Klimaschutz

I want Moor

Bäume können viel - Moose noch mehr. CZ-Redakteur Michael Ende plädiert für mehr Moor in der Stadt. Oder "more" Moor, wie man auf Neudeutsch sagt.
  • Von Michael Ende
  • 23. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
  • Von Michael Ende
  • 23. Nov. 2022 | 08:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
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Celle.

Bäume – wir alle lieben sie. Nicht nur emotional, weil sie schön und freundlich sind, sondern auch ganz rational, weil sie in Sachen Klimaschutz extrem wichtig sind. Weiß jedes Kind. Darum wird mittlerweile um jeden Baum im Stadtbild, der gefällt werden soll, gerungen – und oft dann nach vollzogener Fällung getrauert. Sollte die Stadt Celle in Kürze zum Beispiel wie angekündigt mit einer Krokodilsträne im Knopfloch die Linden-Allee an der Breiten Straße fällen, um der "Schwammstadt" Bahn zu brechen, dann müsste man dort nicht wie angekündigt neue Bäume pflanzen. Denn wenn schon Schwamm – dann doch lieber gleich Nägel mit Fröschen machen.

"Breites Moor" für Neuenhäusen

Ja: mit Fröschen. Denn Bäume sind zwar toll, aber in Sachen Klimaschutz-Potenzial rangieren sie nur unter "ferner liefen". Bäume binden CO₂, klar. Doch es gibt etwas, das das noch viel besser kann: Moore. Ihre enorme CO₂-Speicherkapazität übersteigt die von Ozeanen um ein Vielfaches und im Vergleich zu Wäldern sind sie fünfmal so effizient. Wenn man also in der Breiten Straße so richtig konsequent klimaeffizient und grün loslegen möchte, könnte man dort natürlich keine ozeanische Wasserstraße anlegen – aber ein Moor wäre schon dufte. Begehbar könnte man den Öko-Modder machen, indem man wie in alten Zeiten einen Knüppeldamm anlegt – zum Beispiel mit Bohlen aus vor Ort gefällten Bäumen. Nur mal so als Idee.