Hochmoderne Rechenzentren

Hier wird Unterlüß zum "Tor zur digitalen Welt" von Rheinmetall

Ferngesteuerte Panzer sind in Planung, der Rüstungskonzern Rheinmetall investiert in Unterlüß in die Zukunft. Was die beiden neuen Rechenzentren der autonomen IT alles können. 

  • Von Christopher Menge
  • 26. Juli 2022 | 18:07 Uhr
  • 27. Juli 2022
  • Von Christopher Menge
  • 26. Juli 2022 | 18:07 Uhr
  • 27. Juli 2022
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Unterlüß.

Vor einigen Wochen hat Rheinmetall den neuen Panther vorgestellt. Von der "Zukunft des Kampfpanzers" schreibt der Rüstungskonzern in diesem Zusammenhang, denn "das neue Baby", wie der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger den Panther kürzlich nannte, ist komplett digitalisiert. "Da die Steuerung des Turms und der Waffen auch an den fahrgestellbasierten Bedienerplätzen erfolgen kann, sind für die Zukunft auch unbemannte Türme und ferngesteuerte Panther geplant", heißt es auf der Website des Konzerns. Und da kommt die Gemeinde Südheide ins Spiel: "Um Fahrzeuge aus der Ferne zu steuern, brauchen wir eine Hochleistungsanbindung", sagte am Dienstag Volker Schwarz, der IT-Leiter des Konzerns, beim Richtfest für das neue Rechenzentrum am Rheinmetall-Standort Unterlüß. Ein zweites Rechenzentrum wird in wenigen Monaten im Hermannsburger Gewerbegebiet Celler Straße/Kumpenkamp hinter dem Aldi-Markt entstehen.

Rheinmetall baut zwei Rechenzentren in Unterlüß und Hermannsburg

"Perspektivisch werden wir im Ausland weitere Rechenzentren bauen", so Schwarz. Ausgangspunkt der neuen IT-Strategie ist aber die Südheide. Die geplanten Rechenzentren in Unterlüß und im knapp 18 Kilometer entfernten Hermannsburg seien das "Tor zur digitalen Welt der Rheinmetall", sagte der IT-Chef: „Wir verfolgen das klare Ziel, unsere IT zukünftig wieder vollumfänglich im Hause Rheinmetall zu haben. Dazu zählt auch der Eigenbetrieb betriebskritischer Anwendungen. Mittelfristig werden wir in den modular erweiterbaren Rechenzentren Daten für unsere Kunden verarbeiten können und somit hochsichere und performante digitale Services anbieten.“

Hochsicherheits-Datacenter: Rheinmetall holt IT zurück ins Haus

Das neue Hochsicherheits-Datacenter, das Platz für tausende Server und Netzwerkkomponenten bieten wird, ist dabei mit einem Fertighaus zu vergleichen. Fünf Module wurden gestern geliefert und aufgestellt. Ende des Jahres soll das Rechenzentrum in Unterlüß in Betrieb genommen werden, etwa drei Monate später das in Hermannsburg. "Wenn wir das zweite Grundstück nicht bekommen hätten, hätten wir hier nicht bauen können", sagte Schwarz. Denn sollte ein Datacenter ausfallen, soll innerhalb von Sekunden das andere einspringen. "Für einen Generator halten wir auch 10.000 Liter Diesel vor Ort bereit, damit können wir 48 Stunden autark arbeiten", so der IT-Chef.

Autonome Rheinmetall-IT: Südheide versorgt Standorte weltweit

Mit der Investition, die nach Angaben von Pressesprecher Jan-Phillipp Weisswange im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich liegt, verfolgt der Rüstungskonzern das Ziel, eine vollständig autonome Rheinmetall-IT zu schaffen, die aus der Südheide heraus eine Vielzahl von Konzern-Standorten weltweit versorgt.

Rheinmetall schreibt IT-Stellen aus

"Das ist eine bedeutsame Investition der Rheinmetall AG am Standort", sagte Südheide-Bürgermeisterin Katharina Ebeling. "Wir sind einmal mehr dankbar." Sie hoffe auch auf einen Zuwachs an Arbeitsplätzen. Nach Angaben von Schwarz hat Rheinmetall derzeit rund 90 IT-Stellen bundesweit ausgeschrieben. "Jede einzelne davon können wir auch in Unterlüß besetzen", sagte er. Je nach Bedarf soll das Datacenter in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Die fünf Module, die zunächst das neue Rechenzentrum bilden, werden nun im nächsten Schritt mit der benötigten Technik verbunden. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Fokus dabei auf einem Maximum an Energieeffizienz, das heißt reduzierter Energieverbrauch, klimafreundlicher und nachhaltiger Kühlung nach aktuellem Stand und einer gut ausgelasteten Technik.