Unnötiges Gemecker

Der Urlaub als Reinfall?

Die Deutschen lieben es zu meckern. Auch im Urlaub wird genörgelt. Aber auch mit Recht? Eine Glosse von Lisa Brautmeier.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Juni 2022 | 08:00 Uhr
  • 23. Juni 2022
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  • 23. Juni 2022 | 08:00 Uhr
  • 23. Juni 2022
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Celle.

Wir Deutschen meckern zu viel. Zumindest wird das wohl gerne so wahrgenommen. Es ist, als könnten wir nichts richtig genießen, wären selten zufrieden. Aber das stimmt doch gar nicht, oder?

Komische Bauweisen

Ich war letztens im Urlaub, und was soll ich sagen... An der Ferienwohnung hat mich so einiges gestört. Zuerst einmal liefen ständig Leute an den eigenen Fenstern entlang, zudem musste man über einen Gang zur Tür laufen, der mit einer wirklich niedrigen Brüstung im vierten Stock abgesichert war. Das war nichts für Menschen mit Höhenangst. Das Geländer ging mir nur bis zur Hüfte. Einmal darübergelehnt, und schon wäre der Körperschwerpunkt auf der anderen Seite. Ich habe mich stets an der Hauswand entlanggeschlängelt.

Die Niederländer bauen eh so komisch. Nur Holzdielen trennten einen vom oberen Stockwerk. Das Knarzen und Knirschen ließen einen am Anfang regelrecht zusammenzucken. Man dachte ständig, man wäre nicht allein in der Wohnung. Zudem waren die Betten zu hart und Dusche und Toilette waren getrennt. Was ich nicht schlimm finden würde, solange es bei der Toilette ein Waschbecken gegeben hätte und man nicht immer von einem Raum in den anderen hätte laufen müssen.

Strand voller Quallen

Und wer dachte, draußen sei alles besser, der irrt. Am Strand gab es Tausende Quallen. Das ist keine Übertreibung. Auf einer Strecke von nur eineinhalb Kilometern habe ich allein in näherer Umgebung bereits 750 gezählt. Das war Spazierengehen mit Rutschgefahr.

Und wenn Sie mich jetzt fragen, wie schlimm der Urlaub bei dem ganzen Gemecker denn nun war, dann sage ich Folgendes: Er war traumhaft. Fünf von fünf Sternen. Ich will wieder zurück. Manchmal sollte man auf Gemecker eben nicht viel geben. Oder es am besten sein lassen. Aber so ganz konnte ich mir das dann doch nicht verkneifen.

Von Von Lisa Brautmeier