Warten und Hoffen

Geduldsproben

Auf manches hat man keinen Einfluss und es heißt warten. Dabei wird man gelegentlich auf eine Geduldsprobe gestellt. Eine Glosse von Susanne Harbott.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 02. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 02. Nov. 2022
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  • 02. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 02. Nov. 2022
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Celle.

Es gibt eine Sache, in der ich wirklich nicht gut bin: geduldig sein. Wenn ich eine Idee habe, möchte ich diese am liebsten sofort umsetzen. Und wenn ich meinen Teil einer Aufgabe erledigt habe, erwarte ich, dass auch andere ihren Teil daran zügig ausführen. In diesem Jahr musste ich schon einige Geduldsproben durchmachen.

Zwei Erfolgserlebnisse

Immerhin zwei Erfolgserlebnisse konnten mein Mann und ich aber bereits verzeichnen. Nach 16 (!) Monaten wurde uns im Sommer endlich die städtische Förderung zur Errichtung unserer Photovoltaik-Anlage ausgezahlt. Und nach monatelangem Warten erhielten wir kürzlich auch die im Frühjahr bestellte Gelbe Tonne. Hilfreich war dabei vermutlich, dass der Abfallentsorger RMG drei weitere Jahre dafür zuständig bleibt. Kurz nach der Bekanntgabe stand nämlich plötzlich die gewünschte Tonne in unserer Einfahrt – Nachfragen zuvor hatten nichts bewirkt.

Tapfer in Geduld üben

Bei mindestens zwei weiteren Dingen muss ich mich aber weiter tapfer in Geduld üben. Zum einen ist da der Glasfaser-Anschluss, den wir vor weit mehr als einem Jahr beauftragt hatten. Zunächst blieb abzuwarten und zu hoffen, dass ausreichend Aufträge eingehen, damit Deutsche Glasfaser mit den Bauarbeiten beginnen darf. Nun ist aber schon etwa ein Jahr seit dem positiven Bescheid vergangen, ohne dass bis auf die Vor-Ort-Begehung des Technikers im Juli etwas passiert ist. Wir müssen also weiter warten – verbunden mit der Hoffnung, dass nach der Installation auch alles einwandfrei funktioniert.

Spezielle Fallkonstellation

Und dann warten wir noch auf unseren Steuerbescheid. Ende Mai war ich noch stolz auf mich, endlich erstmalig die Einkommensteuererklärung per Elster eingereicht zu haben. Doch dann vergingen Wochen. Aus Wochen wurden Monate. Die Antwort auf meine Nachfrage Ende September, ob ich vielleicht etwas falsch gemacht hätte, hat mich etwas verwundert. Unsere „spezielle Fallkonstellation“ könnten nur wenige Mitarbeiter bearbeiten. Deshalb wäre noch nicht absehbar, wann unsere Unterlagen bearbeitet werden könnten. Dabei hat sich an den auszufüllenden Vordrucken im Vergleich zu den beiden Vorjahren nur dahingehend etwas geändert, dass wir höhere Summen abzusetzen hatten – und dementsprechend eine höhere Steuerrückerstattung erwarten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ich muss also weiter warten und mich in Geduld üben – vielleicht erhalten wir unseren Bescheid ja noch in diesem Jahr. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Von Von Susanne Harbott