Käufer abgesprungen

Im Winser Gewerbegebiet sind Bauplätze frei

Wie im Südwinser Neubaugebiet sind auch im Gewerbegebiet Taube Bünte West Interessenten abgesprungen. Trotzdem ist die Gemeinde optimistisch.
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Aug. 2022 | 16:50 Uhr
  • 18. Aug. 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Aug. 2022 | 16:50 Uhr
  • 18. Aug. 2022
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Winsen.

Im erweiterten Baugebiet in Winsen legen in diesen Wochen die ersten Betriebe los. Die Baustraße mit den Straßenlaternen ist fertig. Baufahrzeuge sind unterwegs, der erste Rohbau wird errichtet. Die Gemeinde ist nicht unzufrieden mit dem Stand der Dinge. „16 der 25 Grundstücke sind verkauft“, sagt Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann. Mit drei Firmen sei man kurz vor dem Vertragsabschluss.

Inflation und Zinswende

Allerdings machen sich wie auch im Neubaugebiet An der Trift in Südwinsen die Folgen des Ukraine-Krieges, die hohe Inflation und die Zinswende bemerkbar. Zusammen mit den extrem gestiegenen Baupreisen ergibt sich eine für manche Unternehmen toxische Mischung. „Es waren alle Grundstücke weg“, so Oelmann über das erweiterte Gewerbegebiet. Doch einige Firmen hätten jetzt „die Chance ergriffen zu sagen, wir machen es doch nicht“.

Brauerei siedelt sich an

Wer sich dort ein Grundstück gesichert hat, gibt die Gemeinde im Detail nicht bekannt. Nur so viel: Es würden sich in Taube Bünte West Unternehmen aus der Baubranche, eine Zimmerei, ein Hersteller von Tiny Houses und Carports, ein Unternehmen aus dem Bereich Sicherheitstechnik, eine Elektrofirma, ein Gartenbau-Unternehmen und eine Brauerei niederlassen. Die ersten Unternehmen könnten um den Jahreswechsel den Betrieb am Standort in Winsen aufnehmen, heißt es. Die Firmen kommen aus Winsen, aus der Region, aber auch aus entfernteren Bereichen Deutschlands. Eine Firma hat ihren Hauptsitz im Ausland.

Handelsunternehmen springen ab

Abgesprungen seien unter anderem zwei Handelsunternehmen, so der Winser Verwaltungschef. Wie auch beim Neubaugebiet in Südwinsen, wo jedes zehnte Grundstück wieder zu haben ist, äußerte sich Oelmann trotz der veränderten Marktlage auch für das Gewerbegebiet optimistisch, alle Bauplätze „an Mann oder Frau zu bringen“.

Alle Grundstücke waren reserviert

Vor gut einem Jahr sah noch alles ganz anders aus. Von einem Ansturm auf das 80.000 Quadratmeter große Gewerbegebiet an der Bannetzer Straße, das nur wenige Kilometer von der A7 entfernt liegt, hatte Wirtschaftsförderin Madlen Fischer im Mai 2021 gesprochen, weil bereits im Spätsommer 2020 alle Grundstücke reserviert waren. An der Erweiterung hatte die Gemeinde jahrelang gearbeitet. Für die Erschließung wurden 2,7 Millionen Euro investiert. Der Quadratmeter kostet 20 Euro.

Was wird aus Feuerwehr?

Ob die Winser Feuerwehr von der Stechinellistraße ins Gewerbegebiet zieht, ist unterdessen noch nicht entschieden. Die Gemeinde hat ein 5000-Quadratmeter-Areal für die Brandbekämpfer reserviert. „Wir prüfen auch noch andere Grundstücke in der Gemeinde. Wir wollen den optimalen Standort für die Feuerwehr finden“, sagt Bürgermeister Oelmann.