Pfadfinderlager

Schwarz Zelten

Das Bundeslager der Pfadfinder in Celle weckt Erinnerungen an ein ganz anderes Zeltlager: mit Metal und viel Bier. Eine Glosse von Benjamin Behrens.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Aug. 2022 | 08:02 Uhr
  • 01. Aug. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Aug. 2022 | 08:02 Uhr
  • 01. Aug. 2022
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Celle.

Als ich am Sonntag durch die große schwarze Zeltstadt der Pfadfinder schlenderte, fiel mir das letzte Riesen-Zeltlager ein, auf dem ich selbst ein Wochenende verbrachte das Wacken-Festival 2007. Seltsamerweise waren unsere Behausungen deutlich bunter, dafür die Bewohner einheitlich in Schwarz gekleidet, wie sich das gehört für ein Metal-Festival.

Und während die Pfadfinder gut durchgeplant zu sein scheinen, ist jedes Wacken so eine Art organisiertes Chaos. Anreisen wollten wir zu zehnt – da jemand krankheitsbedingt ausfiel, wurde spontan um 8 Uhr morgens der Christoph aus dem Bett geklingelt: „So, du fährst jetzt aufs Wacken.“ Machte er auch brav.

Zeltplatz "Z"

Unser Zeltplatz „Z“ existierte bis zum Vorabend nicht, die Festival-Organisatoren hatten einem Bauern spontan sein Maisfeld abgekauft, und das Feld wurde abgeerntet. Wer nicht beim Zeltaufschlagen aufpasste, hatte dann einen aus der Erde ragenden Stumpf oder Maiskolben im Kreuz und wunderte sich, ob die Rückenschmerzen vielleicht vom Moshpit vor der Bühne kamen.

Pfadfinder bauen beeindruckende Holzkonstruktionen

Unglaublich laute Musik und viel Bier hatten die Pfadfinder auch nicht vorzuweisen. Bastelarbeiten schaffen beide Schwarz-Zelter: Holzbauten komplett ohne Nägel und Schrauben auf der einen Seite und Bastel-Blödsinn auf der anderen.

Unsere Platznachbarn rückten gleich mit einem ganzen Tross an alten Militärfahrzeugen an und bauten eine Wagenburg samt Galerie und beleuchtetem Fahnenmast.

Wir gruben aus Langeweile vor den ersten Bands ein Schützenloch von fast zwei Metern Tiefe. Daraus konnte man prima plötzlich auftauchen und vorbeigehende Leute erschrecken. Eine tolle Zeit damals, wie jetzt in Bennebostel.

Von Von Benjamin Behrens