Kirche

Gedenkfeier mit Opfern sexualisierter Gewalt

Opfer von sexualisierter Gewalt in der Kirche sind im Hildesheimer Dom mit Bischof Heiner Wilmer und weiteren Gläubigen zu einer Gedenkfeier zusammengekommen.
  • Von Deutsche Presse Agentur
  • 24. Nov. 2022 | 20:47 Uhr
  • 25. Nov. 2022
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  • 24. Nov. 2022 | 20:47 Uhr
  • 25. Nov. 2022
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Insgesamt rund 120 Gläubige waren der Einladung gefolgt, wie ein Bistumssprecher am Donnerstagabend sagte. Die Gedenkfeier wurde von Betroffenen in Zusammenarbeit mit der Stabsabteilung Prävention, Intervention und Aufarbeitung im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim organisiert. Anlass war der «Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch».

Der Bischof sagte in einem Grußwort: «Ich bin heute hier, um zuzuhören, um mich dem Thema sexualisierter Gewalt in unserer Kirche zu stellen und um eine winzige Ahnung zu haben von den Abgründen der Kirche, von den vielen tiefen Verletzungen.» Er wisse, dass es einige Betroffene nicht schafften, nach dem erfahrenen Leid jemals wieder eine Kirche zu betreten.

Die Gedenkfeier sollte Raum geben für persönliche Schilderungen, Klagen und Gebete. In einem Teil des Doms war symbolisch eine Klagemauer aus Kartons etwa mit den Wörtern «stetiges Misstrauen», «Albträume» oder «Depression» errichtet. Sie sollte symbolisch die Folgen aufzeigen, mit denen die Opfer sexualisierter Gewalt umgehen müssten, sagte der Bistumssprecher.

Anlass für die Gedenkfeier war ein Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs, zu dem Papst Franziskus angeregt hatte. Für Deutschland hat die Bischofskonferenz festgelegt, dass dieser rund um den 18. November begangen werden sollte. An diesem Tag ist auch der vom Europarat eingeführte «Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch». Es war das erste Mal, dass es im Bistum Hildesheim eine solche Gedenkfeier gab. In dem Bistum leben rund 570.000 Katholiken.