Druck auf Bürgermeister Torsten Harms wächst

4G-Park in Wathlingen: SPD und Grüne fordern Restaurant-Schließung

Vor der Ratssitzung am kommenden Montag steigt der Druck auf Bürgermeister Torsten Harms. SPD und Grüne haben beantragt, das Restaurant in dem defizitären Viergenerationenpark zu schließen.

  • Von Simon Ziegler
  • 07. Okt. 2022 | 07:05 Uhr
  • 07. Okt. 2022
Wie geht es mit dem Wathlinger 4G-Park weiter?
  • Von Simon Ziegler
  • 07. Okt. 2022 | 07:05 Uhr
  • 07. Okt. 2022
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Die Zahlen des 4G-Parks zeigen ein Defizit in allen Sparten.
Wathlingen.

Die Debatte um die Zukunft das Restaurants im Wathlinger 4G-Park gewinnt deutlich an Schärfe. SPD und Grüne fordern per Dringlichkeitsantrag, das Restaurant „vierG“ zum Ende des Jahres zu schließen. In der Gruppe habe sich die Überzeugung gefestigt, dass es in Sachen Verlusten bei Restaurant und Mensa auch künftig keine Trendwende geben werde, begründen Alexander Gold (SPD) und Marcel Kasimir (Grüne) ihren Antrag, der am Montag, 10. Oktober, auf der Tagesordnung des Gemeinderates steht. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass aus Steuergeldern der Wathlinger Bürger die Verluste ausgeglichen würden, heißt es in dem Papier.

„Andere Veranstaltungsorte wie der Hagensaal in Nienhagen existieren ja auch seit vielen Jahren ohne Restaurant.“

SPD-Fraktionschef Alexander Gold

Restaurant privatwirtschaftlich betreiben oder gar nicht

Geht es nach SPD und Grünen, soll das Restaurant zum Ende des Jahres schließen, der Mensabetrieb aber bis Mitte des Jahres 2023 fortgeführt werden. Zugleich bekräftigen die beiden Parteien, dass sie am 4G-Park als Veranstaltungsort festhalten wollen. Auch das Restaurant könne weiterhin betrieben werden, aber eben nicht mehr mit Steuergeldern. Stattdessen soll ein Pächter gesucht werden, was in der Vergangenheit allerdings nicht funktioniert hat. SPD-Fraktionschef Gold glaubt nicht, dass vom Restaurant die Zukunft des gesamten Generationenparks abhängt. „Andere Veranstaltungsorte wie der Hagensaal in Nienhagen existieren ja auch seit vielen Jahren ohne Restaurant“, sagt er. Die Mensa der Oberschule könnte durch einen externen Caterer versorgt werden.

Bürgermeister Torsten Harms und 4G-Chefin Kerstin Biedermann hatten zuletzt Zahlen für die Einrichtung vorgelegt. Sie waren damit einer jahrelangen Forderung nachgekommen, eine trennscharfe Abrechnung zu erstellen. Damit soll dargestellt werden, welche Sparte des Hauses in welcher Form für das Minus verantwortlich ist. Für 2020 wurde das Defizit mit 288.000 Euro angegeben. Dazu beigetragen hätten die Mensa mit 133.000 Euro und das Restaurant mit 67.000 Euro.

„Ich erwarte eine Klarstellung, ob eine Mehrheit des Gemeinderates zum Generationenpark steht oder nicht.“

Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms (CDU)

Ist Minus noch höher?

In ihrem Antrag bemängeln SPD und Grüne, dass in der Auflistung anteilige Personalkosten etwa für Betriebsleitung, Verwaltung und Hausmeister nicht aufgeführt worden seien. Zudem würde eine Aufsplittung der Energiekosten fehlen. „Das Gesamtergebnis ist nochmals um rund 150.000 Euro nach unten zu korrigieren“, behaupten Gold und Kasimir. Es sei zudem nicht akzeptabel, dass Schulen und Kitas außerhalb der Gemeinde mit Essen beliefert werden, ohne dass es für diese Subventionierung einen Ratsbeschluss gebe. SPD und Grüne verweisen darauf, dass der Haushalt der Gemeinde nur noch durch Grundstücksverkäufe ausgeglichen werden könne. „Will die Gemeinde Wathlingen eine Zwangsverwaltung durch die Kreisverwaltung vermeiden, muss sie sich von den defizitären Bereichen Restaurant, Mensabetrieb und der eigenen Bewirtung bei Veranstaltungen trennen“, so Gold und Kasimir.

Harms fordert Klarstellung des Rates

Im Gemeinderat haben CDU und FDP allerdings eine knappe Mehrheit gegenüber SPD und Grünen sowie der Bürgerlichen Liste, die sich ebenfalls kritisch zur Finanzierung des Gesamtkonstruktes geäußert hatte. Bürgermeister Torsten Harms (CDU) kann indes allem Anschein nach dem Antrag der Opposition sogar etwas abgewinnen. „Ich erwarte eine Klarstellung, ob eine Mehrheit des Gemeinderates zum Generationenpark steht oder nicht“, sagte er der CZ.

Im Gemeinderat am Montag, 10. Oktober, werden zudem die Ergebnisse der Mediation zum Kaliberg vorgestellt. Außerdem geht es um die Erweiterung der Kita Lummerland. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im 4G-Park.