Für gesundes Wachstum

Heidefläche in Winsen soll langfristig erhalten bleiben

Die Winser Heidefläche gleicht aktuell einer Sandwüste. Intensive Pflege soll langfristig für gesundes Wachstum sorgen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Nov. 2022 | 09:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Nov. 2022 | 09:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
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Winsen.

Die tief stehende Wintersonne fällt durch dicht stehende Bäume. Reste des Nebels hängen in der Luft. Aus dem angrenzenden Wohngebiet schwebt der winterliche Geruch von Kaminfeuer herüber. Schließlich lichtet sich der noch farbenfroh belaubte Wald und gibt den Blick frei auf weites, flaches Land. Verblühte Heidepflanzen säumen den Weg. Nur wenige Meter wird diese Idylle abrupt durchbrochen: Eine Sandwüste, die einer Mondlandschaft gleicht, löst die Heideszenerie ab.

Sandhügel und Ödland

Soweit das Auge reicht, sind nur noch leicht geschwungene Sandhügel erkennbar – und nicht eine einzige Heidepflanze. Doch zum Glück soll das nicht so bleiben: Was aktuell noch anmutet wie karges Ödland, soll sich wieder zu der lila blühenden Pracht von einst entwickeln. Im vergangenen Jahr erfolgte in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde ein großes Pflegeprojekt, wodurch die einstige Heidefläche nun stellenweise einer Sandwüste gleicht. „Alle Bäume, die zu groß waren, wurden gefällt. Außerdem wurde die Humusauflage vom Oberboden entfernt. Dabei kamen wir auf knapp über 1000 Tonnen von organischem Material“, so Kevin Findeisen vom Fachdienst Baumanagement der Gemeinde Winsen.

Wiederbelebung der Heide

Der Boden wurde bis auf den nährstoffarmen Rohboden abgetragen, den die Heide als Nährstoffgrundlage benötigt. „Hier ist die Heide Pionierpflanze und kann sich wieder entwickeln. Das ist das, was sie ausführen kann und muss, um eine erneute Verbuschung und Waldbildung an dieser Stelle zu vermeiden“, erläutert Findeisen weiter. Mithilfe eines rotierenden Systems soll die Fläche nun langfristig renaturiert und in Stand gehalten werden. Dementsprechend finden Pflegemaßnahmen in Zukunft nicht flächendeckend, sondern jeweils in den einzelnen Bereichen der Heidefläche statt, um die Sandheide wiederzubeleben.

„Dadurch, dass das Gelände sehr lange brachlag und die Heide eine genügsame Pflanze ist, die Zeit zum Wachsen benötigt, dauert es bestimmt 15 Jahre, bis es wirklich schön ist."

Kevin Findeisen, Teamleitung Tiefbau

Heide als Pionierpflanze

Mit den Ergebnissen der bisherigen Arbeiten zeigt man sich in der Gemeinde zufrieden: „Die südliche Heidefläche wurde 2016 intensiv geplaggt. Hier zeigt sich sehr schön, dass die Heide diese intensiv bearbeiteten Flächen wieder in Besitz nimmt und doch sehr vital auf nährstoffarmen Boden ist, wenn sie keinen Konkurrenzdruck von anderen Pflanzen erfährt. Die nördliche Fläche wurde 2021 / 2022 geplaggt. Hier fand schon der Übergang von einer Buschlandschaft in eine lockere Waldlandschaft statt.“

Flächendeckende Blüte erst in einigen Jahren

Bis es wieder auf allen Flächen lila blüht, wird es noch dauern. „Dadurch, dass das Gelände sehr lange brachlag und die Heide eine genügsame Pflanze ist, die Zeit zum Wachsen benötigt, dauert es bestimmt 15 Jahre, bis es wirklich schön ist“, schätzt Findeisen. In einzelnen Bereichen wird es aber trotzdem eine Blüte zu bewundern geben.

Kleinod bleibt erhalten

Der Konsens der Gemeinde Winsen ist jedoch eindeutig: Die Heidefläche am Ende der Wolthäuser Straße ist ein Kleinod, das gepflegt und für die Nachwelt erhalten werden wird. In den kommenden Jahren sollen neben größeren Arbeiten weiterhin zweimal pro Jahr die Heidschnucken aus Amelinghausen eingesetzt werden, die schon des Öfteren zu Gast auf der Heidefläche waren und den Austrieb der Heide fördern sollen. Weitere Maßnahmen, wie beispielsweise das Entkusseln durch den Hand- und Spanndienst, sind in Planung. 

Von Stefanie Franke