Vor dem Affenkäfig

Tierisch

Über seinen Zoobesuch denkt CZ-Redakteur Klaus M. Frieling nach. Das Verhältnis von Menschen und Tieren zeigt sich auch auf zahlreichen Wappen.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 05. Okt. 2022 | 10:05 Uhr
  • 05. Okt. 2022
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  • 05. Okt. 2022 | 10:05 Uhr
  • 05. Okt. 2022
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Celle.

Sind die süüüß! Als ich übers lange Wochenende in Berlin war, habe ich auch mal im Zoo der Hauptstadt vorbeigeschaut – und dort die verzückten Frauen und Männer beobachtet, die sich die Berliner Pandabären anschauten. Meng Meng und Jiao Qing scheinen eine tiefe Sehnsucht der Menschen zu bedienen. Sie haben den lieben langen Tag offenbar nichts anderes zu tun, als es sich gutgehen zu lassen und an leckeren Bambussprossen zu knabbern.

Doch taugt das als Lebensmodell? Wohl eher nicht, wenn man in andere Gehege des Zoos am Kurfürstendamm schaut. Apathisch sitzt ein großer Gorilla im Affenhaus, schaut sinnierend auf die Menschenmassen, die sich hinter der dicken Glasscheibe drängen. Was mag er denken über den verwandten Homo sapiens? Immerhin haben wir Wissenschaftlern zufolge ein zu 98,5 Prozent identisches Erbmaterial. Die unterschiedlichen 1,5 Prozent haben also dafür gesorgt, dass die eine Gattung vor, die andere hinter der Glasscheibe lebt ...

Doch zurück zu den Bären: Wie es sich für Berlin mit seinem Stadtwappen gehört, haben die Hauptstädter seit jeher ein besonderes Verhältnis zu den bepelzten Allesfressern. Man denke nur an den Eisbären Knut, der es – wie später die Pandas – zu Medienruhm brachte. Und in Knut entdeckten Tierrechtsorganisationen dann auch noch ein Symbol, um die Haltung exotischer Tiere in deutschen Zoos zu kritisieren. Was hätten sie nur ohne diesen knuffigen Sympathieträger getan? Im Vergleich dazu haben wir Niedersachsen das Glück, im Landeswappen nicht wie die Berliner ein Raubtier zu haben. Der springende Schimmel dürfte als Wappentier kein allzu großes Konfliktpotenzial besitzen.