Nach Angriff auf Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern: Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf
Grevesmühlen. Ein mutmaßlich rassistischer Angriff einer Gruppe junger Leute auf zwei ghanaische Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern hat für Entsetzen gesorgt. Eine Achtjährige und ihr Vater wurden bei dem Vorfall in Grevesmühlen leicht verletzt. Landesinnenminister Christian Pegel (SPD) verurteilte die Tat vom Freitagabend aufs Schärfste. „Man greift keine Menschen an, erst recht keine Kinder und schon gar nicht aus rassistischen Motiven“, sagte Pegel am Samstag.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren das achtjährige ghanaische Mädchen und seine zwei Jahre ältere Schwester am Freitag gegen 19.30 Uhr aus einer Gruppe von etwa 20 Jugendlichen und Heranwachsenden heraus angegriffen worden. Dem jüngeren Mädchen sollen die Angreifer unter anderem ins Gesicht getreten haben. Als die Eltern der Kinder hinzukamen, kam es zu einer Auseinandersetzung. Als die Polizei vor Ort eintraf, soll eine Person aus der Gruppe die Opfer beim Weggehen zudem noch fremdenfeindlich beleidigt haben.
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Nach dem Angriff hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Ermittlungsgruppe arbeite unter Hochdruck, teilte das Polizeipräsidium Rostock am Montag mit. Die Beamten gingen Zeugenhinweisen nach und werteten erstes Bildmaterial aus. Die Ermittler baten um weitere Hinweise aus der Bevölkerung.
Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, sind die beiden angegriffenen Mädchen aktiv im Sportverein Blau-Weiß Grevesmühlen. Deren Vorsitzender Daniel Voigt sagte gegenüber der Zeitung: „Diese Eskalation ist einfach ekelhaft und schockiert uns alle. Ich kenne die beiden Mädchen, die dort zum Opfer wurden, schon lange. Sie tanzen bei uns und sind seit vielen Jahren hier. Sie haben schon beim Zwergensport in unserem Verein angefangen und sind voll integriert. Sie sprechen fließend Deutsch und sind einfach nur liebenswert.“
Jugendliche Täter in Sportvereinen engagiert?
Auch der Vorsitzende des Kreisfußballverband Schwerin-Nordwestmecklenburg, Sebastian Krüger, meldete sich zu Wort. Der Bruder der beiden angegriffenen Mädchen spielt bei Einheit Grevesmühlen Fußball. Es könne sein, so Krüger, dass Kinder aus der Mannschaft des Bruders am Übergriff gegen die Mädchen beteiligt seien. Ebenfalls sollen auch Vereinsmitglieder aus Nachbarorten beteiligt gewesen sein. Krüger stellt unmissverständlich fest: „Rote Karte für Rassismus! Dieses Zeichen wollen wir unmissverständlich setzen“.
Aus der Gruppe heraus hätten sich bis zu acht Personen an der Attacke beteiligt, berichtete die Polizei weiter. Das Mädchen und sein Vater wurden mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung.
RND/dpa