Forstamt untersucht Boden

Was tun gegen den Wassermangel im Schilfbruch?

Der Erlenbruchwald im Naturschutzgebiet Schilfbruch leidet unter der Trockenheit. Das Forstam Fuhrberg sucht nach Möglichkeiten, das zu ändern.
  • Von Klaus M. Frieling
  • 13:47 Uhr
  • 04. Aug. 2022
  • Von Klaus M. Frieling
  • 13:47 Uhr
  • 04. Aug. 2022
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Uetze.

Das Niedersächsische Forstamt Fuhrberg sucht nach Möglichkeiten zur Wiederherstellung des Wasserhaushaltes im Naturschutzgebiet Schilfbruch bei Uetze. Der zweitgrößte Erlenbruchwald Niedersachsens sollte eigentlich ständig mit Wasser versorgt sein. Seit einigen Jahrzehnten liegt der Schilfbruch allerdings trocken. Im Spätsommer liegt der Grundwasserspiegel bis zu zwei Meter unter der Bodenoberfläche.

"Wir verlieren diesen besonderen Lebensraum“

Kerstin Geier ist Naturschutzförsterin im Forstamt Fuhrberg und sucht mit Experten aus den Niederlanden nach Ursachen, vor allem aber nach Möglichkeiten, diesem Biotop zu helfen: „Die Erle ist eine Baumart, die mit sehr viel Wasser zurechtkommt. Im Erlenbruchwald wächst sie auf Torfböden, die sich bei Trockenheit zersetzen. An den Wurzeln der Bäume im Schilfbruch ist zu erkennen, wie hoch der Torf einst stand. Dass der Boden mittlerweile um einen Meter abgesunken ist und kaum Wasser an der Oberfläche zu sehen ist, bereitet uns Sorgen“, so die Försterin. „Wenn wir hier nichts unternehmen, verlieren wir diesen besonderen Lebensraum“, so die Försterin.

Holländer mit Erfahrung

Wegen der Expertise und der Erfahrungen der Stichting Bargerveen aus den Niederlanden arbeitet das Forstamt Fuhrberg mit den Holländern zusammen. Die Stiftung aus dem Nachbarland arbeitet im Bereich der Wiederherstellung, Entwicklung und Erhaltung der Natur und bringt das nötige Wissen für die Rettung von Biotopen wie dem Schilfbruch mit.

Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchung noch ausstehen, stehen die Chancen, wieder mehr Wasser in den Schilfbruch zu bekommen, nicht schlecht: „In unseren Gräben ist die stauende Lehmschicht teilweise durchbrochen, wodurch das Wasser hier ungehindert in den darunterliegenden Sand versickern kann“, schildert Naturschutzförsterin Geier. „Wenn wir es schaffen, die Gräben abzudichten, dann werden wir wahrscheinlich schon viel Wasser zurückhalten können.“