Sarg in Schlosskapelle überführt

Erster offizieller Auftritt: Mette-Marit und Schwiegermutter Sonja halten einander die Hand

Der Sarg von König Harald V. wird in die Schlosskapelle überführt. Direkt hinter dem Katafalk gehen die beiden Königinnen, Sonja und Mette-Marit, Hand in Hand.

Norwegens Königin Mette-Marit hat am Montagnachmittag ihren ersten offiziellen Auftritt in der neuen Rolle absolviert. In ihrer Anwesenheit wurde der Sarg mit der Leiche des langjährigen Königs Harald in die Schlosskapelle gebracht.

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Das skandinavische Land hat seit Freitagmorgen gleich zwei Königinnen: Sonja, die Witwe Haralds, der am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben war – und Mette-Marit, die Ehefrau von Haakon, der jetzt als neuer König das höchste Staatsamt innehat. Letztere hatte sich in den vergangenen Tagen noch nicht öffentlich gezeigt.

Erst im Juni hatte Mette-Marit in der Osloer Uniklinik eine neue Lunge transplantiert bekommen. Die 53-Jährige muss sich nach Angaben des Palastes weiter schonen – und so fehlte sie etwa am Freitagvormittag an der Seite Haakons (53), als dieser die Regierung im Schloss zu einer außerordentlichen Kabinettssitzung empfing und damit den Thronwechsel offiziell vollzog. Auch diverse Kondolenzaudienzen am Wochenende absolvierte der neuen Monarch ohne seine Frau.

Trauergottesdienst in der Kirche von Asker: Die Pastoren Oyvind Stabrun (l.) und Ida Buen Hanevold mit Königin Sonja, Prinz Sverre Magnus und König Haakon VIII.
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Beim Trauergottesdienst am Sonntagmorgen in der Gemeindekirche von Asker war Mette-Marit ebenfalls nicht dabei. Begleitet wurde Haakon hingegen von der gemeinsamen Tochter Ingrid Alexandra (22), die nun Norwegens neue Kronprinzessin ist, sowie seiner Mutter Sonja (89) und Sohn Sverre Magnus (20). Die verwitwete Königin bedankte sich bei den Pastoren nach dem Kirchgang mit einer Umarmung, der Enkelsohn stützte seine sichtlich bewegte Großmutter auf dem Weg aus der Kirche.

Auch „Bonusprinz“ Marius war dabei

Ihren ersten offiziellen Auftritt als Königin hatte Mette-Marit nun also am Montagnachmittag bei der Prozession mit Haralds Sarg im Schloss. Sie trug dabei ein schlichtes schwarzes Kleid und ging direkt neben ihrer Schwiegermutter Sonja. Beide Königinnen hielten einander an der Hand.

Auch Mette-Marits ältester Sohn, „Bonusprinz“ Marius Borg Høiby, war zugegen und ging nur drei Plätze hinter seinem Stiefvater Haakon unmittelbar am Sarg. Marius steht derzeit unter Hausarrest. Im Juni war er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig.

Unmittelbar am Sarg (v. li.): König Haakon, Prinz Sverre Magnus, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, „Bonusprinz“ Marius Borg Høiby sowie Haakons ältere Schwester Prinzessin Märtha Louise.

In der Prozession wurde der Sarg mit einem Katafalk aus dem Roten Salon in der zweiten Etage, wo er das Wochenende über aufgebahrt gewesen war, in die Schlosskapelle gebracht. Der Hofchef, der die norwegische Königskrone auf einem weißen Kissen vor sich hertrug, führte die Zeremonie an. Die Beschäftigten des Schlosses standen Spalier.

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Nach Abschluss der Überführung kam das Königspaar am frühen Abend hinaus auf den Platz vor dem Schloss. Gemeinsam mit Sonja und Prinzessin Märtha Louise (54), der Schwester Haakons, inspizierte es das Blumenmeer, das dort seit Donnerstagmittag wächst. Selbst legten sie jeweils eine rote Rose nieder. Die Menge sang spontan die Nationalhymne und applaudierte für die Royals. Die wiederum bedankten sich bei den Bürgerinnen und Bürgern wiederholt mit einem kurzen Nicken.

Inspizieren das Blumenmeer: Königin Mette-Marit (li.), Königin Sonja, Prinzessin Märtha Louise und König Haakon auf den Schlossplatz in Oslo.

Norweger können Abschied am Sarg nehmen

Von Dienstag an können sich die Norwegerinnen und Norweger in der Schlosskirche vom gestorbenen Monarchen verabschieden. Das Königshaus rechnet mit mehr als 100.000 Menschen. Vier Soldaten werden in den kommenden Tagen unentwegt Ehrenwache halten. Auf dem Sarg werden die Krone und das Reichsschwert liegen, auch die Orden Haralds werden ausgestellt.

Die Schlosskapelle spielte in Haralds Leben eine nicht unwesentliche Rolle: In ihr wurde er 1937 getauft und 1953 konfirmiert. Der gestorbene König galt als tiefgläubiger Christ. Als die Norwegische Kirche 2017 ihre Stellung als Staatskirche verlor, bestand er darauf, dass alle seinen künftigen Nachfolger an der Staatsspitze sich weiterhin zur evangelisch-lutherischen Lehre der größten Glaubensgemeinschaft des Landes bekennen müssen. So steht es seitdem in Paragraf 4 der Verfassung.

Der Sarg Haralds ist in die rote Königsfahne gehüllt. Die Trauerfeier für den Monarchen, der 35 Jahre lang auf dem Thron saß, findet am 9. September im Dom von Oslo statt.
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Haralds Sarg ist bereits in die rote Königsflagge gehüllt – so wird er in einer guten Woche auch die große Prachtstraße in Oslo, die Karl Johans gate, hinunter zur Domkirche gebracht werden. In dieser soll am Mittwoch, dem 9. September, die offizielle Trauerfeier stattfinden. Beigesetzt wird der Leichnam danach in der königlichen Grablege in der Festung Akershus.

Kommt Donald Trump zur Trauerfeier?

Zum Staatsbegräbnis werden Gäste aus aller Welt erwartet, auch Mitglieder des europäischen Hochadels. Kenner des Königshauses rechnen unter anderem damit, dass Englands König Charles III. nach Oslo reist. Aus Dänemark dürften König Frederik X. mit seiner Frau Königin Mary sowie seine Mutter Königin Margrethe II. kommen, die 2024 abgedankt war und eine enge persönliche Freundschaft mit Harald unterhielt. Schweden wird aller Voraussicht nach nicht nur von König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia vertreten, sondern auch von Kronprinzessin Victoria. Harald war ihr Patenonkel.

US-Präsident Donald Trump könnte ebenfalls nach Norwegen kommen. Zum einen, weil dem mächtigsten Mann der Welt ein Faible für den Pomp europäischer Königshäuser nachgesagt wird. Zum anderen, weil Harald als Kleinkind einige Jahre im US-Exil verbringen musste, als seine Familie vor den Nazis geflohen war, die Norwegen im Zweiten Weltkrieg besetzt hatten. Mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern wohnte er daher sogar einige Zeit direkt im Weißen Haus. Bestätigt ist Trumps Teilnahme bisher aber nicht.

Trotz Hausarrest: Høiby darf zu Begräbnis von König Harald V.

Norwegen trauert um Harald V. Für die Königsfamilie stehen einige Termine an, darunter die Beisetzung des Königs. Auch der verurteilte Sohn von Mette-Marit darf dabei sein - trotz Hausarrest.

Deutschland wird höchstwahrscheinlich durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten sein. Am Montagmorgen trug dieser sich in der norwegischen Botschaft in Berlin bereits in ein Kondolenzbuch ein.

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Mette-Marit begleitet Mann ins Parlament

Gleich am morgigen Dienstag soll es zum zweiten öffentlichen Auftritt Mette-Marits kommen. Laut offiziellem Terminkalender wird sie ihren Mann ins Parlament begleiten, wo König Haakon um 13 Uhr vor den Abgeordneten einen Eid auf die Verfassung ablegen wird.

„Ich verspreche und schwöre, dass ich das Königreich Norwegen im Einklang mit der Verfassung und den Gesetzen regieren werde“, lautet dieser. „So wahr mir Gott, der Allmächtige und Allwissende, beistehen möge!“