Kosten: 60.000 Euro

Nach 22 Jahren Pumpwerk in Winsen saniert

Der Zahn der Zeit, besser Schwefelwasserstoff, nagte am Abwasserpumpwerk "Weidenfurt" am Gebiet "Hinteres Sandfeld" in Winsen. Nach 22 Jahren Betrieb wurde es nun mit einem neuartigen Verfahren saniert. Und was die ortsansässigen Landwirte damit zu tun hatten, verrät der Abwasserverband der CZ.

  • Von Andreas Babel
  • 25. Jan. 2023 | 10:00 Uhr
  • 25. Jan. 2023
Vorarbeiter Sören Böhm und seine Mitarbeiter Daniel Wiese und Niclas Rasch (von links)  haben die Pflasterarbeiten am Winser Pumpwerk Weidenfurt am Dienstagvormittag beendet.
  • Von Andreas Babel
  • 25. Jan. 2023 | 10:00 Uhr
  • 25. Jan. 2023
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Winsen (Aller).

In dieser Woche ging dann alles schnell: Sören Böhm, Vorarbeiter bei der Winser Tiefbaufirma Staatz, hat mit seinen beiden Mitarbeitern, Junggeselle Niclas Rasch und Auszubildender im dritten Lehrjahr Daniel Wiese, die Fläche eines Abwasserpumpwerks akkurat gepflastert. Nur zwei Tage lang hat das Trio dafür benötigt. Am „Hinteren Sandfeldweg“ am äußersten Rand von Winsen in Richtung Walle wurde im Jahr 2000 das Abwasserpumpwerk „Weidenfurt“ eingerichtet. Dieses Bauwerk wurde im Zuge der Erschließung des Baugebietes „Hinteres Sandfeld“ errichtet.

Schwefelwasserstoff ist schuld

Das Abwasserpumpwerk fördert das im Baugebiet und in den Ortschaften Walle und Wolthausen anfallende Abwasser mittels einer Druckrohrleitung direkt zur Winser Kläranlage, die in Allernähe in Richtung Bannetze liegt. Aufgrund der langen Abwasserdruckrohrleitungen von Walle und Wolthausen wurde durch Schwefelwasserstoff die bauliche Substanz des in Betonbauweise errichteten Abwasserpumpenschachtes im Lauf der Jahre stark beeinträchtigt, so dass eine Sanierung erforderlich wurde. „Das ist bedingt durch die Verweilzeiten des Schwefelwasserstoffs in den Druckrohrleitungen von Walle und Wolthausen“, erläutert Rüdiger Eichel-Bilke vom Abwasserverband Matheide. Der Verband ist für rund 350 Pumpwerke in acht Kommunen des Landkreises Celle und sechs Kläranlagen zuständig.

Schon auf energieeffiziente Pumpen umgestellt

Bereits im Jahr 2021 wurde die pumpen- und elektrotechnische Ausrüstung des Pumpwerkes auf den Einsatz von energieeffizienten Pumpen umgestellt. Die Sanierung des Pumpenschachtes erfolgte durch eine „Schacht-in-Schacht-Ausführung“. Dadurch konnte ein minimaler Betriebsausfall des Abwasserpumpwerkes von nur fünf Tagen erreicht werden. Im vorhandenen Betonschachtbauwerk mit einer Gesamttiefe von rund sechs Metern wurde ein GFK-Schacht (also aus glasfaserverstärktem Kunststoff) eingelassen.

Landwirte fahren Abwasser ab

Ortsansässige Bauern unterstützen die Matheide bei der Schmutzwasserentsorgung: Sie fuhren mit Fasswagen die Abwässer zur Winser Kläranlage. Die Matheide hat solch ein Verfahren der Bauwerkssanierung an einem Abwasserpumpwerk in dieser Größenordnung erstmals durchgeführt. Die Investitionen für diese Komplettsanierung der Pumpen-, der Elektro- und der Bautechnik beziffert Eichel-Bilke auf „rund 60.000 Euro netto“.