Dorfmomente

Anblasen als Aufnahmeritual im Heimatdorf

Jetzt gehört er endlich dazu: In seinem neuen Heimatdorf musste CZ-Mitarbeiter Daniel Pracht ein außergewöhnliches Aufnahmeritual durchlaufen.

  • Von Daniel Pracht
  • 12. Jan. 2023 | 08:00 Uhr
  • 12. Jan. 2023
Symbolbild Anblasen.
  • Von Daniel Pracht
  • 12. Jan. 2023 | 08:00 Uhr
  • 12. Jan. 2023
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Celle.

Überall auf der Welt gibt es Rituale und Bräuche. So feiert man zum Beispiel in der Stadt Porto die „Festa de São João“. Wenn man den Portugiesen Glauben schenken möchte, dann bringt es Glück, sich gegenseitig mit einem aufblasbaren Plastikhammer oder Knoblauch-Blumen auf den Kopf zu hauen – ganz im Sinne von „Was sich neckt, das liebt sich“.

In der japanischen Stadt Kawasaki dreht sich im April hingegen alles um das „beste Stück“ des Mannes. Beim „Kanamara-Matsuri-Fest“ – zu Deutsch „Fest des stählernen Phallus“ – kommt es auf die Größe an. Es werden drei tragbare Schreine, die eine phallische Form haben, durch den Ort getragen. Dieses Fest macht aufmerksam auf HIV und Aids, da der Schrein Menschen vor Krankheiten schützen soll.

Ganz so ausgefallen geht es bei uns im Ort nicht zu. Als Neubürger wird man von der Dorfgemeinschaft zur Jahreshauptversammlung eingeladen und muss den Anwesenden Alkohol in rauen Mengen ausschenken. Was ich bis dato aber nicht wusste: Das traditionelle „Anblasen“ findet noch statt – ein Aufnahmeritual für Neuankömmlinge in die Gemeinschaft. Der Vorsitzende nimmt einen tiefen Atemzug und bläst vor versammelter Mannschaft mit einem Jagdhorn in das Gesicht der Neubürger. Lang anhaltender Beifall und stürmischer Applaus erfüllen den Raum. Juchhu, ich bin nun endlich in die Gemeinschaft aufgenommen, aber hören kann ich jetzt nichts mehr …