Kürzere Leuchtzeiten

Lichterhaus in Sülze trotzt der Energiekrise

Das Lichterhaus in Sülze ist Tradition im Advent. Aber ist das in Zeiten von Energieknappheit noch angemessen? Das sagt der Organisator Stephen Cocking.

  • Von Carsten Richter
  • 13. Okt. 2022 | 11:05 Uhr
  • 13. Okt. 2022
Das Lichterhaus in Sülze sucht seinesgleichen im Landkreis Celle. 
  • Von Carsten Richter
  • 13. Okt. 2022 | 11:05 Uhr
  • 13. Okt. 2022
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Sülze.

Bunt und blinkend, sodass man es schon aus der Ferne sehen konnte, präsentiert sich in der Adventszeit Jahr für Jahr das Haus von Familie Cocking an der zentralen Salzstraße in Sülze. Klotzen statt kleckern ist stets das Motto. Das Lichterhaus sorgt jedes Jahr im Dezember für viele staunende Blicke. Gemessen am Umfang der Beleuchtung sucht es im Landkreis Celle seinesgleichen. "Die Stromkosten haben wir nie ausgerechnet", erzählt Vater Stephen Cocking. Klar ist: Ein kostspieliges Unterfangen ist das Lichter-Event allemal. In diesem Jahr müsste die Familie angesichts der gestiegenen Kosten vermutlich die zwei- bis dreifache Summe aufbringen.

Steven Cocking und seine Tochter Alexandra. 

Bei Lichterhaus in Sülze wird für guten Zweck gesammelt

Beim Lichterhaus in Sülze geht es immer auch um einen guten Zweck. Die Spendeneinnahmen kommen einem wohltätigen Zweck zugute. Deshalb haben die Organisatoren einen Kompromiss gefunden. Das Lichterhaus wird es auch in diesem Jahr geben – aber nur an den Wochenenden. Und der Umfang bleibt? "Es wird bunt leuchten", verspricht der 54-Jährige, "vielleicht etwas weniger".

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Lichterhaus in Sülze leuchtet nur noch am Wochenende

Bislang war das funkelnde Lichtermeer zu erleben, sobald die Dunkelheit einsetzte. Auch am nächsten Morgen erstrahlte es noch in allen denkbaren Farben. Die ganze Nacht wird das Wohnhaus nun nicht mehr erleuchtet. "Der Verzicht fällt schon schwer", sagt Cocking. "Aber wir wollen auch ein Zeichen setzen. Wir sitzen ja alle in einem Boot."

Das Lichterhaus in Sülze sucht seinesgleichen im Landkreis Celle. 

Mit einem Spaß hat in Sülze alles angefangen

Cocking stammt aus England. Nach der Militärzeit ist er im Kreis Celle geblieben. Das Lichterhaus, sagt er, habe vor ein paar Jahren als Spaß angefangen. "Ich wollte meine Frau ärgern", erzählt der Familienvater. "Mach das bloß nicht", habe sie gesagt. Aber er hat es gemacht: die Hauswand und den Garten mit leuchtenden Sternen, Weihnachts- und Schneemännern geschmückt. Aus der Liebhaberei wurde eine Tradition im Ort, die auch auswärtige Besucher anzieht. "Auch aus Rostock und Dresden kommen Gäste zu uns", erzählt Cocking. "Jeder, der uns kennt, fragt uns, was wir in diesem Jahr machen."

Organisatoren wollen Energieverbrauch reduzieren

Einen Mittelweg zu finden, ist die einzige Lösung, mit der sich die Familie anfreunden kann. "Es ist Weihnachten, aber wir wollen den Verbrauch definitiv reduzieren", betont der Sülzer. Konkret wird das Lichterhaus an den Samstagen und Sonntagen im Advent jeweils von 17 bis 19 Uhr erstrahlen. Wie es diesmal aussehen wird? Es bleibt wie immer spannend bis zum Schluss – gerade angesichts der Energiekrise.

""Es ist Weihnachten, aber wir wollen den Verbrauch definitiv reduzieren."

Stephen Cocking, Organisator des Lichterhauses Sülze

Spenden aus Sülze gehen diesmal an den ASB-Wünschewagen

Auch ein Spendenkasten wird wieder vorm Haus hängen. Die Einnahmen sollen diesmal an den "Wünschewagen" des Arbeitersamariterbundes gehen, der Schwerstkranken einen besonderen Wunsch erfüllt. Cocking will noch mit seinem Energieversorger sprechen. "Da es für einen guten Zweck ist, unterstützen sie uns vielleicht", meint er. "Dann lassen wir es noch etwas länger leuchten."