So war Festakt zum 50.

Samtgemeinde Wathlingen in Feierlaune

Vor genau einem halben Jahrhundert wurde die Samtgemeinde Wathlingen gegründet. Am Dienstag wurde in Nienhagen gefeiert. Es gab viele Glückwünsche – und ein großes Dankeschön aus der Ukraine.

  • Von Simon Ziegler
  • 18. Jan. 2023 | 17:13 Uhr
  • 18. Jan. 2023
Festakt zum 50-Jährigen der Samtgemeinde: Claudia Sommer mit ihren Vorgängern (von links) Egon Fritz, Wolfgang Grube und Hartmut Gebhardt.
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Jan. 2023 | 17:13 Uhr
  • 18. Jan. 2023
Anzeige
Beim Festakt gratulierte Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge seiner Wathlinger Kollegin Claudia Sommer.
Wathlingen.

Sie wollte eigentlich im kleinen Kreis feiern, sagte Wathlingens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer. Hat nicht geklappt. Die Verwaltungschefin hat dann doch sehr viele Menschen eingeladen. Es gab schließlich etwas zu feiern. Rund 170 Menschen kamen am Dienstagabend in den Nienhäger Hagensaal, um der Samtgemeinde zum 50-Jährigen zu gratulieren.

Vier Verwaltungschefs im Hagensaal

Den drei Amtsvorgängern von Sommer war es vorbehalten, ihren Blick auf das Verwaltungskonstrukt zu werfen, das nach langen Debatten am 17. Januar 1973 an den Start gegangen war: Hartmut Gebhardt (1991 und 1992), Egon Fritz (1992 bis 1998) und Wolfgang Grube (1998 bis 2021).

Das Chanson-Duo "Mademoicelle" sorgte für den musikalischen Rahmen.

"Ich war nur eine kurze Episode", sagte Gebhardt, der 1991 aus dem Flotwedel nach Wathlingen gewechselt war. "Die Flowedeler waren ziemlich sauer, dass ich ging. Aber ich wollte das unbedingt machen. In Wathlingen gab es mehr Möglichkeiten", blickte er zurück. Doch schon nach elf Monaten war seine Zeit im Celler Südkreis wieder vorbei. Gebhardt, der in heute in Sandlingen lebt, zog es weiter nach Stendal.

"Zwei starke Partner und das kranke Kind im Westen"

Sein Nachfolger wurde Egon Fritz. Der heute 87-jährige Sozialdemokrat aus Nienhagen hatte schon seit 1974 für die Samtgemeinde-Verwaltung gearbeitet, ehe er 1992 Chef der Verwaltung wurde. Er erinnerte an seinen schwierigen Start, als er mehrere Wahlgänge brauchte – und an die ein oder andere Ratssitzung, die bis Mitternacht ging. 1998 übernahm Wolfgang Grube, der die Bühne am Dienstagabend sichtlich genoss. "Zwei starke Partner und das kranke Kind im Westen" hätten Anfang der siebziger Jahre die Samtgemeinde gebildet, spöttelte Grube über die Geburtsstunde der neuen Verwaltungseinheit. Inzwischen hätten sich die Vorzeichen aber geändert. Er hatte die Lacher auf seiner Seite, als er erklärte, dass Wathlingen und Nienhagen zwar die großen Gemeinden seien, die Führungspersönlichkeiten aber aus Adelheidsdorf kämen – wo ja nicht nur er, sondern auch Claudia Sommer zu Hause ist.

Video aus Truskavets

Nicht alles war heiter. Grube spannte den Bogen zur Partnerschaft mit Truskavets, die unter seiner Ägide gegründet wurde. Per Videobotschaft wurde der Bürgermeister der westukrainischen Stadt zugeschaltet. Andrij Kultschynskyj bedankte sich für die große Unterstützung aus der Samtgemeinde Wathlingen. Die Verwaltung hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Aktionen initiiert, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Zuletzt wurden drei Küchen in Notunterkünften mitfinanziert. Derzeit wird Geld für Generatoren gesammelt, die in der Stadt dringend gebraucht werden.

"Keine Liebesheirat, sondern Vernunftehe"

Auch wenn der Zusammenschluss von Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf "keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe war", wie die Adelheidsdorfer Bürgermeisterin Heike Behrens feststellte, so hat sich das Konstrukt bewährt. Die Samtgemeinde gilt heute als eine der am besten aufgestellten Kommunen im Celler Land. Die Infrastruktur mit Schulen, Schwimmbädern, Ärzteversorgung und Einrichtungen wie Naturkontaktstation und Kess muss keinen kommunalen Vergleich scheuen. Seit Jahren steigen die Einwohnerzahlen. Inzwischen leben rund 16.500 Menschen in der Samtgemeinde – nirgendwo sonst im Celler Land sind es außerhalb der Allerstadt mehr.

Schließlich überreichten Vertreterinnen der Umwelt Aktion Niedersachsen der Samtgemeinde für ihr Engagement in Sachen Umwelt ein Nachhaltigkeitslabel – als einer von drei Kommunen in Niedersachsen. Das habe konkrete Folgen, wie Claudia Sommer der CZ sagte. In zwei Jahren sollen 22 verschiedene Projekte umgesetzt werden. Darunter sind gemeinsame Müllsammelaktionen, der Bau von Insektenhabitaten oder ein Projekt, das Bürgerinnen und Bürger über E-Mobilität aufklären soll.