"Santa" soll's bringen

Babys und ein U

Seltsam: In Amerika bringt "Santa" die Babys. Und oft noch ein U dazu. Eine Glosse von Michael Ende.

  • Von Michael Ende
  • 23. Dez. 2022 | 08:00 Uhr
  • 23. Dez. 2022
  • Von Michael Ende
  • 23. Dez. 2022 | 08:00 Uhr
  • 23. Dez. 2022
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Celle.

Dass der Klapperstorch die Babys bringt, ist hinlänglich bekannt. Doch dass das längst nicht überall so ist, ging mir erst jetzt beim Radiohören auf. Dort laufen derzeit Songs, die belegen, dass Meister Adebar längst nicht überall das Zustellen des Nachwuchses übernimmt – oder besser: übernehmen kann. Denn Störche pendeln ja bekanntlich zwischen Europa und Afrika hin und her. Und jetzt kommt Weihnachten ins Spiel.

Es geht nun nicht etwa darum, dass Bethlehem auf der Storchen-Flugroute liegen würde, sondern dass Amerika es nicht tut. Und deshalb singen jetzt im Radio so viele US-Damen davon, dass ein gewisser „Santa“ ihnen Bitteschön ein Baby bringen möge – und zwar genau unter den Weihnachtsbaum. Oder den Mistel-Zeh – was immer das auch sein mag. Ein seltsamer Brauch, gerade zu Weihnachten scharenweise um Nachwuchs zu betteln, aber wenn bei den Amis nun mal der Weihnachtsmann für die Babys zuständig ist, dann ist’s halt so. Und irgendwie passt es ja auch zum Fest.

"Alles, was ich zu Weihnachten will, ist ein U"

Das verbringen die Amerikaner außer mit Warten auf Babys übrigens mit Scrabble. Besonders beliebt ist es dann, Namen von australischen Mega-Felsen oder deutschem Klebstoff hinzupuzzeln. Deshalb wollen in den USA alle, die bei Santa kein Baby bestellen, zu „Xmas“ nur eins: ein U.