Transsexuellengesetz

Überholtes Gesetz geht, Selbstbestimmung kommt

Die Regierung hat die Eckpunkte für das neue Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt. Ein Grund zum Feiern für uns alle, findet CZ-Redakteurin Jana Wollenberg.
  • Von Jana Wollenberg
  • 06. Juli 2022 | 08:00 Uhr
  • 06. Juli 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 06. Juli 2022 | 08:00 Uhr
  • 06. Juli 2022
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Celle.

In dieser Woche habe ich mich mit meiner engen Freundin Kim über besonders gute Nachrichten gefreut. Kim (die eigentlich anders heißt und mir hierfür ihre Geschichte, aber nicht ihren echten Namen geborgt hat) präsentiert sich seit ihrer frühen Jugend offen als Frau, in ihrer Geburtsurkunde ist aber ein anderes Geschlecht vermerkt und auf ihrem Personalausweis steht ein Vorname, den Kim schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr nutzt.

Diese Einträge zu ändern, wäre für sie und andere Transmenschen in Deutschland bisher mit einem langwierigen Prozess und der Beantwortung vieler intimer Fragen für zwei psychiatrische Gutachten verbunden. Das Transsexuellengesetz von 1980, auf dem dieser Prozess basiert, wurde vom Bundesverfassungsgericht inzwischen als teilweise verfassungswidrig eingestuft. Nun hat die Bundesregierung das Selbstbestimmungsgesetz auf den Weg gebracht, das die Änderung von Namen und Geschlechtseintrag mit einer einfachen Erklärung beim Standesamt möglich machen soll.

Dieses neue Gesetz wird es Menschen wie meiner Freundin Kim ermöglichen, endlich selbstbestimmter zu leben und sich keinem Verfahren aussetzen zu müssen, das Monate dauern und hohe Kosten verursachen kann. Ich finde, dass das für uns alle ein Grund zum Feiern ist.