Iran lässt italienische Journalistin Cecilia Sala frei
Rom. Die im Dezember im Iran verhaftete italienische Journalistin Cecilia Sala ist auf dem Weg in ihre Heimat. Ein Flugzeug mit der freigelassenen Mitarbeiterin der Zeitung „Il Foglio“ an Bord sei nach „intensiver Arbeit auf diplomatischen und geheimdienstlichen Kanälen“ in Teheran gestartet, teilte das Büro von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Mittwoch mit. Die Regierungschefin habe die Eltern der 29-Jährigen persönlich informiert.
Iranische Medien berichteten über die Freilassung, allerdings nur unter Berufung auf ausländische Quellen. Regierungsvertreter in Teheran äußerten sich zunächst nicht.
Kurz nach Einreise im Dezember verhaftet
Sala war am 13. Dezember mit einem Journalistenvisum in den Iran eingereist und sechs Tage später in Teheran verhaftet worden. Nach Angaben des iranischen Kulturministeriums wurden ihr Gesetzesverstöße vorgeworfen. Ihre Schicksal bestimmte in Italien die Schlagzeilen, die Nachricht von ihrer Freilassung wurde mit Jubel begrüßt. Meloni bedankte sich bei „all jenen, die Cecilias Rückkehr möglich gemacht haben, damit sie ihre Familie und ihre Kollegen wiedersehen kann“.
Der Fall war zunehmend mit dem des Iraners Mohammad Abedini-Nadschafabad verwoben, der wenige Tage vor Salas Festnahme am Mailänder Flughafen Malpensa auf Grundlage eines US-Haftbefehls festgesetzt wurde. Ihm wird vorgeworfen, in einen Drohnenangriff in Jordanien verwickelt zu sein, der vor einem Jahr drei amerikanische Soldaten das Leben kostete. Italienische Medien berichteten, dass Sala von der iranischen Führung als Faustpfand genutzt werde, um die Freilassung Abedinis zu erreichen.
Gefangenenaustausch in früheren Fällen
Der Iran ist auch in anderen Fällen so vorgegangen. So wurde der Journalist der „Washington Post“, Jason Rezaian, mehr als 540 Tage lang festgehalten, bevor er 2016 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen dem Iran und den USA freikam.
Die iranische Botschaft in Italien selbst verknüpfte das Schicksal Salas mit dem Abedinis. Man werde Salas Rechte achten und erwarte von Italien, bei Abedini ebenso zu verfahren, hieß es vergangene Woche in einer Erklärung auf der Online-Plattform X. Abedini sitzt in Iralien weiter in Haft.
RND/AP