Milliardär im Kaufrausch

Gezwitscher mit Elon Musk

Seit der Übernahme durch Elon Musk geht Twitter den Bach runter. Dabei hätte der Milliardär besseres mit seinem Geld anfangen können meint Benjamin Behrens.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 09. Nov. 2022
Seit der Übernahme durch Elon Musk geht Twitter den Bach runter. Dabei hätte der reichste Mensch der Welt so viel sinnvolles anfangen können.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 09. Nov. 2022
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Celle.

Früher bauten sich Superreiche irre Denkmäler, um ihr Ego zu streicheln. Gut, da konnten wenigstens Tauben draufsitzen und sich erleichtern. Wer trotz Milliarden (oder, als Geld noch was wert war, Millionen) auf dem Konto eine soziale Ader hatte, der baute Konzerthäuser oder Bibliotheken. Gut, auch darauf fühlen sich Tauben wohl, aber auch wir Menschen haben etwas davon. Heutzutage fliegt man als Superreicher lieber in penisförmigen Raketen ins Weltall und nimmt Captain Kirk mit (Amazon-Gründer Jeff Bezos) oder verrennt sich in Egotrip-Kaufaktionen von Socialmedia-Plattformen. So wie der reichste Mensch der Welt, Elon Musk mit Twitter.

Smaragdmine als Startkapital

Mit den Taschen voller Smaragde aus den südafrikanischen Minen seiner Eltern gelang ihm mit PayPal der große Wurf. Wie toll man es in Amerika zu etwas bringen kann. Mit harter Arbeit. Und den Taschen voller Edelsteine als Startkapital. SpaceX gegründet, schließlich bei Tesla eingekauft, den eigentlichen Firmengründer rausgedrängt und die Ingenieure so lange angetrieben, bis die Elektrokarren halbwegs gut unterwegs sind. Irgendwann ist so viel Geld und Ego da, dass 44 Milliarden für ein seit Jahren Verlust schreibendes Unternehmen wie Twitter wie eine gute Idee wirken. Oder auch nicht. Oder doch? Oder nicht?

Twitter geht vor die Hunde unter Musk

Egal, jetzt steht der Deal und Musk musste zahlen. Aber was tut man nicht alles der freien Information zuliebe, so das Investor-Wunderkind. Verifizierte Accounts sollen künftig acht Dollar pro Monat kosten, Mitarbeiter wurden in Scharen entlassen und müssen jetzt wohl doch zurückgeholt werden. Rassismus, Parodie-Accounts auf ihn selbst, Manipulation und Falschmeldungen drehen seit Musks Einstieg bei Twitter auf. Der Typ hat echt einen Vogel.

Von Von Benjamin Behrens