Schwimmbad-Chef hört auf

Neuer Betreiber für Wietzer Bad gesucht

Er will nur noch fördern, aber nicht mehr betreiben: Kurt Trumtrar, der Vorsitzende des Wietzer Schwimmbad-Vereins. Das hat ziemliche Folgen.

  • Von Simon Ziegler
  • 19. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 19. Nov. 2022
Rat und Verwaltung wollen das Schwimmbad auf jeden Fall offen halten. 
  • Von Simon Ziegler
  • 19. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 19. Nov. 2022
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Kurt Trumtrar will mit 77 Jahren ein bisschen kürzer treten.
Wietze.

Der Wietzer Schwimmbad-Verein hat sich in der Vergangenheit als Betreiber der Einrichtung um so ziemlich alles gekümmert: Um das Personal, um die Technik, um die Pflege und Unterhaltung der gesamten Anlage. Das Team um den Vorsitzenden Kurt Trumtrar war ehrenamtlich unterwegs. Jahr für Jahr gab es einen Zuschuss über 150.000 Euro der Gemeinde.

Verein hat mehr als 500 Mitglieder

Doch Kurt Trumtrar ist 77 Jahre alt. Er will sich nicht mehr um den Betrieb des Schwimmbads kümmern. Zwar hat der Verein 518 Mitglieder, aber ein Nachfolger war nicht zu finden. Also muss eine neue Lösung her. „Bis zur Übergabe des Bades mache ich noch weiter“, sagt Trumtrar. Die Übergabe soll nach seinen Worten im ersten Quartal des kommenden Jahres erfolgen. „Wir sind in guten Gesprächen mit der Gemeinde.“

Das Wietzer Schwimmbad.

Am Donnerstag fand eine Mitgliederversammlung des Förder- und Betreibervereins Schwimmbad Wietze statt. Paradoxerweise wurde Trumtrar als Vorsitzender bestätigt. Allerdings: Der Senior will nur noch fördern, aber nicht mehr betreiben. Das heißt: Gelder für das Schwimmbad zu generieren oder Veranstaltungen durchzuführen, dafür steht der 77-Jährige gerne weiterhin zur Verfügung. Aber für den zeitaufwändigen Betrieb von Hallen- und Freibad möchte er nicht mehr verantwortlich sein. Sollte es zu dem Schritt kommen, soll die Satzung so geändert werden, dass es ein reiner Förderverein wird.

Springt die Gemeinde ein?

Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann sagt, dass es drei Möglichkeiten gebe: Das Bad zu schließen, einen externen Betreiber zu finden oder das Schwimmbad wieder in die Verantwortung der Gemeinde zu holen. So wie es bis zum Jahr 2004 bereits der Fall war.

Für die Allgemeinheit dürfte es in jedem Fall teurer werden. Sollte die Gemeinde das Bad übernehmen, müsste nicht nur die Anstellung von Schwimmmeistern und Reinigungspersonal nach Tarif erfolgen. Es müsste auch jemand eingestellt werden, der sich um all das kümmert, was bisher die Ehrenamtlichen gemacht haben. Das Rathaus braucht dann Schwimmbad-Know-How.

Sanierung für 2,5 Millionen Euro

Klußmann betont, dass sowohl Rat als auch Verwaltung hinter dem Bad stünden. Das sei bei einer Ratsklausur am Montag parteiübergreifend Konsens gewesen. Eine Schließung stehe nicht im Raum – weder die Betreiber-Frage noch die hohen Energiekosten würden zum Zusperren des Bades führen. Das mache auch vor dem Hintergrund keinen Sinn, dass in den vergangenen Jahren 2,5 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt wurden.

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Noch kein neuer Gasvertrag

Wie hoch die Gas-Rechnung in Wietze künftig ausfällt, ist noch nicht absehbar. Der Gasvertrag mit der SVO läuft bis Ende des Jahres. Neue Verträge sind noch nicht verhandelt. Klar ist: Die Gaspreisbremse ab März wird den Betrieb der Schwimmbäder finanziell deutlich entspannen. In Wietze war die Wasser-Temperatur um 2 Grad auf 26 Grad abgesenkt worden. „Wir haben eine Energie-Einsparung von 25 Prozent erreicht“, sagt Trumtrar.