Problem erkannt

Wasserpest breitet sich im Strandfreibad rasant aus

Das Strandfreibad Flotwedel wegen der Wasserpest schließen? So weit soll es nicht kommen. Politik und Verwaltung sind aktiv im Kampf gegen Windmühlen.

  • Von Carsten Richter
  • 29. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 29. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 29. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 29. Juni 2022
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Offensen.

Bei den sommerlichen Temperaturen ist jede Abkühlung willkommen. Wer mitten im Grünen seine Bahnen ziehen möchte, ist zum Beispiel im Strandfreibad Flotwedel bestens aufgehoben – noch dazu bei freiem Eintritt. Nachteil bei einem Naturbad wie an der Langlinger Schleuse: Schwimmer dürfen nicht zu empfindlich sein und sollten keine Berührungsängste haben, solange der Badespaß nicht zu kurz kommt. Damit das gar nicht erst passiert, sorgen die Samtgemeinde Flotwedel und Schwimmmeister Dirk Eppler-Borchers für Sauberkeit. Derzeit aber kommen die Beschäftigten kaum gegen die Natur an: Die Wasserpest breitet sich rasant aus. Aus der Politik kommt die Forderung nach zügigem Handeln. Und das Rathaus hat auch bereits reagiert.

Droht Strandfreibad Flotwedel Schließung wegen Wasserpest?

"Bei einer derart schnellen Ausdehnung der Wasserpflanzen ist es nur noch eine kurze Frage der Zeit, bis unser Bad für den Badebetrieb in der jetzigen Hochsaison wieder geschlossen werden muss", schreibt Henning Meyer, SPD-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat in einem Eilantrag an die Verwaltung. "Ein umgehendes Handeln in Form von Entnahme der Wasserpestpflanzen ist dringend erforderlich." Zudem rät Meyer dazu, in dem Gewässer Graskarpfen auszusetzen, die die Pflanzen fressen, und so deren Ausbreitung zu verlangsamen. Konkret fordert die SPD, eine verantwortliche Person zu benennen, um den Badebetrieb aufrechtzuerhalten, finanzielle Mittel zur Entfernung der Pflanzen bereitzustellen – und eben die Aussetzung von Fischen zu prüfen.

Wasserpest breitet sich rasant aus im Freibad Flotwedel

Niemand hat die Freizeitanlage so gut im Blick wie Eppler-Borchers. Der Schwimmmeister bestätigt auf CZ-Anfrage die Probleme mit der Wasserpest: "Die Schwimmer werden schon beeinträchtigt", sagt er. Badegäste hätten sich beschwert, aber auch schon bei der Entfernung der Pflanzen geholfen. "Leider kämpfen wir da gegen Windmühlen", meint Eppler-Borchers und spricht auf die schnelle Ausbreitung an. Der Schwimmmeister ist zu dieser Saison zurückgekehrt ins Flotwedel, nachdem er bereits von 2016 bis 2019 auf der Anlage gearbeitet hatte. "Solche Probleme hatten wir noch nie", sagt er. Der hintere Bereich des Bades sei abgesperrt, der vordere sei von der Wasserpest befreit.

Mähboot ab Mittwoch im Einsatz - helfen Fische?

Die Verwaltung hat das Problem erkannt. "Ein Mähboot ist schon bestellt, es soll kurzfristig eingesetzt werden", sagt Erster Samtgemeinderat Hans-Hermann Schulz am Dienstagmittag. Am späten Dienstagnachmittag hieß es dann, bereits am Mittwoch solle das Boot kommen. "Wir müssen die Einsatzhäufigkeit erhöhen", so der stellvertretende Verwaltungschef. Über einen zusätzlichen Einsatz von Fischen werde noch beraten, sagt Schulz und betont: "Die Wasserpest ist nicht gefährlich."

Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt

Eichenprozessionsspinner: Mit einem anderen Problem hat die Samtgemeinde Wathlingen zu tun. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich auf dem Gelände des Freibads Papenhorst aus. Am vorvergangenen Wochenende war ein Kind mit den giftigen Brennhaaren in Berührung gekommen und hatte sich Hautreizungen zugezogen. Inzwischen seien alle Nester entfernt, sodass dem Badebetrieb nichts im Wege stehe, sagte Verwaltungschefin Claudia Sommer. Badegäste sollten trotzdem aufpassen.