Tierseuche

Landesjägerschaft: Kadaver sollten zügig untersucht werden

Bei Wildschweinen in Niedersachsen ist die Afrikanische Schweinepest bislang nicht nachgewiesen worden. Aber: Aus Sicht der Landesjägerschaft ist erhöhte Wachsamkeit wichtig.
  • Von Deutsche Presse Agentur
  • 05. Juli 2022 | 22:55 Uhr
  • 05. Juli 2022
  • Von Deutsche Presse Agentur
  • 05. Juli 2022 | 22:55 Uhr
  • 05. Juli 2022
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Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Betrieb in Niedersachsen hat die Landesjägerschaft darauf hingewiesen, dass tote Wildschweine sofort gemeldet werden sollten. Verendete Tiere, deren Todesursache unklar sei, müssten schnell auf das hochansteckende Virus untersucht werden, sagte der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Tag spiele dem Virus in die Karten. Auch die Behörden rufen Menschen dazu auf, tote Wildschweine bei der zuständigen Veterinärbehörde, dem Jagdpächter oder der Polizei zu melden.

Dammann-Tamke zufolge stehen die Chancen gut, dass sich die Tierseuche nur in dem Betrieb in Emsbüren im Landkreis Emsland ausgebreitet hat und Wildschweine nicht betroffen sind. Er verwies darauf, dass im Emsland deutlich weniger Wildschweine leben als in anderen niedersächsischen Landkreisen. Am Wochenende war die Afrikanische Schweinepest in dem Betrieb mit 280 Sauen und rund 1500 Ferkeln nachgewiesen worden. Die Tiere wurden getötet.

Der Präsident der Landesjägerschaft geht davon aus, dass sich das Virus durch menschliches Handeln verbreitet hat. «Das sind nicht die Wildschweine, die das dorthin getragen haben.» Es sei zu befürchten, dass die Seuche irgendwann auch bei niedersächsischen Wildschweinen auftritt. «Ist es in der Wildschweinpopulation drin, haben wir ein Problem, weil das Virus im Kadaver über Monate, teils über Jahre ansteckend ist.» Dann sei die Herausforderung, jedes tote Wildschwein schnell zu finden. Aber: Die Jägerinnen und Jäger seien sensibilisiert und vorbereitet.

Nach Schätzungen der Landesjägerschaft leben derzeit rund 45.000 Wildschweine in Niedersachsen. «Ohne Jagd kann sich die Population innerhalb eines Jahres fast verdreifachen.»

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier übertragen werden oder indirekt vom Menschen über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe. Für Menschen ist die Schweinepest ungefährlich.