Wo liegt Frau begraben?

Witwer muss im Winser Urnenstreit bezahlen

Nun ist auch klar, wer für die Kosten des bizarren Urnenstreits in Winsen zahlen muss. Um so viel Geld geht es.
  • Von Simon Ziegler
  • 22. Jun 2022 | 16:57 Uhr
  • 23. Jun 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 22. Jun 2022 | 16:57 Uhr
  • 23. Jun 2022
Anzeige
Winsen.

Letzter Akt im Drama um das Urnengrab von Karin Langelotz in Winsen: Witwer Dieter Langelotz muss für die Kosten des Verfahrens aufkommen. „Der Kläger hat die Kosten zu tragen“, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch auf Anfrage der CZ. Es handele sich um knapp 230 Euro. Die Gemeinde will ihm zudem die Kosten für den Steinmetzt in Rechnung stellen, der das Grab im Mai geöffnet hatte.

Verfahren ist beendet

In einem Schreiben des Gerichts an die Beteiligten des Verfahrens heißt es, dass eine Beschwerde „ausschließlich gegen die Höhe des im Beschluss vom 12. Mai 2022 festgesetzten Streitwerts statthaft ist“. Das Verfahren selbst sei erledigt und endgültig beendet, eine weitere Beweisaufnahme komme nicht mehr in Betracht, so das Verwaltungsgericht.

Langelotz legt Beschwerde ein

Das will Langelotz unterdessen immer noch nicht akzeptieren. „Ich habe Beschwerde eingelegt, weil keine Zeugen geladen wurden. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Das ist eine Schweinerei“, schimpfte der 83-Jährige. Die Zusammenarbeit mit seinem Hambührener Anwalt Jörg Salzwedel habe er beendet, so der Senior weiter.

"Eine einzige Farce"

„Das war eine einzige Farce, vollkommen hanebüchen“, kommentierte Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann den bizarren Streit. Er hatte bereits im Mai erklärt, dass die Gemeinde „nicht einen Cent aus Steuermitteln“ für das Verfahren bezahlen werde. „Man kann nicht seine Hirngespinste in die Welt tragen und der Staat muss dafür zahlen“, so der Winser Verwaltungschef.

Bizarrer Streit

Der Südwinser Langelotz hatte behauptet, dass die Urne mit den sterblichen Überresten seiner Frau an einer anderen Stelle in die Erde eingelassen wurde. Er glaubt, dass Mitarbeiter der Gemeinde die Urne nachträglich um etwa zwei Meter versetzt haben könnten und reichte Klage gegen die Gemeinde ein. Das Verwaltungsgericht in Lüneburg ordnete schließlich an, dass die Grabstätte geöffnet wird. Im Mai wurde die Urne dann unter der Grabplatte gefunden. Das Verfahren wurde für beendet erklärt. „Ich bin insofern zufrieden, dass ich jetzt endlich weiß, wo die Urne meiner Frau ist“, hatte Dieter Langelotz gesagt. Er blieb allerdings dabei, dass die Urne ursprünglich an anderer Stelle in die Erde eingelassen worden sei. Doch dafür gibt es keine Beweise, Langelotz muss die Kosten übernehmen.