Spahn, Bas, Linnemann und Co.: Diese Bundespolitiker haben ihren Wahlkreis in NRW
Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland wählt am Sonntag neue kommunale Vertreter. Rund 13 Millionen Menschen sind in NRW wahlberechtigt – das sind mehr Menschen, als in allen ostdeutschen Bundesländern insgesamt leben.
Die Wahl gilt auch als Stimmungstest für die Bundespolitik. Besonders für all jene, die Nordrhein-Westfalen im Bundestag vertreten.
- Friedrich Merz, CDU
- Armin Laschet, CDU
- Katharina Dröge, Grüne
- Bärbel Bas, SPD
- Felix Banaszak, Grüne
- Jens Spahn, CDU
- Britta Haßelmann, Grüne
- Carsten Linnemann, CDU
- Paul Ziemiak, CDU
Friedrich Merz, CDU
Der amtierende Bundeskanzler Friedrich Merz stammt aus dem Hochsauerlandkreis im Westen NRWs. Genauer gesagt der Stadt Brilon. Eine der 12 Gemeinden des Kreises. Schon zu seiner ersten Zeit in der Bundespolitik vertrat Merz seine Heimat im Bundestag: von 1994 bis 2005 erreichte er stets das Direktmandat. Nach dem Ende der Ära Merkel kehrt er auf das bundespolitische Parkett zurück. 2021 wird er zwar noch nicht Kanzlerkandidat der Union, erreicht dennoch mit 40 Prozent erneut das Direktmandat für den Hochsauerlandkreis. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 wird er Kanzler und steigert sein Ergebnis auf 48 Prozent der Stimmen.
Und auch bei ihren Vertreterinnen und Vertretern vor Ort setzen die Hochsauerländer mehrheitlich auf konservative Politik: Seit 20 Jahren ist Parteikollege Karl Schneider Landrat. Im Kreistag ist die Zustimmung für die CDU in bei den letzten beiden Kommunalwahlen zwar gesunken, doch die Christdemokraten sind auch dort stabil die führende Kraft mit 48,3 Prozent.
Das „rote Rathaus” von Brilon
Am Sonntag finden im Hochsauerlandkreis Kommunalwahlen statt – dem Wahlkreis des Bundeskanzlers. Doch ausgerechnet seine Heimatstadt ist ein politischer Ausreißer.
Armin Laschet, CDU
Der gebürtige Aachener und Unions-Politiker Armin Laschet war von 2017 bis 2021 Ministerpräsident von NRW. 2021 legte er dieses Amt nieder, als er sich als Kanzlerkandidat der Union bewarb. Trotz verlorener Kanzlerwahl zog er 2021 über die Landesliste in den Bundestag. 2025 gewann er mit 33,2 Prozent das Direktmandat in seiner Heimat Aachen.
Kommunalpolitisch ist die Heimat Laschets aktuell jedoch eher grün als schwarz. Sibylle Keupen ist die amtierende, parteilose Oberbürgermeisterin und wird von den Grünen unterstützt - so auch kommenden Sonntag. Und auch im Aachener Stadtrat sind die Grünen mit 34 Prozent die stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit knapp 25 Prozent.
Katharina Dröge, Grüne
Katharina Dröge sitzt seit 2013 für Köln im Bundestag und ist seit 2021 eine der zwei Fraktionsvorsitzenden der Grünen. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann sie das Direktmandat für ihren Wahlkreis (26 Prozent).
In Dröges Heimat sind die Grünen auch kommunalpolitisch die stärkste Partei. Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist zwar parteilos, wird aber maßgeblich von den Grünen unterstützt. Bei der kommenden Wahl stellen die Grünen eine eigene Kandidatin auf. Im Stadtrat ist die Partei von Dröge ebenfalls stärkste Kraft - 2020 gaben knapp 29 Prozent der Kölner den Grünen ihre Stimme.
Bärbel Bas, SPD
Ebenfalls tief verwurzelt in NRW ist Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Die gebürtige Duisburgerin vertritt ihre Heimat - Wahlkreis Duisburg I - seit 2009 im Bundestag.
Auch in der Lokalpolitik setzten die Duisburger bislang mehrheitlich auf die SPD. Der seit 2012 amtierende Oberbürgermeister Sören Link steht auch dieses Jahr wieder zur Wahl. Seit der Kommunalwahl 2020 ist die SPD mit 30,84 Prozent der Stimmen stärkste Kraft im Duisburger Stadtrat, gefolgt von CDU (21,46 Prozent) und Grünen (17,71 Prozent).
Felix Banaszak, Grüne
Ebenfalls gebürtig aus Duisburg ist Felix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen. Seit 2021 vertritt Banaszak den Wahlkreis Duisburg II im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erhielt er nur 7 Prozent der Erststimmen und zog über die Landesliste ein.
Die Politik seiner Heimat Duisburg ist stark sozialdemokratisch geprägt. Beide Direktmandate Duisburgs im Bundestag werden von der SPD gehalten. Der seit 2013 regierende Oberbürgermeister ist ebenfalls von der SPD.
Jens Spahn, CDU
Aus dem Münsterland stammt der ehemalige Gesundheitsminister des Bundes und heutige Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion Jens Spahn. Bereits seit 2002 vertritt Spahn den Wahlkreis Steinfurt I – Borken I im Bundestag.
In beiden Kreisen zeigt sich die konservative Haltung auch in der Kommunalpolitik: In Borken ist die CDU mit 49 Prozent die stärkste Kraft im Kreistag und in Steinfurt mit 37 Prozent.
Britta Haßelmann, Grüne
Die zweite Fraktionsvorsitzende der Grünen, Britta Haßelmann, stammt ebenfalls aus NRW. Im Bundestag vertritt sie die Stadt Bielefeld und Teile von Gütersloh bereits seit 2009. 2025 ging das Direktmandat an die Mitbewerberin der SPD, Wiebke Esdar (27,2 Prozent).
Diese sozialdemokratische Prägung zeigt sich in Teilen auch in der Bielefelder Lokalpolitik: Seit 2009 ist SPD-Politiker Pit Clausen das kommunale Oberhaupt. Im Stadtrat hingegen ist die CDU (28 Prozent) knapp vor der SPD (25 Prozent) stärkste Kraft.
Carsten Linnemann, CDU
Der gebürtige Paderborner und Generalsekretär der CDU, Carsten Linnemann, vertritt seine Heimat seit 2009 im Deutschen Bundestag. 2025 erhielt Linnemann 39 Prozent der Stimmen und damit das Direktmandat für Paderborn.
Und auch kommunalpolitisch geht es in Paderborn eher konservativ zu: CDU-Politiker Michael Dreier ist seit 11 Jahren Oberbürgermeister der Stadt. Und im Stadtrat ist Linnemanns Partei die führende politische Kraft (40 Prozent).
Paul Ziemiak, CDU
Ebenfalls für NRW im Bundestag sitzt Paul Ziemiak von der CDU. Sein Wahlkreis ist der Märkische Kreis II - diesen vertritt er seit 2021. 2025 gewann er das Direktmandat mit 39 Prozent der Stimmen. Darüber hinaus ist Ziemiak der Generalsekretär der CDU NRW.
Wie auch bei seinen Parteikollegen Linnemann und Spahn ist der Wahlkreis Ziemiaks kommunalpolitisch eher konservativ. Amtierender Landrat ist Marco Voge von der CDU (56 Prozent). Im Kreistag ist die Partei mit 38 Prozent der Stimmen aktuell stärkste Kraft.