Prozess im Oktober

Getötete Esra: Ehemann will sich vor Gericht äußern

Lange schwieg er, nun will sich der Beschuldigte im Fall Esra laut Verteidiger "umfassend äußern". Der Prozess am Landgericht Hildesheim startet Mitte Oktober, die Anklage ist 44 Seiten dick.

  • Von Marius Klingemann
  • 21. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 21. Sept. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 21. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 21. Sept. 2022
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Wathlingen.

Anfang Mai soll er seine Ehefrau Esra in Burgdorf mit mehreren Messerstichen getötet haben, seitdem sitzt ein 37-Jähriger aus Wathlingen in Untersuchungshaft. Mitte Oktober, so die Informationen der CZ, wird der Prozess gegen den Mann vor dem Landgericht Hildesheim beginnen. Mittlerweile liegt auch die 44 Seiten starke Anklageschrift vor: "Einen heimtückisch begangenen Mord aus niedrigen Beweggründen" soll er demnach am fraglichen Tag begangen haben, teilt Gerichtssprecher Steffen Kumme auf Anfrage mit.

Fall Esra: Beschuldigter will sich "umfassend äußern"

"Für den Angeschuldigten und seinen Verteidiger besteht zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme", heißt es weiter. Der Wathlinger hatte in der Sache bislang beharrlich geschwiegen, Verteidiger Matthias Waldraff kündigte im Gespräch mit der Redaktion jetzt aber an, dass man sich im Prozess "umfassend äußern" wolle. Kurios: Waldraff bestritt, dass das Mordmerkmal "Heimtücke" weiter Teil der Anklage sei – für das Landgericht widersprach Sprecher Kumme dieser Aussage, auch "nach erneuter Prüfung" der Unterlagen, hingegen.

 

Anklage: Angriff in Burgdorf mit "mindestens 13 Messerstichen"

"Mit mindestens 13 Messerstichen" soll der Ehemann die zwei Jahre jüngere Esra, die mittlerweile in der Türkei beigesetzt ist, demnach auf offener Straße attackiert haben. Sie starb eine knappe Stunde später "wegen Herz-Kreislauf-Versagens durch Verbluten" im Rettungswagen.

Der Angriff hatte sich laut Medienberichten angekündigt, der Beschuldigte soll gegenüber seiner Frau schon zuvor handgreiflich geworden sein. Das Paar war getrennt, Esra wollte am Tattag angeblich zu einem Familienanwalt, um die Scheidung einzureichen. Was dann passierte, ist nun Thema vor Gericht.