Nach Militärputsch in Niger

Frist für Militärjunta in Niger abgelaufen: Mehrere afrikanische Länder gegen einen Eingriff

Polizisten am Rande eines Marsches zur Unterstützung der Putschisten in der nigerischen Hauptstadt.

Algier. In Niger ist eine vom westafrikanischen Staatenbund Ecowas vorgegebene Frist für die Rückgabe der Macht an den Präsidenten Mohamed Bazoum abgelaufen. Ecowas hatte der Militärjunta mit einer militärischen Intervention gedroht, sollte sie bis (heutigen) Sonntag die Macht nicht an Bazoum abtreten. Zunächst war unklar, wie Ecowas vorgehen wird.

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Stunden vor dem Fristende bewachten Hunderte junge Menschen in der Dunkelheit auf den Straßen der Hauptstadt Niamey gemeinsam mit Sicherheitskräften Kreisel. Sie hielten nach möglichen Waffen in vorbeifahrenden Autos Ausschau. Die Junta hatte dazu aufgerufen, sich gegen eine mögliche Intervention des Auslands und Spione zu wappnen.

Von anderen afrikanischen Ländern gab es allerdings Einwände gegen eine militärische Intervention. Im benachbarten Nigeria forderte der Senat den Präsidenten des Landes und derzeitigen Vorsitzenden von Ecowas, Bola Tinubu, dazu auf, andere Maßnahmen als Gewalt in Erwägung zu ziehen. Algerien und der Tschad, die nicht zur Ecowas gehören, stellten sich ebenfalls gegen einen Militäreinsatz.

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Experte: Frist für Militärjunta war zu lang

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune machte laut der Nachrichtenseite Ennahar deutlich, dass sein Land gegenüber Nachbarn keine Gewalt anwenden wird. Der Präsident äußerte die Sorge einer Destabilisierung der Sahelzone durch ein militärisches Eingreifen in Niger. Die von Juntas regierten Staaten Mali und Burkina Faso haben gewarnt, eine Intervention durch Ecowas wäre eine Kriegserklärung gegen diese beiden Länder. Die Militärjunta in Niger hat sich für Hilfe an die russische Söldner-Truppe Wagner gewandt. Sie hat die Sicherheitsbeziehungen mit der früheren Kolonialmacht Frankreich gekappt. Analysten glauben, dass der Juntachef Abdourahamane Tiani den Putsch eingefädelt hat, um eine Entlassung zu umgehen.

Der frühere US-Sondergesandte für die Sahel-Zone, Peter Pham, kritisierte den Zeitrahmen, den Ecowas vorgeben hat. Der Staatenbund hätte der Junta nur eine Frist von bis zu 48 Stunden geben dürfen, statt einer Woche, sagte Pham. „Jetzt ist es hinausgezögert, was der Junta Zeit gibt, sich zu verschanzen“, sagte er.

RND/dpa/AP

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