Nervige und schöne Lieder

Der Glaube an den Weihnachtsmann

CZ-Redakteur Klaus M. Frieling mag keine Weihnachtslieder. Doch es gibt Ausnahmen. Vor allem ein Song hat es ihm angetan, wie er in seiner Glosse schreibt.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Dez. 2022 | 16:29 Uhr
  • 22. Dez. 2022
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  • 22. Dez. 2022 | 16:29 Uhr
  • 22. Dez. 2022
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Celle.

Es ist wieder so weit: Allüberall schallt es „Last Christmas“, allüberall rieselt leise der Schnee – auch wenn weit und breit keine einzige Flocke zu sehen ist. Schmalzig, rührselig. Nein, ich bin wirklich kein Fan von Weihnachtsliedern.

Doch es gibt Ausnahmen. Wie etwa das traditionelle „Stille Nacht, heilige Nacht“, längst immaterielles Unesco-Kulturerbe. Oder, etwas moderner, „I Believe in Father Christmas“ – ein musikalisches Kleinod, das der britische Rocksänger Greg Lake 1975 herausbrachte.

Man habe ihm weiße Weihnachten versprochen, beklagt der Musiker – stattdessen würde es regnen. Und über den Frieden auf Erden muss man in diesem Jahr ja auch kein Wort verlieren. Noch desillusionierter ist dann die Rede vom Glauben an den Weihnachtsmann („Father Christmas“), der dem einstigen Mitglied der Band Emerson, Lake and Palmer irgendwann abhanden gekommen war. Konsumkritisch ist dann im weiteren Verlauf des Liedes nicht mehr von der Weihnachtsgeschichte die Rede, sondern vom Verkaufen der „Stillen Nacht“. Wie wahr ...

Trotzdem ist „I Believe in Father Christmas“ kein trauriges Lied, sondern ein kraftvoller Wunsch in dieser besonderen Zeit, dem ich mich mit Blick auf das Weihnachts-Wochenende und das eigenverantwortliche Handeln jedes Einzelnen gern anschließen möchte: „Ob Himmel oder Hölle – wir bekommen das Weihnachten, das wir verdienen.“