Für mehr Toleranz

Einsatz für Queerness an Schulen

Maja-Magdalena Klein aus Winsen hat den Verein OSQAR mitgegründet. So engagiert sich die Studierende für mehr Toleranz und Queerness im Schulalltag.

  • Von Stefanie Franke
  • 16. Nov. 2022 | 10:25 Uhr
  • 17. Nov. 2022
Die Winserin Maja Klein (21) und die Mitglieder von OSQAR kämpfen für mehr Vielfalt im Schulalltag. Die Vereinsarbeit findet online statt und unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, Queerness in den Schulalltag einzubringen.
  • Von Stefanie Franke
  • 16. Nov. 2022 | 10:25 Uhr
  • 17. Nov. 2022
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Winsen.

„Wir sind als Gesellschaft noch nicht an dem Punkt, wo Queerness kein Tabuthema mehr ist und der Schulalltag spiegelt das wider“, findet Maja-Magdalena Klein (21) aus Winsen. Sie studiert in den Niederlanden Internationale Beziehungen und hat vor zwei Jahren den Verein OSQAR mitgegründet. OSQAR, das steht für „Offenes Schüler*innennetzwerk queerer AGs für Respekt“. Gleichzeitig stellt der Name einen Verweis auf Oscar Wilde dar, der während seiner Schaffenszeit mit zahlreichen Anfeindungen aufgrund seiner Andersartigkeit zu kämpfen hatte. Diese Konflikte fanden wiederum Eingang in sein literarisches Werk.

Konflikte des Andersseins

Mit den Konflikten des „Andersseins“ setzen sich auch die Ehrenamtlichen von OSQAR auseinander. Ihr erklärtes Ziel ist es, für mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber queeren Jugendlichen an Schulen und in der Gesellschaft zu sorgen und diese in ihrem Findungsprozess zu unterstützen. Initiiert wurde der Verein von Tim Yuen Lingk und Vincent Börsch-Supan. Maja Klein, die sofort begeistert von der Idee war, hat aktiv an der Gründung von OSQAR mitgewirkt.

Mehr Repräsentanz und Sichtbarkeit

„Das Thema ist existenziell“, weiß Klein. „Jeder, der selbst mit Identitätsproblemen kämpft oder jemanden kennt, der das tut, weiß das.“ Mit der Unterstützung von OSQAR soll an den Schulen eine Gemeinschaft Gleichgesinnter geschaffen werden, in der Raum für Austausch und Identitätsfindung ist. Um für mehr Repräsentanz und Sichtbarkeit queerer Jugendlicher zu sorgen, unterstützen Klein und ihr Team Schülerinnen und Schüler bei der Gründung von LGBTQ-AGs. LGBTQ ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung und steht für "lesbian, gay, bisexual, transgender, queer". Die Bezeichnung umfasst somit Personen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender identifizieren. Queer stellt in diesem Kontext eine Selbstbezeichnung nicht-heterosexueller Menschen dar, die vielfältig verwendet werden kann. Für diese AGs stellt OSQAR Ressourcen zur Verfügung, die bei der Organisation und Gestaltung des AG-Lebens helfen sollen.

 

"Nur weil wir ein Problem als nicht diskutierenswert befinden, wird es nicht kleiner."

Maja-Magdalena Klein, Gründungsmitglied von OSQAR

Beitrag für die Generation

Für Klein ist das Engagement eine Herzensangelegenheit. „Wir haben die Pflicht, als Gesellschaft auch auf die existenziellen Probleme der jungen Menschen zu schauen, auch wenn diese Themen es vielleicht nicht in die Nachrichten schaffen. Nur weil wir ein Problem als nicht diskutierenswert befinden, wird es nicht kleiner.“ OSQAR will genau diese Problematik angehen und Jugendlichen eine Stimme geben, die sich der LGBTQ+-Bewegung zugehörig fühlen oder diese unterstützen möchten. Darin liegt auch Kleins persönliche Motivation. Sie kennt viele queere Menschen in ihrem Umfeld, deren Konflikte sie hautnah mitbekommen hat: „Ich möchte einen Beitrag für meine Generation, darunter auch meine Freunde, leisten. Mir wurde hier die Chance gegeben, einen Unterschied zu machen, und die möchte ich gerne nutzen.“

"Safe Space" und Impulse fürs Schulklima

Durch OSQAR sollen sich die Schülerinnen und Schüler ermutigt fühlen, Queerness in den Schulalltag einzubringen. Mithilfe der AGs soll ein „Safe Space“ geschaffen werden, um Impulse für ein gesünderes Schulklima zu geben. Das Konzept geht auf: Aktuell ist der Verein an mehreren Schulen in Deutschland aktiv, zwei davon befinden sich in Niedersachsen. Im Landkreis Celle gibt es aktuell noch keine OSQAR-AGs. Das will Klein ändern: Sie will noch mehr Schulen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler auf das Konzept aufmerksam machen. „Wir möchten Wissen verbreiten, das queere Personen in ihrer Identität bestätigt und ihnen zeigt, dass sie normal sind.

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten unter https://osqar.de und auf dem Instagramprofil osqar_de.