Kuriose Feiertage

Sch...tag

Soll man am Weltschlaftag den ganzen Tag im Bett liegen? Oder sich am Tag des Bieres betrinken? Und was bitte hat es mit dem Scheißtag auf sich? CZ-Redakteur Oliver Schreiber versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben.
  • Von Oliver Schreiber
  • 02. Jan. 2023 | 20:00 Uhr
  • 02. Jan. 2023
  • Von Oliver Schreiber
  • 02. Jan. 2023 | 20:00 Uhr
  • 02. Jan. 2023
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Celle.

Auf das neue Jahr bin ich bestens vorbereitet. Ich habe vorsorglich schon mal alle wichtigen Termine für 2023 in meinen Kalender eingetragen. Bei der Online-Recherche nach offiziellen und inoffiziellen Feier- und Gedenktagen sind mir nämlich einige aufgefallen, die mir 2022 dummerweise irgendwie durchgerutscht sind. Das soll mir nicht noch mal passieren! Gut, den Tag des Nichtstuns (16. Januar), den Weltschlaftag (18. März) und den Deutschen Schlaftag (21. Juni) habe ich vor Kurzem während meiner Corona-Infektion quasi im Dreierpack am Stück nachgeholt – wenn auch eher unfreiwillig. In diesem Jahr will ich diese Feiertage aber ganz bewusst wahrnehmen.

Erst Welt-Party-Tag, dann Tag des Kopfschmerzes?

Blöd nur, wenn man an diesen Tagen arbeiten muss. Aber ich hoffe hier stark auf das Verständnis meiner Kollegen. In diesem Fall würde ich mich am Welt-Party-Tag (3. April), am Tag des Bieres (5. August), am Tag des Weines (25. Mai) und am Tag des Cocktails (13. Mai) natürlich erkenntlich zeigen. Passend dazu könnte man dann auch den Tag des Kopfschmerzes (5. September) und den Deutschen Lebertag (20. November) gemeinsam feiern …

Mein ganz persönlicher Favorit bei den Feier- beziehungsweise Gedenktagen ist aber der – Verzeihung, er heißt wirklich so – Scheißtag. Der ist am 29. Dezember und bitte nicht zu verwechseln mit dem Welttoilettentag am 19. November, dem Darmtag am 7. November und schon gar nicht mit dem Weltdufttag am 27. Juni.

Ausgleichstag für Toilettenbesuche

Besagter Scheißtag ist nicht etwa ein Tag, an dem alles schiefläuft und man lieber im Bett geblieben wäre (so wie am Weltschlaftag). Vielmehr liegt der historische Hintergrund dem Wortsinn tatsächlich sehr nahe: Früher mussten am Ende eines jeden Dienstjahres Knechte und Mägde einen zusätzlichen Tag malochen, um die Zeit, die sie während ihrer Arbeit auf dem stillen Örtchen beziehungsweise dem Donnerbalken sinnlos verplempert hatten, wieder reinzuholen. Da sie ihrem Dienstherrn aber im Prinzip rund um die Uhr zur Verfügung stehen mussten, war dieser Tag eigentlich ziemlich überflüssig.

Nur vier Minuten pro Tag für "Klo-Geschäfte"

Immerhin kommt man so aber auf eine kuriose Rechnung. Denn wenn man den Scheißtag abzieht und die restlichen 364 Tage als Berechnungsgrundlage nimmt, hätten Knechte und Mägde pro Tag insgesamt gerade einmal knapp vier Minuten Zeit zur Verrichtung ihrer dringlichsten Geschäfte gehabt. Das ist ziemlich sportlich, wenn man mal seine eigenen täglichen Klo-Besuche evaluiert …

Sei’s drum. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall ein frohes und tolles neues Jahr 2023 – ganz ohne Sch...tage …