Die Wespen sind los

Raffinierte Rabauken fahren ihre Stachel aus

Sie werden immer raffinierter, die Tricks der Wespen-Bande. Das hat auch CZ-Redakteur Carsten Richter erlebt, schreibt er in seiner Glosse.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 02. Sept. 2022 | 08:00 Uhr
  • 02. Sept. 2022
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  • 02. Sept. 2022 | 08:00 Uhr
  • 02. Sept. 2022
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Celle.

Alle Achtung, die Strategie ist nicht schlecht. Sich erst anschleichen, dann das Opfer in die Irre führen, schließlich eiskalt zuschlagen und sich am Ende flugs aus dem Staub machen. Was war passiert? Habe ich in jüngster Vergangenheit einfach zu viele Krimis geschaut? Nein, das hier soll keine Betriebsanleitung für Ganoven sein. Oder bin ich von Amors Pfeilen getroffen und dann bitter enttäuscht worden? Keine Frage, es war ein Stich. Es ging schnell und ereilte mich völlig unerwartet. Wie das meistens so ist in diesen Fällen. Vorbereiten kann man sich darauf nicht. Dazu gehen die Attentäter auch viel zu geschickt vor. Ohne Ankündigung, völlig unbemerkt – auf einmal sind sie da und suchen sich ihre Opfer. Ihre Tricks sind echt beeindruckend. Sie sind mit allen Wassern gewaschen. Wie das echte Profis halt so machen, suchen sie sich genau den richtigen Ort und Augenblick aus. In einem Moment der völligen Ahnungslosigkeit packen sie ihre Waffen aus. Sie wissen genau, was zu tun ist. Da heißt es dann, nicht lange überlegen, sondern: Attacke!

Räuber in der Luft bekommen Unterstützung von ganz oben

Auch in diesem Fall war ganz klar ein echter Profi am Werk. Was bleibt, ist absolute Fassungslosigkeit. Aufklärung? Wird schwierig. Täterbeschreibung: Unmöglich, weil zu schnell. Details: keine. Zeugen: zu weit weg. Das Schlimmste: Es handelt sich um Banden. In diesem Jahr bekommen sie besonders großen Zulauf, wie allgemein zu vernehmen ist. Kein Wunder. Sie haben ja auch Unterstützung von ganz oben – vom Wetter. Solange sich das nicht wesentlich ändert, ist davon auszugehen, dass sich vergleichbare Taten wiederholen werden. Das Einzige, was vorerst hilft: Aufpassen und die Übeltäter bloß nicht noch provozieren.

Tricks der Wespen-Bande werden immer raffinierter

Ich schätze mal, der letzte vergleichbare Angriff auf mich ist 20 Jahre her. Aber die kleinen Rabauken werden eben auch immer raffinierter. In meinem Fall ist es beim Einkaufen im Supermarkt passiert. Ein Kitzeln im Nackenbereich, ein reflexartiger Griff nach hinten, der Angreifer schreckte auf, stach in den Zeigefinger – und verschwand unerkannt. Eine echt miese Tour. Richtig hinterhältig, diese Wespen.

Ich habe übrigens noch Glück gehabt, die Folgen des Angriffs hielten sich sehr in Grenzen. Es war wohl mehr ein Streifschuss, äh, ich meine natürlich Streifstich.

Von Von Carsten Richter