Wietzer Beamte unterstützen bei Ermittlungen

Betrug mit Hähnchenfleisch

Im großen Stil sollen zwei Geflügelschlachtbetriebe in Süddeutschland Hähnchenfleisch umetikettiert haben. Wietzer Polizisten unterstützen ihre Kollegen bei den Ermittlungen, denn die unter Betrugsverdacht stehenden Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg hatten bundesweit Kontakt zu anderen Unternehmen.

  • Von Benjamin Behrens
  • 17. Nov. 2022 | 08:12 Uhr
  • 18. Nov. 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 17. Nov. 2022 | 08:12 Uhr
  • 18. Nov. 2022
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Wietze.

Rund 150 Einsatzkräfte der Polizei, mehrere Vertreter der Staatsanwaltschaft Landshut, des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie Beamte der Steuerfahndung und der Polizei aus mehreren Bundesländern haben am Mittwoch Objekte im ganzen Bundesgebiet durchsucht. Auch in Wietze leisteten dortige Polizeibeamte für ihre bayrischen Kollegen Amtshilfe. Es geht um Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betrugs gegen zwei Geflügelschlachtbetriebe in Bayern und Baden-Württemberg.

Betrüger sollen bundesweit in Geschäftskontakt mit Betrieben gestanden haben

In weiteren Betrieben in Niedersachsen sowie Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen waren Polizeibeamte lediglich im Einsatz für Durchsuchungen in Geschäftsräumen von anderweitig beteiligten Unternehmen, die mutmaßlich in Geschäftsbeziehung zu den beiden unter Betrugsverdacht stehenden stehen, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut mit. Im Zuge der gestern durchgeführten Durchsuchungsmaßnamen stellten die Ermittler bundesweit eine Vielzahl an elektronischen Daten sowie schriftliche Beweismittel sicher, die nun von der Ermittlungsgruppe „Gütesiegel“ bei der Kriminalpolizeiinspektion Passau ausgewertet werden.

Ausschließlich in Bayern und Baden-Württemberg besteht der Verdacht des Betrugs.

Oberstaatsanwalt Alexander Ecker, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Landshut

Staatanwaltschaft ermittelt nur gegen Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg

„Wir haben keinerlei Anhaltspunkte gegen einen der Betriebe“, betont Oberstaatsanwalt Alexander Ecker, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Landshut. „Ausschließlich in Bayern und Baden-Württemberg besteht der Verdacht des Betrugs“, so Ecker weiter.

Weitere Unternehmen als wichtige Zeugen

Einen Einsatz im Bereich des Schlachthofs in Wietze bestätigte die Polizei in Wietze zwar auf CZ-Anfrage, verwies aber auf die Pressehoheit der Staatsanwaltschaft Landshut. In Wietze unterhält die Rothkötter Unternehmensgruppe einen Geflügelschlachtbetrieb. „Wir werden dazu nichts weiter sagen“, sagte Geschäftsführer Franz-Josef Rothkötter. Den Zusammenhang der durchsuchten Objekte und Geschäftsräume erläutert Oberstaatsanwalt Ecker: „Sie sind Zeugen, die als sogenannte Dritte im Verfahren nicht beschuldigt sind.“ Insgesamt wurden 24 Objekte durchsucht.

Anonyme Anzeige Mitte 2022 bringt Verdächtige in Visier der Ermittler

Aufgrund einer Anzeige, die Mitte des Jahres 2022 bei der Staatsanwaltschaft Landshut anonym eingegangen war, sowie der bislang durchgeführten Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Passau und der Staatsanwaltschaft Landshut besteht gegen die Verantwortlichen im Alter zwischen 29 und 58 Jahren der Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs und von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht.

Vorwürfe: Konventionelles Fleisch als Bio deklariert, aufgetaute Hähnchen als Frischfleisch

Drei Männer und zwei Frauen sollen seit Anfang 2018 konventionelles Hähnchenfleisch insbesondere zu sogenannt „Geprüfte Qualität Bayern-, Bio-, und Naturland-Ware“ mit entsprechenden Gütesiegeln umdeklariert und damit beim Weiterverkauf deutlich höhere Preise erzielt haben. Weiter besteht der Verdacht, dass aufgetaute Hähnchen als Frischware etikettiert veräußert worden sein sollen.