Verwaltung spart Energie

Darum ist in Wietze die Straßenbeleuchtung aus

Die Gemeinde Wietze setzt die Vorgaben aus Berlin zum Energiesparen um. Klima- und Umweltmanagerin Lena Kollhorst regt Bürger zum Mitmachen an.
  • Von Dagny Siebke
  • 22. Sept. 2022 | 13:35 Uhr
  • 22. Sept. 2022
  • Von Dagny Siebke
  • 22. Sept. 2022 | 13:35 Uhr
  • 22. Sept. 2022
Anzeige
Wietze.

20 Prozent weniger Energieverbrauch heißt das Ziel der Bundesregierung für diesen Winter. In der Gemeinde Wietze werden viele Maßnahmen, die das Bundeskabinett beschlossen hat, bereits umgesetzt. In Abstimmung mit den Fraktionen wird die Straßenbeleuchtung im gesamten Gemeindegebiet in der Zeit von 23 bis 5 Uhr komplett ausgeschaltet.

„Bis zum Ende der Woche werden die Maßnahmen von der Firma Rode aus Celle umgesetzt sein“, so Bürgermeister Wolfgang Klußmann. „Wir werden alleine mit dieser Maßnahme etwa 50 bis 60 Prozent des benötigten Stroms für die Straßenbeleuchtung einsparen. Diese betrugen im Jahr 2021 immerhin 450.000 Kilowattstunden. Die Ersparnis für die Sommermonate dürfte allerdings etwas geringer ausfallen, da die Straßenbeleuchtung aufgrund der Dämmerungssensoren später geschaltet wird“, erklärt Klußmann.

19 Grad als Raumtemperatur in Büros

Bereits ab 1. September gelten für deutsche Verwaltungen folgende Maßnahmen zum Energiesparen: Denkmäler und öffentliche Gebäude dürfen nicht angestrahlt werden, brennen darf die nur Sicherheits- und Notbeleuchtung. Maximal 19 Grad sind als Raumtemperatur in Büros vorgeschrieben, Treppenhäuser in öffentlichen Gebäuden bleiben kalt. Außerdem sollen Flure, große Hallen oder Technikräume möglichst nicht mehr geheizt werden, ausgenommen sind Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten. Boiler und Durchlauferhitzer sollen nicht für die Warmwasserbereitung zum Händewaschen benutzt werden.

„Im Großen und Ganzen reduzieren wir durch unsere vielfältigen Stromeinsparmaßnahmen auch den Erdgasverbrauch und leisten als Kommune einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland. Ein nicht unerheblicher Anteil von 15 Prozent des deutschen Strommix wird aus Erdgas als Energiequelle erzeugt“, erläutert Klußmann.

Klima- und Umweltmanagerin verweist auf Energiespartipps

„Wollen wir uns gesellschaftlich von Energieexporten unabhängig machen, müssen wir unseren Energieverbrauch an allen Stellen deutlich senken. Hier können auch Bürger aktiv werden. Neben den vielen kleinen Einsparmöglichkeiten, die mehr oder weniger sofort greifen, müssen wir aber auch die mittel- bis langfristige Perspektive im Blick haben“, so die Wietzer Klima- und Umweltmanagerin Lena Kollhorst. „Dabei müssen es nicht immer die großen Maßnahmen sein, die allein zum Erfolg führen. Jede und Jeder kann seinen Verbrauch reduzieren und Energie sparen, ohne große Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Die günstigste Kilowattstunde ist die, die man nicht verbraucht", so Kollhorst. Unter www.co2online.de sind Energiespartipps zu finden.