so viel wie für die „Urlaubsfamilienflatrate“.
Gerade auf stark nachgefragten Verbindungen können reguläre Bahntickets zudem deutlich teurer ausfallen als die Pauschale von 99,99 Euro. Auf Strecken wie Berlin–München oder Hamburg–Freiburg lassen sich daher schnell mehrere Hundert Euro im Vergleich zu Flex- oder kurzfristig verfügbaren Sparpreisen sparen.
Für wen lohnt sich das Angebot nicht?
Weniger attraktiv ist das Ticket hingegen für kleine Familien mit jüngeren Kindern: Denn Kinder zwischen sechs und 14 Jahren fahren bei der Bahn ohnehin kostenlos mit, wenn sie von einer Person ab 15 Jahren begleitet werden. Das gilt auch für den Fernverkehr.
Allerdings müssen Kinder, die mitgenommen werden, beim Fahrkartenkauf angegeben werden. Kinder unter sechs Jahren fahren immer kostenlos und ohne eigene Fahrkarte. Eine Übersicht findest du unter „Fahrkarten für Kinder“.
Das bedeutet:
- Ein Elternteil plus ein Kind zahlen häufig schon heute nur ein Erwachsenenticket.
- Auch zwei Erwachsene mit einem Kind finden oft Sparpreise unterhalb der 100-Euro-Marke.
Familienfreundlich – aber Reservierungen teurer
Besonders kritisch wirkt das Angebot vor dem Hintergrund einer Entscheidung der Bahn aus dem Sommer 2025. Zum 15. Juni 2025 hatte die Deutsche Bahn die günstige Familienreservierung abgeschafft. Bis dahin konnten Familien Sitzplätze für alle Mitreisenden zu einem Pauschalpreis reservieren. Seitdem muss jede Person einzeln reservieren.
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Die Bahn argumentierte damals mit wirtschaftlichem Druck. Die bisherige Familienreservierung sei nur von rund 5 Prozent der Fernverkehrsreisenden genutzt worden. Außerdem hätten insbesondere kleine Reisekonstellationen – etwa ein Erwachsener mit einem Kind – kaum davon profitiert.
In der jetzt angebotenen Familienflatrate ist die entfallene Sitzplatzreservierung nun wieder enthalten. Das Timing für das Angebot ist kein Zufall. Die Deutsche Bahn steht derzeit unter Druck:
- Die Pünktlichkeit im Fernverkehr liegt deutlich unter früheren Werten.
- Viele ICE-Züge sind überlastet.
- Baustellen und Sanierungen sorgen regelmäßig für Verspätungen.
- Das Vertrauen vieler Kundinnen und Kunden sinkt.
Mit günstigen Aktionspreisen versucht die Bahn deshalb, sich als soziale und klimafreundliche Alternative zum Auto zu positionieren.
Bahn-Chefin Evelyn Palla sprach im Frühsommer 2026 von der Bahn als einem „Stabilitätsanker in der Krise“, zitiert der „Stern“. Gleichzeitig versprach Palla damals, die Ticketpreise in den kommenden zwölf Monaten nicht weiter zu erhöhen.
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