Demo unter Wasser

Auf nach Ati!

Erst Hambi, jetzt Lützi: Die Klimaaktivisten kämpfen um ihre Ziele. Leider mischen sich dabei auch immer einige Chaoten unter die Demonstranten, die durch Gewalt das eigentliche Anliegen konterkarieren. CZ-Redakteur Oliver Schreiber rät zu einer Demo unter Wasser - an einem sehr berühmten Ort.
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Jan. 2023 | 08:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
  • Von Oliver Schreiber
  • 21. Jan. 2023 | 08:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
Anzeige
Celle.

Viel Lärm um nichts: Nach dem großen Erfolg von Hambi ist Lützi für die Klimaaktivisten eher zu einem Reinfall geworden – trotz Greta. Das Örtchen Lützerath, das in seiner Blütezeit Anfang der 1970er Jahre stolze 105 Einwohner zählte, wird endgültig weggebaggert. Viel schlimmer: Der berechtigte Einwand, dass die Förderung von Braunkohle jetzt klimatechnisch nicht so ganz der (Achtung, Wortspiel!) zukunftsträchtige Burner ist, geriet auf Grund der Krawalle bei der Demonstration leider in den Hintergrund. Und war Wasser auf die Mühlen derer, die medienwirksam von einer Klima-RAF faseln. Finde den Fehler.

Was machen die drei verbliebenen Einwohner Lützeraths?

Wahrscheinlich waren die Proteste noch nicht einmal im Sinne der längst umgesiedelten Lützerather Bevölkerung. Die „Ur-Lützis“ hatten wohl eher Sorge, dass sie wieder in ihr Kaff zurück müssen, wenn die Demo Erfolg gehabt hätte. Wobei laut einer Bestandserhebung Lützerath angeblich noch drei Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) zählt, obwohl der Aufenthalt dort kurz vor Weihnachten verboten worden war. Wer sind diese drei Personen? Und wo leben sie? In einem Erdloch? Sind das vielleicht die wahren Revoluzzer? Auf jeden Fall ist beim Abbaggern also Vorsicht geboten, sonst werden die drei Unentwegten noch (möglicherweise unfreiwillig) zu Märtyrern.

Wie wär's mit einer Demo in Atlantis?

Vielleicht sollten sich die Klimaaktivisten weltweit etwas bekanntere Demo-Orte als „Lützi“ aussuchen, um den Fokus wieder aufs Wesentliche zu lenken. Ich denke da an Atlantis, das berühmte versunkene Inselreich irgendwo zwischen Zypern und Syrien. Zumindest wenn man dem ollen Platon Glauben schenken mag. Atlantis ist demzufolge schon 9600 v. Chr. untergegangen – und zwar an nur einem Tag infolge einer Naturkatastrophe. Wenn das kein Anlass für eine Demo ist – nach dem Motto: „Ati darf sich nicht wiederholen!“.

Bitte die Taucherausrüstung nicht vergessen!

Ein Protest in den Tiefen des Meeres wäre doch mal was Neues und würde die notwendige Aufmerksamkeit erzeugen. Das ist auf jeden Fall besser, als Polizisten mit Molotow-Cocktails zu bewerfen. Zumal das unter Wasser wohl auch nicht die ganz große Wirkung hätte. Also: Auf nach Ati! Ich empfehle allerdings eine Taucherausrüstung beim (bitte friedlichen) Demonstrieren.